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Espana - MARIANDIONTOUR

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MARIANDIONTOUR

Espana

Reisen
Samstag 13. bis Montag 29. Dezember 2025
Nach der strengen Grenzkontrolle fahren wir ohne wirkliches Tagesziel südlich auf der N-145. Bei der verspäteten Mittagspause um fast 15 Uhr, beschliessen wir beim Coll de Nargó eine Übernachtungsmöglichkeit zu suchen.
Andi hat, dank Park4Night, Googlemaps und der Karte, einen netten Stellplatz irgendwo in den Bergen gefunden.
Im Ort Coll de Nargó, auf ca. 570m, zweigt rechts ein schmaler, steiler Weg ab. Schon bald kommen uns die ersten Autos entgegen. Kreuzen funktioniert "problemlos". Nach kurzer Zeit erreichen wir eine oder mehrere senkrechte Felswände, wo Freeclimber ihrem Hobby frönen und ihre Autos und Camper auf den spärlichen Parkmöglichkeiten stehen.
Wir fahren weiter auf dem Wanderweg, ab jetzt ohne weiteren Gegenverkehr und der Weg eignet sich immer besser für unser Fahrzeug. Allerdings fahren auch die Einheimischen mit ihren Autos hier hoch. Man sieht immer wieder Spuren von durchdrehenden Räder. Bei einem "Wanderparkplatz" stehen ein paar normale Fahrzeuge mit genug Bodenfreiheit.
Auf der holprigen Strasse steigen wir durch den Wald höher und höher, mit immer wieder schönen Blicken ins Tal und auf die markante Felswand vis à vis. Irgendwann sind wir auf dem Bergrücken und der Weg wird wieder flacher. Schon bald finden wir einen ersten Platz zum Bleiben. Aber weiter vorne "muss" es noch besser sein, wo man auch den Sonnenuntergang sieht.
Kurz darauf haben wir den perfekten Platz gefunden. Ein Stück abseits vom Weg mit schönem Blick auf das Massiv von den Serra de Sant Joan und den Sonnenuntergang auf etwas über 1100m.
Die Nacht ist absolut ruhig und sternenklar, mit einer Milchstrasse, wie wir sie zu Hause auch nur aus den Bergen kennen. Am Morgen begrüsst uns ein Raureif. Es ist um 0°C.
Nach dem Morgenessen und noch einmal die Landschaft bestaunen, fahren wir weiter auf einem Feldweg in den nächsten Weiler Montanissell. Von dort erreichen wir nach weiteren 8km Gravelroad die geteerte Strasse L-511 kurz vor Bóixols. Kurz wieder hoch, über den 1250m holen Coll de Faidella und danach runter, über Isona ins Tal. Danach durch die eindrückliche Schlucht der Paret de les Bagasses, mit der 400m hohen gräulich, rötlichen Felswand. Es ist sonnig, schön mit blauem Himmel aber es weht ein kalter Wind.
Zum Übernachten wollen wir nach Corçà am Stausee - Embalse de Canelles. Die Region muss im Sommer sehr touristisch sein! Überall sind Verbote und Parkplätze mit Parkgebühren und überall Camping- / Übernachtungsverbote... Wir fahren leicht frustriert zurück nach Àger, wo scheinbar der einzige Parkplatz in der Region ist, wo man über Nacht bleiben darf. Wir sind alleine auf dem Grasplatz. In der Nacht regnet es wie aus Kübeln und unsere reparierte resp. abgedichtete Stelle auf dem Dach von unserem Camper erlebt die Wassertaufe. Jedenfalls haben wir eine trockene Nacht, Rudi sei Dank.
Dafür schauen Andi und Caja vor der allmorgendlichen Runde vor dem Camper in einen grossen See, überall Wasser. Wobei, es sieht schlimmer aus, als es ist. Das Wasser läuft kurz danach von selber ab.
Weil das Wetter für heute regnerisch sein soll, beschliessen wir, die etwa 60km südlichere Stadt Lleida zu besuchen. Es giesst aber auch in der Stadt weiter und so streichen wir den Stadtrundgang, kaufen im Mercadona Lebensmittel und fahren nach Almacelles auf einen Stellplatz.
Wenn wir in der "Zivilisation" übernachten, bevorzugen wir Campings oder Stellplätze. So ist übernachten legal und man hat keine Probleme mit übereifrigen Polizisten oder lärmenden, pöbelnden Jungen.
Ausserdem können wir am nächsten Morgen problemlos Grau- und Schwarzwasser entsorgen und neues Wasser tanken. Wir sind die einzigen Camper auf dem Stellplatz.
Am Tag danach ist das Wetter wieder besser und wir starten "Lleida-Stadtrundgang-Versuch-Nr. 2".
Die Stadt selber ist nicht speziell sehenswert, respektive eine typische, spanische Kleinstadt mit engen Gassen mit Kleingewerbe und nicht speziell schönen Wohnhäusern und natürlich einer grossen Kirche.
Aber oben, hoch über der Stadt thront die Kathedrale und der Palast. Leider nicht sehr Touristenfreundlich! Die Kirche und der Palast ist zwischen 12:30 und 15Uhr geschlossen...
Wir schlendern noch ein bisschen durch die Stadt und entlang vom Rio Segre.
Für die nächsten Tage ist wieder besseres Wetter angesagt und wir wollen in die Halbwüste "Desierto de Los Monegros".
Zum Übernachten fahren wir nach Villanueva de Sigena mit dem Kloster "Real Monasterio de Santa Maria de Sijena".  Leider können wir das Kloster nicht besichtigen, es ist Montag bis Mittwoch geschlossen.
Der Stellplatz ist neben den Sportanlagen und wir sind wieder ganz alleine.
Am Mittwochmorgen starten wir unsere nächste "Offroadtour" in die Desierto de Los Monegros.
Die Abzweigung zur Jubierre Road finden wir problemlos. Für den Feldweg wird 4WD empfohlen, ist aber gut befahrbar, es kurven viele 2WD Autos durch die Halbwüste. Bei guten Wetter- und Strassenverhältnissen ist es auch kein Problem.
Bei der Ermita de San Miguel zweigen wir ab und fahren zu einem riesigen Areal oder einfach Wüste, wo im Sommer scheinbar eine mehrtägige Techno-Party, das Monegros Desert Festival, stattfindet...
Wir folgen dem Weg, wo ein bisschen mehr Bodenfreiheit am Fahrzeug von Vorteil ist, weiter zu den Tozales de los Pedregales. Die Jubierre Road würde auch direkt dort hin führen. Die dreistündige Wanderung um die Felsen lassen wir dann aber aus.
Gleich daneben befindet sich der Tozal Colasico. Die Anfahrt ist auch hier nicht einfach, man kann auch von der Jubierre Road in ein paar Minuten hin wandern.
Imposante Felsformation und hübsches Fotomotiv mit unserem Camper :-)
Danach besuchen wir den Tozal de la Cobeta, toller Felsfinger in der Landschaft. Weiter geht es auf einem grenzwertigen Weg, vorbei an einer der vielen Schweinefarmen, zurück auf die Jubierre Road.
Wir schauen uns auch noch den Tozal Solitario an.
Die Felsformationen gleichen den Wüstenmonumenten in Amerika, einfach in Miniatur.
Wir durchstreifen noch ein wenig die Jubierre-Region, fahren an verschieden Schweinefarmen vorbei. Wahrscheinlich werden die Ställe so abgelegen betrieben, dass man keine Geruchsimmissionen in den Dörfer hat und über die Haltung wollen wir nicht nachdenken. Wir haben nirgendwo ein Säuli gesehen!
Wir finden noch einen Bewässerungskanal, welcher hier etwas mehr als einen Kilometer durch einen Tunnel führt, den Tunel de Alcubierre, aber im Moment trocken ist. Eine Besichtigung zu Fuss durch den Tunnel schliessen wir aus, da man ja nie weis, ob nicht doch plötzlich Wasser kommt...
Zum Übernachten fahren wir auf den Camping La Estepa in Valfarta. Andi und Caja spazieren noch hoch zur Ermita de San Miguel mit schöner Aussicht auf die weite Ebene und den Sonnenuntergang.
Am nächsten Morgen begrüsst uns stockdicker Nebel. Andi macht die Morgenrunde mit Caja noch einmal hoch zur Ermita. Man sieht nur grau, die Vierbeinerin interessiert es nicht gross, sie arbeitet mit der Nase und sucht Tweets und Twitters von ihresgleichen oder sonstigen Wildschweinen.
Danach fahren wir weiter über Feldwege, durch intensiv genutztes, landwirtschaftliches Gebiet, nach Peñalba. Eigentlich wollten wir Esswaren einkaufen, aber scheinbar gibt es in diesem Dorf "nur" einen Laden, irgendwo in den Gassen vom Ort. Wir wollen nicht durch die engen Strassen zirkeln und so fahren wir halt weiter.
Von dort geht es auf Nebenstrassen nach Caspe am Ebro. Wir kurven gemütlich auf der Strasse durch eine leicht hügelige, buschige Gegend.
Plötzlich springt uns von rechts ein stattlicher Hirsch vors Auto (logisch Rechtsvortritt!!!) und verschwindet auf der anderen Seite wieder in den Büschen. Zum Glück sind wir nur mit etwa 60km/h unterwegs und Dank einer Vollbremsung konnten wir eine Kollision vermeiden, sonst hätten wir den Sechsender mit unserer Bullbar (Frontbügel) erwischt oder er wäre sogar auf der Motorschutzhaube, respektive in der Frontscheibe, gelandet.
Etwas weiter folgt ein Wegweiser zum Refugio de Cazadores “La Cruz de San Vicente”. Wir denken, wir fahren Mal rein, irgendwo hat es dann schon ein nettes Plätzchen zum Mittag machen.
Am Schluss stehen wir, nach etwa 3-4 km Gravelroad vor dem Refugio. Alles ist im Nebel. Es ist eine öffentliche Schutzhütte, welche wahrscheinlich mehr für gesellschaftliche Anlässe genutzt wird, aber scheinbar sauber und aufgeräumt verlassen wird. Zudem wird der Aussichtsturm auf der Hütte im Sommer auch für Waldbrandbeobachtungen von Brandschutzbeauftragten der Feuerwehr benützt.
Nach unserer Inspektion der Hütte und der Umgebung machen wir Mittag. Caja geniesst es wieder einmal ohne Leine das Revier ab zu schnüffeln. Knapp eine Stunde später sind wir in der Sonne. Faszinierend, wie rasch es gehen kann, von nur grau zu einem schönen Ausblick auf den Ebro, welcher sich hier durch die Talebene schlängelt.
Etwas später fahren wir wieder runter ins Tal und auf der Brücke über den Ebro. Der Fluss ist hier gestaut, aber der Wasserlevel ist sehr tief. Der Embalse de Mequinenza ist der grösste Stausee in der Region Aragonien. Beim Bau der Staumauer 1955 wurde der Ort Mequinenza abgebrochen und an einer anderer Stelle neu errichtet. Viele ehemalige Bewohner sind aber abgewandert.
Im Städtchen Caspe, mit über 10'000 Einwohner, finden wir ein Alcampo Einkaufsladen, mitten im Zentrum. Cool gelegen, durch enge Gassen links und rechts Autos geparkt und beim Geschäft ein Parkplatz für Kleinwagen. Zum Glück hat es am Nachmittag nicht so viele Leute die einkaufen wollen und so können wir hemmungslos drei Parkfelder quer belegen.
Nach dem "erfolgreichen" Einkauf fahren wir weiter südlich mit dem Ziel Calaceite, einem kleinen Dorf in Aragonien, in welchem man katalonisch spricht. Wir wollten auf den örtlichen Stellplatz, der wird aber im Moment umgebaut und ist geschlossen. So fahren wir weiter südlich auf der A-1413 nach Cretas. Auch Cretas ist ein kleines hübsches Städtchen mit einem Stellplatz, leider aber ohne Mobil Empfang und kein WLAN. Weil wir am Abend aber gerne online Schweizer Radio hören und auch Statusmeldungen im Whatsapp versenden, beschliessen wir, weiter zu fahren.
In der Nähe ist eine Ermita und da hat es meistens eine Gelegenheit zum Parken und Übernachten.
Wir verbringen eine ruhige Nacht bei der Ermita De Santa Rosa und in der Nacht bestaunen wir einen sensationellen Sternenhimmel.
Am nächsten Morgen fahren wir die kurze Strecke nach Horta de Sant Joan und dort zur Andachtsstätte "Convent de la Mare de Déu dels Àngels o Convent de Sant Salvador".
Von hier wollen wir, bei schönstem, kühlem Wetter, auf den 748m hohen Creu de Santa Barbara wandern. Der felsige Berg steht markant in der Landschaft. Wir wandern los bei der Andachtsstätte zuerst entlang der Felsen langsam höher. Auf der Rückseite führt der Wanderweg steil nach oben. Über uns kreisen die Geier... In den senkrechten Felswände herrscht scheinbar gute Thermik oder riechen sie Frischfleisch... Wir knobeln schon einmal, wenn wir zuerst opfern würden. Ok, es war unfair, Caja hat die Regeln nicht kapiert :-)
Nach etwa einer Stunde erreichen wir die Ermita vom Sant Antoni del Tossal. Marianne bleibt hier. Andi und Caja gehen weiter auf dem Weg zum Gipfel. Ab hier führt der Weg auf einem schmalen Felsenband weiter steil nach oben. Caja wird mit ihrem Gstältli an die Leine genommen und so gesichert. Sie hat keine Höhenangst und kein Respekt vor Abhängen. Es geht doch 50-80m fast senkrecht runter. Auch Andi merkt, dass er nicht mehr so locker an Abgründen vorbei spaziert wie früher. Kurze Zeit später sind wir oben auf dem Gipfel. Den Übergang zum Gipfelkreuz über den schmalen Grat lassen wir dann aber sein. Auch hier sind noch Ruinen einer Ermita. Aber wahrscheinlich ist der Eremit verhungert, weil essbares findet man da oben in diesen Felsen wenig. Dafür ist die Aussicht wunderschön. Im Norden ein Hügelzug mit unzähligen Windräder. Südlich sieht man die markanten Felsen der Berge des NP Dels Ports, unserem nächsten Ziel.
Danach geht es wieder runter - Marianne wartet schon. Nach nicht ganz drei Stunden sind wir wieder beim Camper. Die Höhendifferenz war zwar "nur" 250m, aber die Steilheit und das "Bachbett" als Weg hatten es in sich.
Zum Übernachten fahren wir in den nächsten Ort, nach Arnes, auf den Càmping Els Ports. Bei der Anmeldung meldet Marianne auch Caja an, mit "con perro", Andi ergänzt noch mit "gossos". Die Dame von der Rezeption lächelt und meint "gossos es catalán". Glück gehabt, wir sind noch in Katalonien. Vor dem Camping befindet sich ein Restaurant, welches aber am Abend nur offen hat, wenn sie Gäste haben. Wir reservieren uns einen Tisch für 19 Uhr.
Auf dem Camping sind noch vier andere Camper und weil es Wochenende ist, sind auch diverse Bungalows von spanischen Touristen besetzt.
Beim Nachtessen sind wir die einzigen Gäste. Die Chefin versucht uns in spanisch zu erklären, was auf der Speisekarte steht und was es ist. Die Tochter kocht und bedient uns anschliessend. Das Nachtessen war gut und wir wurden zuvorkommend freundlich bedient.
Diee Nacht ist wieder kühl aber sternenklar.

Am Samstag gehts weiter, wir wollen in den Dels Ports Nationalpark. Auf der Landstrasse fahren wir 12km nach Valderrobres in Aragonien. Dort werden unsere Vorräte wieder aufgestockt und danach gehts noch 8km weiter nach Beceite in die Berge. Das Dorf liegt mehr oder weniger in einer Sackgasse. Es gibt keine richtige Strasse, welche weiter führt von hier. In den NP führen von hier aus diverse Wege. Einer unter anderem in ein scheinbar beliebtes Wandergebiet. Am Ortsausgang werden wir von zwei lokalen Ordnungshüter angehalten und gefragt ob wir auf den Wanderparkplatz wollen, es würde 5€ kosten.
Wir entgegnen, dass wir zum Mont Caro möchten, ob das auch möglich sei? Ah, kein Problem, aber die Strasse sei nicht so einfach für unser Fahrzeug und man braucht eigentlich 4x4.
Da wir vor zwei Jahren die Strecke bereits einmal gefahren sind, erklären wir ihnen die Situation und dass unser Camper 4x4 hat.
Ok, dann ist alles gut, wir dürfen fahren. Er erklärt uns noch den Weg bis zur Abzweigung.
Von dort geht es Offroad durch den Dels Ports NP. Die Strecke ist ca. 40km weit und führt von 610m auf 1250m.
Nach der Abzweigung folgt direkt eine Bachbettquerung. Vor zwei Jahren war der Bach fast ausgetrocknet...
Danach geht es stetig auf Forstwegen bergwärts, entlang einer Schlucht mit Felswänden links und rechts.
Bei der engsten Stelle kommt uns logischerweise ein Auto entgegen, aber mit ein wenig retourfahren kommen wir gut aneinander vorbei. Kurz danach noch ein Motorrad mit Sozius hintendrauf. Wir machen uns schmal. Er hält neben uns und fragt, ob wir englisch oder französisch sprechen. Wir einigen uns auf englisch. Er will wissen, wie weit es noch ist, bis zur normalen Strasse.
Als ehemaliger Motorradfahrer verstehe ich seine Frage. Alleine mit dem Motorrad die Strecke zu fahren ist ein Spass, aber mit Beifahrerin ist es sehr anstrengend und auch gefährlich. Zudem führt mit ihre Fahrtrichtung der längere Teil der Strecke abwärts, was zusätzlich anstrengend ist - bremsen, Vorderrad wegrutschen, auch mit ABS nicht einfach. Und das Gewicht der Sozius, auch wenn sie leicht ist, drückt auch immer von hinten.
Er erklärt uns noch, dass die Strasse sehr eng sei...
Wir verabschieden uns und wünschen ihnen noch gute Fahrt. Beim Wegfahren sieht Andi im Rückspiegel dass es Deutsche waren. Wir hätten auch deutsch kommunizieren können...  
Die Strecke führt weiter bergauf, mal steiler mal weniger, ist aber gut zu fahren. Nach nicht ganz einer Stunde erreichen wir den Platz, wo wir vor zwei Jahren übernachtet haben. Es ist die letzte Möglichkeit ausserhalb des NP zu übernachten. Im Park ist übernachten verboten und wir halten uns an die Vorschriften. Es 15:15 Uhr. Bis nach Caro, dem Ende des Parks sind es noch etwa 30km. Wir beschliessen weiter zu fahren, auch Anbetracht dessen, dass es Morgen regnen könnte.
Etwas später erreichen wir die "Dels Ports NP" und die Regionengrenze Aragonien-Katalonien. zwei Motorradfahrer holen uns ein. Sie geniessen sichtbar den Ritt auf der Kiesstrasse. Auf dem ganzen weiteren Weg sehen wir immer wieder ihre Driftspuren.
Etwas weiter wird auch der höchste Punkt erreicht. Von jetzt an geht es munter rauf und runter. Andi geniesst die Fahrt, der Rest der Equipe weniger... Es hat immer wieder tolle Aussichtspunkte auf Felswände und Schluchten.
Wir haben die Fahrzeit etwas unterschätzt. Bis nach Caro wird es weit nach fünf Uhr sein und es beginnt bereits zu dunkeln. Wir erreichen die Siedlung, welche aus, im Moment, leerstehenden Ferienhäuser und einem Hotel/Restaurant besteht. Wir parken auf einem Parkplatz auf 1100m, übernachten und haben eine sehr ruhige Nacht.
Am Sonntagmorgen ist scheinbar Jagd angesagt. Beim Restaurant treffen sich die Jäger und die Hundeführer.
Neben uns parkt ein Auto, wo zwei Läufer aussteigen und losrennen.
Wir fahren etwas später auf der schmalen, steilen aber geteerten Strasse hoch auf den Gipfel, den Mont Caro. Die zwei Läufer sind mit uns auf dem Gipfel. Tolle Leistung!
Bei schönem Wetter hat man vom Mont Caro einen riesigen Ausblick auf das Ebrodelta, das Meer und den Dels Port NP. Aber es weht ein kalter Wind und unten im Tal hat es Nebel. So suchen wir bald wieder den Schutz von unserem Camper.
Auch die zwei Läufer sind schon lang wieder auf dem Rückweg. Es erscheinen auch noch andere Berggänger auf dem Gipfel, aber auch sie halten es nicht lange aus.
Wieder unten auf der gut ausgebauten Passstrasse geht es über viele Spitzkehren ganz runter ins Tal. Irgendwann tauchen wir in den Nebel ein. Danach erreichen wir Tortosa. Wir machen eine Stadtrundfahrt mit unserem Camper und fahren anschliessend zur offiziellen Camperentsorgung der Stadt.
Von Tortosa geht es auf der anderen Seite wieder hoch auf den 330m hohen Coll de l'Alba zur gleichnamigen Ermita.
Auf der andern Seite geht es steil und eng  nach unten. Auf den ca. 20km Nebenstrasse bis El Perelló fahren wir durch unzählige Olivenbäume und Plantagen.
El Perelló ist bekannt für, unteranderem neben Oliven, guten Honig. Wir stellen uns auf den von der Stadt neu angelegten Stellplatz, wo bereits fünf weitere Wohnmobilen stehen. Die Nacht ist erstaunlich ruhig, obwohl eine Strasse zum Stadtzentrum am Stellplatz vorbei führt.
Am nächsten Morgen vor der Weiterfahrt besuchen wir noch den Laden der Cooperativa Agrícola Sant Isidre del Perelló, mit lokalen Erzeugnissen. Wir erstehen uns Honig und Vermuth.
Von El Perelló fahren wir auf der kurvenreichen Nebenstrasse zum 506m hohen Coll de Fatxes. Kurz nach der Passhöhe machen wir Mittagspause. Danach fahren wir auf der T-311 weiter, über Santa Marina und Pratdip, wo wir wieder auf eine noch unbedeutendere Nebenstrasse nach Colldejou abzweigen. Die Felswände und Berge in der Umgebung sind imposant.
Wir überlegen uns in Colldejou, ob wir hier übernachten wollen. Aber es ist erst 15 Uhr und der Parkplatz hat eine für uns ungünstige Neigung. Also fahren wir weiter auf der T-322 nach Falset. Auf einer Bergkette zählen wir über 50 Windräder.
Auf dem zentralen Stellplatz der Stadt steht nur ein anderer Camper. Wir parken und unternehmen einen Stadtrundgang durch die interessante Stadt. Es weht immer noch ein kalter Wind und so dauert die Stadtbesichtigung nicht so lange.
Nach einer "strengen" Nacht, unser Lieblingshund hat irgendwie den Rythmus fürs Geschäftliche vergessen und will zwischen 2 und 4 Uhr noch einmal eine Runde an die Luft zum Ka... Katzen kontrollieren.
Zufälligerweise ist am Morgen Wochenmarkt. Wir können dem frischen Gemüse nicht widerstehen. Der Rest vom Markt ist wie fast überall - Kleider und Sachen die man nicht braucht.
Danach fahren wir mehr oder weniger direkt runter ans Meer, nach Cambrils. Hier auf dem Camping La Llosa haben wir über Weihnachten einen Stellplatz bis zum 29. Dezember gebucht.
Leider findet das Wetter mehrheitlich statt. Wenn es nicht regnet dann seicht es...
Es gibt zum Glück doch immer wieder trockene Momente und für uns Highlights.
An Heilig Abend wird das Käsefondue (nur Käsemischung, keine Kartonschachtel), welches wir von zu Hause mitgenommen haben, genossen.
Am Weihnachtstag gibt es schon wieder Fondue, Fondue Chinoise mit Solomilo Schweinefilet mit von Marianne selbergemachter Knoblauch- und Tartarsauce.
Am Samstag treffen wir, dank Kontaktvermittlung von Wamine, Hildi und Christian. Da es regnete wurden wir freundlicherweise von den beiden beim Camping abgeholt. Sie produzieren Olivenöl auf ihrer eigenen Olivenplantage. Da das Wetter nicht zu einem Besuch des Olivenhain einlädt, geniessen wir einen gemütlichen Nachmittag bei ihnen zu Hause, diskutieren, trinken Vermuth, essen Oliven und Coca de Recapte, eine Art katalanische Pizza. Danke Hildi und Christian, wir haben den gemütlichen Nachmittag mit euch sehr genossen, trotz des unfreundlichen Wetters. Im Frühjahr werden wir von ihnen mit feinem Olivenöl beliefert.
Am Sonntag ist das Wetter wieder ein bisschen besser, es regnet nur noch leicht zwischendurch. Wir unternehmen einen Spaziergang nach Cambrils und essen Tapas in einem Strassencafé und trinken den üblichen Vermuth dazu.
Am späteren Nachmittag erreichen Beatrice und Markus den Camping. Markus kennen wir vom gleichen Camping vor zwei Jahren und sind seither im losen WhatsApp Kontakt. Sie waren schon weiter im Süden von Spanien und haben schöne, warme Tage erlebt. Jetzt sind sie auf der Heimreise ins Berner Oberland. Da es am Abend kühl ist, verabreden wir uns auf den Morgen zum Frühstück.
Wir treffen uns vor dem vereinbarten Zeitpunkt bei der Entsorgung. Wir machen unseren Camper noch startklar, bevor wir zum Kaffee gehen. Wir werden anschliessend weiterreisen.
Es ist eine gute Unterhaltung und wir haben uns gegenseitig viele Erlebnisse zu erzählen. Kurz vor dem Mittag verabschieden wir uns von den Beiden, mit der Absicht sich im Sommer in der Schweiz wieder zu treffen.
Wir fahren weiter, unser nächstes Ziel ist Peniscola, wo wir Nikie und Pölä treffen. Wir kennen die beiden seit sieben Jahren. Damals haben wir uns ebenfalls auf dem Camping Vizmar in Peniscola getroffen. Nikie und Pölä sind Reisende, zuerst waren sie 17 Jahre mit dem Segelboot unterwegs und seit 20 Jahren mit dem Camper.  
Aber zuerst machen wir noch einen Abstecher zur Cooperativa Agrícola Sant Isidre del Perelló wo wir vor ein paar Tagen unteranderem Vermuth gekauft haben und weil er uns gemundet hat wiederholen wir dies jetzt, allerdings nicht nur einen Liter, sondern drei...
Auf dem Camping gibt es ein freudiges Wiedersehen. Es ist immer schön, Nikie und Pölä zu treffen. Wir plaudern, bei Kaffee und Cookies, gemütlich in ihrem Camper. Nikie wird übrigens im Frühling 90!
Am Abend telefonieren wir mit Moni und Wolli unseren Reisefreunde und Begleiter in Australien und Marokko. Sie waren seit dem Frühling in Kanada und USA unterwegs und waren jetzt im Dezember zu Hause. Am 7. Januar verreisen sie wieder nach Las Vegas zu ihrem Camper. Moni, Wolli gute Reise und wir freuen uns auf ein Wiedersehen im Mai.
Dienstag 30. Dezember 2025 bis Sonntag 4. Januar 2026
Am Dienstagmorgen beschliessen wir spontan noch einen Tag länger in Peniscola zu bleiben. Der Camping ist unterdessen bis fast auf den letzten Platz besetzt, hauptsächlich Franzosen und Deutsche. Es gibt welche, die bleiben bis im März!!! Es ist sonnig angenehm und so sitzen wir gemütlich mit Nikie und Pölä an der Sonne. Später spazieren wir gemeinsam zum Strand und Nikie lädt uns freundlicherweise zu einem vorgeburtstäglichen Apéro ein, Vermuth und Tapas.
Danach "müssen" wir mit Caja an den Strand, dass sie ihre Energie abbauen kann. Sie geniesst es immer wieder, sich im Sand zu wälzen oder am Strand entlang der Wellen zu rennen und wie blöd kläffen.
Zum Nachtessen basteln wir uns eine Pizza mit dem Omnia Backofen.
Am Mittwoch verabschieden wir uns von Nikie und Pölä. Wir wünschen uns gegenseitig gute Reise. Sie werden schon Ende Februar wieder nach Hause reisen.
Nach dem Einkauf und dem Tanken, Dieselpreis €1.18/l, günstigster Preis bis jetzt auf unserer Reise, fahren wir auf der Autobahn südlich Richtung Valencia.
Bei Onda, einer Region wo scheinbar viel Keramikfliessen und solche Sachen produziert werden, finden wir einen, etwas abgelegener Stellplatz für die Silvesternacht.
Wir bruzzeln uns ein Filet Solomio und geniessen die Ruhe. Logischerweise kommt später noch ein Franzose und stellt sich direkt neben uns...
Punkt zwölf Uhr stossen wir auf ein gutes 2026 an. In der Ferne hört man ein Feuerwerk, aber sonst ist es ruhig.
Wir freuen uns schon auf eine ruhige Nacht, als gegen ein Uhr Bumbum Musik hörbar wird... bis morgens um sechs Uhr!!! Das war unsere ruhige Silvesternacht ohne Knallerei...
Nachdem wir endlich ruhig schlafen konnten, wird es am Morgen auch etwas später. Wir frühstücken und geniessen wieder einen sonnigen Morgen. Danach geht es weiter.
Auf der Autobahn fahren wir bis Valencia und von dort westlich ins Landesinnere. Es geht unmerkbar stetig aufwärts. Unser Ziel ist Albacete, aber heute schaffen wir es nicht mehr. Irgendwo in der unendlichen Weite, auf etwa 600m, im Städtchen Mahora finden wir einen Stellplatz direkt neben dem "Tanatorio", einem Bestattungsunternehmen. Bei der Erkundungsrunde treffen Caja und Andi auf eine Gruppe Taubenzüchter. Die Tauben sind farbig markiert und es sieht lustig aus, wenn der Schwarm Tauben herumfliegt, wie Papageie.
Am nächsten Morgen fahren wir noch die 30km bis Albacete. Eigentlich wollten wir auf dem Stellplatz beim Stadion parken und übernachten. Aber auf dem Platz stehen viele "Camper", welche uns nicht so vertrauenswürdig erscheinen.
Andererseits ist der Ort für uns Fussgänger auch weit weg vom Stadtzentrum. Also suchen wir uns einen zentraleren Parkplatz. Nach ein paar Runden finden wir eine Lücke, wo wir rein passen. Die Parkbussenverteilerin meint, es sei ok, obwohl wir ein bisschen länger sind...
Unser Stadtrundgang führt uns über den Weihnachtsmarkt zu der schönen Kathedrale. Im Innern sind schöne Gemälde an der Wand. Weiter vorbei am Museo Municipal de la Cuchillería de Albacete zum Plaza de Toros de Albacete, der Stierkampfarena. Von dort über die Strasse auf den riesigen Platz, das Messegelände der "Feria de Albacete", dem Jahrmarkt, welcher jedes Jahr vom 7.-17. September statt findet, seit mindestens 700 Jahren und eine der ältesten Messen Spaniens ist.
Danach ist Lunch angesagt. Im Restaurante "La Marteña" verspeisen wir vier verschiedene Tapas und Vermuth, unterdessen kontrolliert Caja den Boden und was so runterfällt...
Das Lokal ist sehr gut besucht und der Service ist freundlich und speditiv.
Unsere weitere Stadtbesichtigung führt uns zur Pasaje de Lodares, einer historischen gedeckten Einkaufstrasse nach italienischen Vorbildern. Wir schlendern noch ein wenig durch die Einkaufsstrassen, welche am Nachmittag wegen Siesta geschlossen sind und erreichen wieder den Weihnachtsmarkt und kurz danach unseren Camper.
Albacete war hübsch, aber wird jetzt nicht auf unserer Highlightliste erscheinen.
Der Weg führt uns weiter westwärts, durch die unendlichen Weiten der Region um Albacete. Auf der N-322 fahren wir 18km schnurgerade aus, ohne Erhebung und ohne Richtungsänderung. Wir fühlen uns fast wie in Australien in der Nullarborplaine. Einzige "Hindernisse" sind zwei Brücken über Bewässerungskanäle. Nach etwa 15 Minuten weckt uns der Spurhalteassistent von unserem Fahrzeug mit seinem blöden piepsen aus unseren Träumen von Downunder... ;-)
Danach geht es, immer noch auf der Fernstrasse N-322, entlang vom Rio del Jardin stetig aufwärts, bis wir nach weiteren 40km den Ort Robledo auf 1000m Höhe erreichen. Im örtlichen Supermercado erstehen wir uns noch ein paar Kleinigkeiten und Trinkwasser, das Wasser ab dem Hahn kann man an vielen Orten in Spanien nicht trinken, da es sehr chlorig ist. Danach stellen wir uns auf den örtlichen Stellplatz, etwas ausserhalb vom Dorf, beim Casas Rurales la Estación de Robledo, dem ehemaligen Bahnhof, an einer Eisenbahnstrecke von Linares (Jaén) nach Utiel (Valencia), welche nie eröffnet wurde. Heute führt der Fernwander- und Fahrradweg "Don Quijote" auf dem Trassee hier vorbei.
In der Nacht auf Samstag testet Caja wieder einmal die Belastbarkeit der Nerven der Chefs, respektive ihrer hinteren Körperöffnung...
Nach erledigtem Geschäft haben danach alle ihre Ruhe.
Am Morgen ist der Himmel bedeckt und regnerisch. Wir fahren nach Alcaraz (nicht Alcatraz), kaufen Lebensmittel für die nächsten Tage und kontrollieren anschliessend beim Durchfahren des Städtchens noch kurz, ob unser Camper bei einer signalisierten Höchstbreite von 2m auch durch geht... passt... aber wir müssen die Ohren (Seitenspiegel) einklappen!
Danach fahren wir durch die Sierra de Alcaraz, über die Pässe Puerto del Barrancazo 1430m und Puerto de las Crucetillas 1480m, welche bei der Zweiradpedalenfraktion scheinbar beliebt sind. Nach einem weiteren "Nonamepass" erreichen wir Molinicos. Der Ort mit der Olivenmühle ist nicht speziell sehenswert, bemüht sich aber gleichwohl, für den Wander- und Biketourismus attraktiv zu sein. Wir erkunden den Ort und bleiben über Nacht auf dem zentralen, ruhigen Stellplatz. Neben uns stehen am Abend auch noch zwei spanische Camper.
Beim Nachtessen geht beim Zubereiten der zweiten Runde Tortillas, das Gas aus... wenigstens können wir mit der Restwärme der Pfanne die Tortillas noch warm fertig essen.
In der Nacht um drei Uhr, wir können unterdessen die Uhren richten, findet Caja es wieder interessant, auch in Molinicos ihr Denkmal zu setzten... Ab Morgen werden die Fütterungsmengen geändert...
Am Sonntagmorgen begrüsst uns ein regnerischer Himmel. Nach der Morgenrunde mit Caja wechselt Andi die Gasflasche. Leider muss man immer den halben Laderaum vom Camper ausladen, damit man an die Gasflasche kommt. Ein Naturgesetz besagt auch, dass es bei einem Gasflaschenwechsel regnet...
Nach dem Mittag fahren wir weiter. Unser nächstes Projekt ist, die Sierra de Segura zu durchqueren. Aber die Wettervorhersage für Sonntag und Montag ist auf der nassen Seite. Daher eilt es uns nicht speziell, heute weit zu kommen. Wir beschliessen Yeste als nächstes Ziel, um mit der Fahrt unsere Batterien zu laden, weil von unseren Solarpanels kommt heute nichts...
In Yeste telefonieren wir mit Andis Mutter, welche heute ihren 94. Geburtstag feiern kann.
Nach dem lustigen Telefonat fahren wir weiter durch die nebligen, verregneten Berge und Wälder über die kurvenreiche, schmale Strasse und wissen irgendwann nicht mehr recht, wo wir überhaupt sind.
Nach einem Stopp und Kontrolle der Karte und rauszoomen beim GPS ist unser Standort wieder klar. Wir fahren weiter um den Embalse de la Fuensanta. Beim Einfluss des Rio Tus in den Stausee befindet sich eine Hängebrücke für Fussgänger. Da Caja sowieso noch einen Nachmittagsspaziergang zu Gute hat, nehmen Andi und Caja den Weg zur Hängebrücke unter ihre sechs Füsse. Der Gehweg über die Brücke besteht aus einem Gitterrost. Man sieht also immer den Grund weiter unten. Der Steg führt etwa auf 30m über den Fluss und dazu schwankt das Ganze noch! Caja schafft es problemlos, sie kämpft eigentlich nur mit dem Gitterrost, welcher unangenehm zum Laufen ist mit ihren Pfoten.
Die beiden Explorer sind wieder zurück beim Camper, bevor die Luftfeuchtigkeit wieder stark erhöht ist, respektive beim Autofahren Scheibenwischer benötigt werden.
Auf Park4Night haben wir ganz in der Nähe einen Stellplatz bei einem Haus gefunden.
Der Besitzer ist Holländer und wohnt erst seit einem Jahr hier. Sein Business mit Ferienwohnung und Camperstellplatz scheint zu funktionieren, er sei gut ausgebucht. Vor allem im Sommer, wenn es in den Sierras nicht so heiss ist. Man kann wandern und im nahen Stausee baden, wenn er bis dann wieder Wasser hat. Dazu hat er noch 68 Olivenbäume auf dem Grundstück, welche ihm aber ein lokaler, spanischer Olivenbauer pflegt und betreut.
Wir bleiben hier über die Nacht. Zum Znacht gibt es Hörnli und Ghacktes.
Das Wetter ist weiter wechselhaft und regnerisch, aber dafür kann er ja nichts.
Montag 5. bis Sonntag 11.01.2026
Am Montagmorgen ist das Wetter nicht viel besser. Es ist immer noch neblig und regnerisch. Wir verschieben unseren Trip durch den "Parque Natural de las Sierras de Cazorla, Segura y Las Villas", dem größten Schutzgebiet Spaniens und dem zweitgrößten in Europa, bis die Verhältnisse wieder besser sind.
Wir fahren nach Elche de la Sierra, einer typischen spanischen Kleinstadt, enge Gassen, nichts spezielles zum Anschauen und alles sieht wie ausgestorben aus, aber überall stehen Autos. Auf dem lokalen Stellplatz entleeren wir Abwasser und WC. In Letur hat es einen Campingplatz, welcher das ganze Jahr geöffnet sein soll. Wir denken, dass wir vielleicht zwei Nächte dort bleiben könnten. Leider ist der Camping aber im Winterschlaf und so kurven wir halt die 30km wieder zurück nach Elche de la Sierra. Ausser uns steht nur noch ein Franzose auf dem Stellplatz.
Am Dienstag ist Dreikönigstag, ein Feiertag in Spanien, aber Andi kann auf dem morgendlichen Spaziergang mit Caja doch ein frisches Brot ergattern. Das Wetter ist auch wieder besser, sogar sonnig, so beschliessen wir in die Sierra de Segura zu fahren.
Es geht wieder hoch nach Yeste, wo wir vor zwei Tagen bereits vorbei gekommen sind. Von dort folgen wir der Nebenstrasse AB513 nach Arguellite und Alcantarilla durch die Berge. Später erreichen wir den Rio Segura, welcher hier die Grenze zwischen Kastilien la Mancha und Andalusien bedeutet. Bei Las Juntas de Miller macht der Rio Segura einen Knick und führt in einem schroffen Tal in den Parque Natural. Der Weg ist geteert, schmal aber gut fahrbar. Es hat viele kleine und kleinste Olivenplantagen am Weg. Wir staunen, dass in diesem abgelegenen Tal so viele Olivenbauern ihrer Tätigkeit nach gehen.
Langsam rennt uns die Zeit davon, es ist schon vier Uhr und wir sind noch weit weg von einer Übernachtungsmöglichkeit (im Park darf man nicht übernachten). Beim Weiler La Toba wollten wir auf einer zwar asphaltierten, aber nicht qualifizierten Bergstrasse nach Santiago de la Espada hoch fahren. Wir verpassen die Abzweigung und müssen auch feststellen, dass es vielleicht gefährlich gewesen wäre. Die Berge sind leicht schneebedeckt und es ist unter Null. Der Weg führt am Nordhang 11.6km durch steiles Gelände, mit 640m Höhendifferenz, auf 1560m hoch.
Wir folgen weiter der Strasse entlang vom Fluss stetig aufwärts. Nach etwa 25km erreichen wir auch auf diesem Weg die Strasse auf der Bergkette. Nach weiteren 10km erreichen wir die "Cumbre De Pontones", eine Schinkentrocknerei, bei welcher man auch über Nacht auf dem Parkplatz stehen darf. Der nette Besitzer zeigt und erklärt uns die verschiedenen Leckerbissen. Natürlich kaufen wir auch von dem feinen Jamon. Als er merkt, dass wir Schweizer sind, erzählt er, seine Tochter war letztes Jahr ein Semester in der Schweiz, in Olten, zum Studieren.
Wir können noch einen wunderschönen Sonnenuntergang geniessen. Caja hat allerdings mehr Interesse an den Spuren von den Wildschweinen.
Die Nacht ist sehr kalt auf 1480m. Am Morgen zeigt das Thermometer -4°C.
Am nächsten Morgen begrüsst uns ein wunderschöner Sonnenaufgang. Wir fahren weiter nach Santiago de la Espada um wieder einmal einzukaufen und zu tanken.
Die nächste Etappe führt uns entlang der Sierra Segura, zuerst noch ein paar Kilometer auf geteerter Strasse. Nach dem letzten Dörfchen Don Domingo beginnt die Gravelroad. Wir folgen dem JF-7045 stetig aufwärts, über einen kleinen schneebedeckten Pass auf 1730m. Auf der Nordseite hat es mehr Schnee. Der Weg ist allerdings noch gut fahrbar. Es geht wieder ein bisschen runter, bevor es zum nächsten Übergang hoch geht. Hier hat es deutlich mehr Schnee. Unser 4x4 fährt problemlos durch den Schnee aufwärts. Nach einer Kuppe stehen wir vor einem riesigen Schneefeld. Die Spuren von anderen Fahrzeugen sind tief. Wir halten, steigen aus und spazieren bei schönstem Sonnenschein, aber eisigem Wind, ein Stück dem Weg entlang auf der Hochebene. Caja geniesst es, im Schnee herum zu rennen und sich zu wälzen.
Der Schnee ist tief und die Spuren gefroren. Da wir den weiteren Wegverlauf in der Ferne nicht wirklich erkennen können und keine Lust auf Schneeketten montieren haben, wenden wir auf 1750m. Beim Wenden müssen wir achten, dass wir nicht im Tiefschnee einsinken.
Wir fahren etwa 8km zurück, wieder über den kleinen Pass, welcher von der Nordseite mehr schneebedeckt ist als bei der Hinfahrt von der Südseite, aber unser Sprinter spurt sich souverän durch das kurze Schneefeld.
Bei der Kreuzung folgen wir einem Bachlauf, welchen wir x-Mal durchqueren, mit mehr oder weniger Wasser.
Danach führt der Weg wieder über eine Hochebene mit matschig, sumpfigen Gelände. Irgendwann stehen wir vor einem 20-30m langen Morast mit verschiedenen, zum Teil tiefen Spuren durch oder um den Sumpf.
Da es leicht gefroren ist, beschliessen wir links um das Dreckloch eine neue Spur zu ziehen. Hoffentlich sinken wir nicht ein... Unser Sprinter zieht problemlos durch den Morast. Dank der Bodenfreiheit schaffen wir es auch noch ohne Berührung über die Steinbrocken am Rand vom Matsch. Puuuah das war knapp... Hoffentlich müssen wir nicht wieder wenden...
Weiter geht es über die Hochebene mit der atemberaubender Landschaft, den Hügel auf der rechten und den Bergen auf der linken Seite. Dazu die mystische Stimmung mit unterdessen grauem Himmel, welche schon tief am Horizont ist.
Zehn Kilometer nach der Abzweigung, etwa eine Stunde später oder 18km nach dem Umkehren auf 1750m, erreichen wir ein Refugio. Die Schutzhütte haben wir beim Wenden im Schnee schon auf Googlemaps entdeckt gehabt, aber visuell nicht gesehen. Wir sind nur 1.6km vom Ort, wo wir Umgekehrt sind, entfernt und wieder auf dem gleichen Weg JF-7045. Wir hätten uns "nur" etwa 500m durch den Schnee kämpfen müssen aber vielleicht wären wir auch stecken geblieben...
Wir müssen uns ein bisschen sputen, es sind immer noch 35km bis zum Ende des Tracks. Die Piste wird aber auch besser zum Fahren, trocken und keine grossen Löcher mehr. Unterdessen bräuchte man keinen Allrad mehr.
Irgendwann erreichen wir die Schranke vom Park. Zwischen 21 und 9 Uhr darf man nicht durch den NP fahren.
Die Szenerie ändert sich und die Sonne zeigt sich auch wieder. Wir sind am Rand der Hochebene und nun geht es wieder ein paar hundert Meter runter ins Tal. Man hat ein tolles Panorama auf die Berge der Sierra Segura. Hier hat es auch Parkplätze, Rastplätze und Wanderwege. Wir sind nahe beim Parkeingang von Vadillo Castril.
Unterdessen beginnt es zu dämmern. Wir überqueren noch den Puerto de Las Palomas und fahren runter nach La Iruela, auf den Stellplatz gerade bevor es Dunkel wird.
Heute haben wir eine tolle, 65km lange, Offroadtour genossen. Sensationelle Aussichten, Wetterstimmungen und Panoramas waren unbeschreiblich. Wir sind auf dem ganzen Weg keinem Menschen begegnet.
Beim Wenden im Schnee und beim Durchqueren vom Morast ist der Fahrer schon leicht nervös geworden, wegen steckenbleiben und so, aber sonst war es eine problemlose Fahrt und unser Camper hat sich bewährt.
Tage drei im "Parque Natural de las Sierras de Cazorla, Segura y Las Villas".
Wir fahren wieder hoch auf den Pass Puerto de Las Palomas geniessen auf der Nordseite den Ausblick auf die unendlichen Olivenplantagen bis zum Horizont. Wir sind hier in der Region von Jaén, welches auch als "Welthauptstadt des Olivenöls" bekannt ist und allein etwa die Hälfte der spanischen und einen großen Teil der weltweiten Produktion ausmacht. Es ist faszinieren und unglaublich, wie viele Bäume es hat und welche Arbeit dahinter steckt.
Auf der andern Seite vom Puerto bestaunen wir die Aussicht in die Berge von den Sierra Segura und den PN.
Wir fahren wieder zum "Endpunkt" unseres gestrigen Tracks. Ab hier folgen wir dem Weg JF-7092 südwestlich weiter in die Sierra Segura. Die ersten Kilometer sind gut fahrbar und es befinden sich wieder diverse Parkplätze für Wanderer am Weg. Wir kommen zur Kreuzung Richtung Quesada oder Pozo Alcón. Wir wollen nach Pozo Alcón und sind erstaunt, dass der Weg so deutlich markiert ist. Es geht wieder höher und höher. Irgendwann ab 1400m kommt man wieder in schneebedeckte Abschnitte, aber nichts spezielles. Die Aussicht auf die umliegenden Berge und die Sicht ins Tal sind wieder überwältigend. Es geht weiter durch bewaldetes Gebiet aufwärts. Irgendwann steht ein BMW mit Sommerpneus auf dem Weg und keine Person weit und breit. Wir staunen, wie man mit so einem Fahrzeug bei diesen Wegverhältnissen so weit fährt. Die gefrorene Fahrspur weist schon zum Teil tiefe Geleise auf und in der Mitte vom Weg ist der Schnee ebenfalls hart... Wir haben uns nicht geachtet, wie der Frontspoiler ausschaut.
Nach rufen und hupen kommen von weiter hinten zwei Girls angekeucht. Sie haben hier scheinbar gewendet und sind zu Fuss noch ein Stück weiter gelaufen. Sie entschuldigen sich und fahren ein wenig zur Seite und wir können passieren.
Ein Stück weiter begegnen wir noch zwei weiteren Girls, welche zur BMW Truppe gehören.
Wir pflügen uns noch ein Stück weiter durch den Schnee, bevor es auf 1730m wieder ein wenig steiler wird und mehr Schnee auf dem Weg liegt. Andi rekognosziert wieder zu Fuss, ob man weiter fahren könnte. Aber die Chance auf steckenbleiben ist zu hoch und wir wissen nicht, wie weit nach oben es noch geht. Die Spuren von andern deuten auf Schneeketten... aber Andi will nicht kettelen, obwohl eigentlich die Sonne scheint und es gar nicht so kalt ist!!!
Wir wenden auf engster Fläche, um ja nicht einzusinken und fahren wieder retour und geniessen die Aussicht von der anderen Fahrtrichtung. Den BMW treffen wir nicht mehr.
Wieder unten bei der Kreuzung nehmen wir den Weg nach Quesada, weil dieser Track nicht so hoch hinauf geht. Dieser Weg führt hauptsächlich durch den Wald und nie durch Schnee, obwohl es auch über 1500m geht aber immer auf der Sonnenseite. Es gibt auch wenig Orte, wo man Panoramas geniessen könnte.
Auf der anderen Seite weiter unten hat es einen Lookout auf die gegenüberliegende Felswand, Mirador del Desfiladero del Chorro. Von hier kann man Geier beobachten. Mit dem Feldstecher sieht man sie in ihren Nester und wie sie an- und wegfliegen und über einem kreisen immer ein paar "Segelflieger".
Auf der Runterfahrt sehen wir auch mehrmals Hirsche und Steinböcke. Sie lassen sich nicht gross stören, wahrscheinlich sind sie sich an den Verkehr gewönnt, obwohl wir auf dieser Seite eigentlich niemandem begegnet sind.
Weiter unten kommen wir wieder in die unendlichen Olivenhaine. Unser Tagesziel ist der Stellplatz in Quesada.
Sobald die Sonne wieder runter gegangen ist, wird es kalt. Wir erkunden noch kurz die Stadt und Caja wo es Katzen hat. Die Hauptstrasse durch den Ort wird mit Lichtsignal geregelt, da zwei Fahrzeuge sich nicht kreuzen können. Die Seitengassen sind noch enger. Im ältesten Teil des Städtchens sind die Gassen nur noch zu Fuss passierbar, aber schön dekoriert.
Die Nacht ist ruhig und kalt.
Am Morgen sind wir im Nebel. Wir fahren hoch, durch wahrscheinlich sehenswerte Landschaft, zur Puerto de Tíscar.
Auch auf der anderen Seite sieht man nicht viel. Irgendwann passieren wir das Santuario de Tiscar. Es gäbe auch hier sehr schöne Aussichten...
In Pozo Alcón kaufen wir Vorräte fürs Weekend. Wir wollen das Wochenende am Stausee "Embalse de Negratín" auf dem Camping Rural La Cabañuela verbringen.
An der Playa De Freila sieht man am gegenüberliegenden Ufer die Chimeneas de las Hadas del Negratín, geologische Felsformation.
Wir geniessen die Ruhe auf dem Camping und unternehmen kurze Spaziergänge mit Caja an den Stausee und erfreuen uns an der Aussicht in die Natur.
Wir lernen nette Leute kennen.
Das ältere Schweizer Paar, beide ü80, welches in Villingen-Schweningen wohnt und heute mit einem gemieteten Camper unterwegs ist, früher aber ein grösseres Modell durch die Landschaft fuhr. Er arbeitete bei einer grossen Schweizerbank und konnte sich vor 26 Jahren mit 57 Jahren pensionieren lassen.
Oder das Paar aus dem Waadtland, welches zu Hause alles verkauft hat und seit 18 Monaten unterwegs ist und das Leben geniesst. Der Mann arbeitet allerdings immer noch im "Homeoffice".
Sandra und Jost aus Stäfa sitzen im Restaurant am Nachbartisch. Jost hat uns eigentlich überzeugt, dass wir auch auswärts Essen gehen sollten. Wir haben ein gutes Gespräche mit den Beiden. Sie sind 2 Monate mit ihrem Camper unterwegs. Vielleicht treffen wir sie ja wieder auf unserer weiteren Reise, sie haben eine ähnliche Route. Es war angenehm mit ihnen und es würde uns freuen.
Oder der "coole Typ" Alex mit dem kleinen Hund Luna. Im Gespräch stellt sich heraus, dass er Däne ist und eigentlich in der Nähe von Marbella wohnt, aber eine Auszeit brauchte. Er arbeitet allerdings seit vier Monaten von hier. Er verlor seine sechzehnjährige Tochter vor sechs Jahren in Dänemark bei einem Verkehrsunfall und ist danach nach Spanien ausgewandert. Er fährt Übermorgen wieder in den Süden.
Es ist interessant, wie man immer wieder spannende Menschen kennen lernt. Wir glauben, im Sommer mit vielen Touristen, kommt man weniger in Kontakt zu anderen Reisenden.
Wir besuchten zwei Mal das Restaurant vom Camping. Das Essen ist sehr gut und die Bedienung freundlich. Wir geniessen es und finden, wenn auf einem "so abgelegenen" Camping mit relativ wenig Gästen ein Restaurant offen ist, muss man die Betreiber unterstützen.
Am Montag geht es wieder weiter. Nächstes Ziel ist die Gorafe-Desert.
Montag 12. bis Sonntag 18.01.2026
Am Montag beschliessen wir zuerst auf den Berg Cerro Jabalcón, welchen wir vom Camping aus sehen, zu fahren.
Nach ein paar Umwegen finden wir endlich den Weg nach oben. Das Strässchen ist schmal und steil aber gut fahrbar, manchmal ein bisschen exponiert, aber kein Problem. Auf dem Berg befinden sich an drei verschiedenen Orten Antennen. Bei den mittleren Antennen und einer Absprungrampe für Gleitschirme und Hängegleiter in nördlicher Richtung halten wir und geniessen die wunderschöne 360° Rundsicht auf die Desierto de Gorafe, auf den Stausee Embalse de Negratín, im Süden die Sierra Nevada und Sierra de Baza, im Norden die Sierra de Castril, Sierra Segura und den markanten Cima La Sagra.
Nach einem kleinen Imbiss fahren wir 500m weiter zum Gipfel mit der "Ermita de la Virgen de la Cabeza" und auch hier wieder ein paar Antennen auf 1492m. Wir parken unterhalb auf dem Parkplatz und spazieren die 400m hoch zum Gipfel. An der einen Antenne hängen zwei Techniker in luftiger Höhe und installieren irgend Etwas. Auch hier die gleiche schöne Aussicht.
Ein anderer Servicetechniker, welcher an der Ermita eine neue Videoüberwachung installiert, öffnet uns freundlicherweise die Tür. Die jetzige Kapelle wurde erst 1960 gebaut und ist bescheiden, mit ein paar Bänken und einem kleinen Altar. Der Ort ist scheinbar die älteste Pilgerstätte der Provinz.
Wir erfreuen uns noch ein paar Momente an dem schönen Ausblick in die Sierras, Caja kläfft unterdessen ein wenig die Drohne vom deutschen E-Biker an, welcher kurz anwesend war.
Danach geht's wieder runter zum Camper und zum dritten Antennenstandort auf dem Cerro Jabalcón.
Auch hier, tolle Aussicht und eine Informationstafel, wie die Region Erdgeschichtlich entstanden ist.
Wir spazieren zurück zum Auto und beim Runterfahren entscheiden wir uns, dass wir auf dem Berg übernachten wollen, obwohl erst drei Uhr gewesen ist.
Bei der Absprungrampe in südlicher Richtung für Hängegleiter und Gleitschirme auf 1348m befindet sich ein grosser, relativ flacher Parkplatz mit Feuerstelle, Steintisch und einem offenen Unterstand. Wir richten uns ein, sitzen auf unseren Stühlen an die Sonne, hören den Techniker an der Antenne zu und geniessen die Wärme bis zum Sonnenuntergang.
Die Nacht ist ruhig, aber kalt. Bei der Pinkelrunde um elf Uhr mit Caja ist es stockdunkel, mit einem sensationellen Sternenhimmel. Wegen der Kälte ist das Sternegucken rasch wieder vorbei.
Am Morgen ist es wieder schön. Wir sind uns einig, dies war wieder einmal ein spezieller Übernachtungsplatz.
Anschliessend fahren wir das schmale Strässchen wieder runter. In halber Höhe zweigt ein Weg ab, welcher rund um den Berg führt. Wir folgen ihm und erfreuen uns an den Blicken ins Tal. Wir sehen wieder Geier und auch Steinböcke.
Ziemlich genau auf der Gegenseite, von wo wir übernachtet haben, befindet sich ein Lookout mit einer "Sternebeobachtungsstation". Hauptthema ist der Grosse Bär, der Polarstern und noch ein paar weitere Sternbilder vom nördlichen Firmament.
Weiter am Weg befindet sich das Felsloch "Ojo de la Heredad".
Danach geht es endgültig runter nach Zújar und von dort auf der Landstrasse zum Staudamm "Embalse de Negratín".
Wir spazieren auf den Damm und staunen über den tiefen Wasserstand. Wir haben aber auch gehört, dass der Höchststand erst im Frühling erreicht wird.
Nach der Mittagspause fahren wir weiter zum Desierto de Gorafe. In der Kurve, bevor die Strasse ins Tal hinunter nach Gorafe führt, zweigt die Offroadstrecke ab. Am Eck ist ein "Stellplatz" für die normalen Camper. Zuerst fahren wir durch Obstplantagen, bevor wir am Abgrund zum Desierto stehen. Eine Hinweistafel macht klar, dass nur noch 4x4 Fahrzeuge weiter fahren sollten.
Unser Gorafeabenteuer kann starten. Zuerst führt der Weg auf einem betonierten Band auf einer Krete weiter. Ohne Beton wäre der Weg wahrscheinlich nicht lange passierbar. Links und rechts geht es steil runter. Nach etwa einem Kilometer ist dann fertig mit befestigtem Untergrund. Durch den Regen der letzten Zeit ist der Boden weich und es hat viele morastige Stellen. Nicht einfach zu fahren aber halt einfach Offroadspass!
Der Weg führt auf einem Bergrücken auf etwa 1000m in die Desierto hinein. Die Ausblicke und Panoramas auf beide Seiten in die Badlands, Schluchten und farbigen Felsen sind überwältigend und faszinierend. Der Weg geht kontinuierlich leicht abwärts. Irgendwo spaziert eine Frau auf dem Weg, wir halten nicht, weil wir gesehen haben, wie sie mit zwei entgegenkommenden Fahrradfahrer gesprochen hat und uns freundlich zu winkt. Ums nächste Eck, auf einem Felsvorsprung steht ein Expetitionsfahrzeug mit holländischem Kennzeichen. Im weiteren Verlauf vom Weg nehmen wir an, anhanden der Spuren, dass die Holländer von der anderen Seite gekommen sind. Wahrscheinlich musste sich die Frau von der, uns noch bevorstehenden, Fahrt erholen...
Etwas weiter folgt ein riesiges Morastloch. Sch... hier möchten wir nicht stecken bleiben. Wir beschliessen möglichst am linken Rand durch den Sumpf zu fahren, da sind die Spuren am wenigsten tief. Marianne umläuft das Loch, um die Fahrt zu dokumentieren.
Das mit Aussen rum funktioniert nur halbwegs, schon nach kurzem Weg rutscht unser Camper quer in die Sosse... und in die tiefe Spur, aber unser Sprinter schafft es problemlos aus dem Morast und alle sind glücklich. So hat es noch weitere Sumpfstellen, aber keine mehr so gross und so tief wie das letzte Loch.
Um etwa vier Uhr oder nach sechseinhalb Kilometer auf etwa 790m Höhe biegt der Weg ab und führt runter ins Tal. Wir denken, bei der nächsten guten Möglichkeit übernachten wir. Etwas weiter unten, auf 740m befindet sich ein grösserer Platz in einer Senke, wo wir rein fahren. Der Himmel ist unterdessen ziemlich bewölkt und wir wollen den Regenradar kontrollieren, aber hier hat man keinen Handy-Empfang. Marianne läuft mit Caja ein Stück auf dem Weg weiter um zu erkunden, ob der Empfang ausserhalb der Senke besser sei. Aber sie ist bald wieder zurück, der Track ist extrem lehmig und der Dreck klebt brutal an den Schuhen.
Von hier sehen wir bis auf den Talgrund und so wir fahren weiter, es sind ja nur noch ein paar Kehren bis ganz nach unten. Aber der Untergrund ist schwierig zum Fahren. Der feuchte Lehm klebt extrem an unseren Reifen und ist zudem sehr rutschig. Bis zur ersten Spitzkehre geht es noch knapp. Danach rutschen wir mit den hinteren Räder immer wieder in die tiefen Spuren der anderen Fahrzeuge. Zum Glück haben wir genug Bodenfreiheit, dass wir nicht auf den Steinen und Felsen aufschlagen. Aber die Kehren sind extrem schwierig zu fahren. Die engen Kurven hängen nach innen und weil die Hinterräder nicht den Vorderräder folgen, sie rutschen immer seitlich abwärts davon und wir stehen falsch in der Kurve.
Es sind ja "nur" sieben Spitzkehren auf einen Kilometer Weg und 100 Höhenmeter.
In einer Spitzkehre hat es genau im Scheitelpunkt einen tiefen Graben, auf welchen wir wieder zu rutschen. Andi hält an, steigt aus und betrachtet die Situation. Wenn wir mit eingeschlagenem Vorderrad rein fahren, kann der Camper kippen und wenn uns das Hinterrad rein rutscht, bleiben wir wahrscheinlich stecken und stehen mit dem Unterboden auf.
Andi legt den Rückwärtsgang ein, um mehr Abstand zum Loch zu gewinnen. Erstaunlicherweise greifen die Räder gut, respektive der Lehm wird beim kurzen Spulen abgestreift. Dadurch haben wir wieder Grip und können das Loch umfahren.
Wir rutschen weiter den Lehmhang herunter. Der Lastwagen hat eine tiefe Spur gelegt und so rutscht unser Hinterteil immer wieder in die tiefen Geleise. Bei den Gegenlenkbewegungen greift der elektronische Spurassistent "korrigierend" ein und es ist extrem schwierig das Fahrzeug auf Kurs zu halten. In der nächsten Kurve rutschen wir wieder fast raus. Auch hier retten uns, zwei Mal ein paar Meter rückwärts zu fahren.
Mit viel Glück schaffen wir es bis runter in Tal, ins ausgetrocknete Bachbett. Bei normalen Verhältnissen, sprich trockenem Lehm, wäre der Weg, trotz der tiefen Gräben, kein grösseres Problem für uns gewesen.
Wir sind erleichtert und froh, das Tal erreicht zu haben, aber jetzt müssen wir auf der anderen Seite wieder hoch...
Der Track führt ab hier etwas mehr als einen Kilometer im trockenen, sandigen Bachbett. Danach geht es eine steile Rampe hoch aus dem Bachbett. Ein paar Meter weiter erreichen wir eine gekieste Piste, welche aus der Schlucht hoch führt.
Oben beim Mirador Los Coloraos, nach einem weiteren Kilometer und 60 Höhenmeter, stellen wir uns auf den Parkplatz und trinken einen GROSSEN Schnaps... Hier bleiben wir über die Nacht. Für 13km benötigten wir 2½ Stunden!
Dieser Track und vorallem die Verhältnisse waren jetzt echt am Limit für das Fahrzeug und unsere Nerven!
Am nächsten Morgen ist der Himmel bedeckt und es sieht nach Regen aus. Die Wettervorhersage sagte eigentlich sonniges Wetter voraus...
Wir beeilen uns, um die Rückfahrt antreten zu können. Die Piste ist angenehm zu fahren, es sieht aus, als ob sie erst vor kurzem neu angelegt wurde. Wir machen noch einen Abstecher zu einem zweiten Mirador Los Coloraos mit Blick auf die imposanten farbigen Felsen.
Ab hier würde ein weiterer Offroadtrack in die Schlucht runter führen. Wegverhältnisse ähnlich "gut" wie gestern... Wir kommen nicht einmal auf die Idee, diesen Track zu fahren.
Das Wetter hat unterdessen auf sonnig gewechselt. Der Rückweg nach Gorafe wird aber nicht einfacher. Da wo der Weg steiler wird, hört die schöne Piste auf und es hat wieder Gräben und in den schattigen Abschnitten ist der Lehm feucht und rutschig. Aber bergauf zieht unser Sprinter problemlos durch die heiklen Passagen. Nach etwa 1½ Stunden sind wir wieder oben am Rand der Desierto de Gorafe. Vom Lookout kann man fast die ganze Wüste überblicken und den etwa 29km langen Rundkurs noch einmal "nachverfolgen". Die extreme Trockenheit und Jahrtausende von Erosionen bildeten diese besonderen Schluchten, Gesteins- und Felsformationen der Badlands der Desierto de Gorafe.
Die Landschaft ist sehr eindrücklich und die Farben von Gestein und Felsen ändern je nach Lichtverhältnissen.
Nachträglich haben wir festgestellt, dass Pistenkuh, unser Reiseführer in Marokko, den Track auch gefahren ist, aber in umgekehrter Richtung und bei guten Pistenverhältnissen.
Zum Übernachten fahren wir nach Quadix. Die Stadt mit über 18'000 Einwohner ist bekannt wegen der Kathedrale, welche in etwa 200 Jahren Bauzeit errichtet wurde und dadurch diverse Baustile ihrer Zeit abbildet, von Gotik über Renaissance zu Barock. Marianne besichtigt das schöne Bauwerk, während Andi und Caja die Kirche von aussen bestaunen.
Als Zweites ist das Höhlenquartier, Barrio de las Cuevas, zu erwähnen. In Quadix gibt es mehr als 2000 Höhlenhäuser (man weis es nicht so genau) mit etwa 7000 Bewohner. In den Höhlenwohnungen herrschen immer etwa die gleichen Temperatur, im Sommer kühl - im Winter angenehm um 20°C. Wir besichtigen eine Wohnung und der Führer erklärt uns alles. Das Haus sei von seinen Grosseltern. Sie wohnten mit Schafen, Esel und Hühner in der Höhle. Es gibt keine Türen zwischen den Räumen, nur Vorhänge und die Lüftung oder Luftzirkulation geschieht über zwei Kamine. Er hätte hier früher seine Sommerferien verbracht. Er ist in Köln aufgewachsen und ist mit Dreissig hierhin ausgewandert.
Aus Naturschutzgründen dürfen keine neuen Häuser mehr gegraben oder bestehende erweitert werden. Das hält die Bewohner allerdings nicht zurück, ihre bestehenden Wohnungen verbotenerweise bei Bedarf um einen Raum zu vergrössern. Dabei kommt es immer wieder vor, dass man bei den Grabarbeiten in der Nachbarwohnung landet, welche wahrscheinlich auch unerlaubterweise vergrössert wurde...
Wir stellen uns anschliessend in die hinterste Ecke vom grossen Marktplatz, welcher als "offizieller" Stellplatz der Stadt deklariert ist, ursprünglich waren sechs Plätze markiert. Heute stehen über dreissig Womos auf dem Platz...
Am Donnerstag fahren wir bei schönstem Sonnenschein Richtung Granada. Unser Plan ist, in Stadtnähe zu übernachten und am Freitag Granada zu besuchen. Die Alhambra haben wir nicht unbedingt auf unserer Liste. Es stinkt uns, Tickets online auf einen bestimmten Zeitpunkt zu kaufen und mit hunderten anderen Touristen die Sehenswürdigkeit anzuschauen.
Wir entscheiden uns für einen Stellplatz auf unserer App. Auf der Fahrt dorthin sehen wir einen Wegweiser zum Camping Alto de Viñuelas. Wir entscheiden uns spontan, diesen Platz an zu steuern, gemäss Homepage ist er im Winter offen. Er liegt in den Bergen nördlich, oberhalb von Granada und man hat eine schöne Aussicht in die Sierra Nevada. Den Sonnenuntergang können wir noch auf unseren Stühlen vor dem Camper mit einem Apéro geniessen, danach wird es kalt und später beginnt es zu regnen.
Am nächsten Morgen regnet es immer noch und die Vorhersage für die nächsten Tage ist regnerisch.
Wir kurven runter nach Granada. Es giesst wie aus Kübeln, unser Fahrzeug wird wieder einmal gewaschen. All die mühsam angespritzen Dreckspritzer der Desierto de Gorafe, bis hoch zu den Fenstern, wäscht es einfach weg... Andi ist traurig, wir sehen wieder aus wie "normale" Camper ;-)
Wir suchen im Stadtzentrum von Granada, nach Umfahrung der Umweltzone, einen Parkplatz. Vom letzten Besuch wissen wir noch einen Ort und tatsächlich ist auch Heute wieder ein Platz seitlich am Strassenrand frei. Es regnet ununterbrochen und wir beschliessen ein bisschen zu warten. Als es ein bisschen heller wird, machen wir uns bereit und schon beginnt es wieder zu regnen.
Wir haben uns bereits einen Camping für das Wochenende heraus gesucht und zu dem fahren wir nun.
Der riesige Camping Los Bermejales liegt am Stausee Embalse de los Bermejales. Im untern Teil vom Platz hat es viele Dauercamper. Die Meisten sind aber jetzt im Winter nicht hier. Oben ist der Platz terrassiert und man hat einen schönen Blick auf den See und die Berge rund herum. Wir sind praktisch die einzigen Gäste.
Wir spazieren entlang vom See, erfreuen uns am sonnigen Wetter und am Samstagabend gehen wir ins Campingrestaurant zum Nachtessen.
Der nette junge Mann hinter dem Thresen meint, es gäbe erst etwa ab 20 Uhr Essen. Ok, so trinken wir halt noch Etwas, erhalten Oliven und kleine Käsebrötchen. Dazu beobachten wir den Lottomatch / Bingo der anwesenden Stammgäste im Restaurant. Die Zahlen werden aus dem Lautsprecher direkt aus dem Internet vorgetragen, wir verstehen es nicht ganz... Bei "Bingo" wird kontrolliert, aber wie der Gewinn verteilt wird finden wir nicht heraus. Beim Zahlen herunterlesen ist es still, aber bei "Bingo" steigt der Geräuschpegel extrem - Spanier haben wahrscheinlich alle Hörprobleme, sie können nur laut miteinander diskutieren. Wir sind jeweils froh, wenn wieder ein neues Spiel beginnt :-)
Irgendeinmal legt uns der Capo die Speisekarte hin. Es gibt Sandwiches, Pizza, Paella und Pasta. Wir denken, das Essen kommt aus der Tiefkühltruhe und wird nur aufgewärmt. Marianne bestellt eine Pizza und als Andi seinen Wunsch anbringen will, meint der Chef. Eine reicht für zwei, sie hat 33cm Durchmesser und sonst kannst du immer noch eine bestellen :-)
Wir ordern noch einmal eine Runde Wein und es wird wieder ein Häppchen, jetzt mit Rindfleisch und Brot, dazu gestellt.
Als die Pizza kommt, staunen wir nicht schlecht. Nichts mit TK-Pizza, sie ist frisch gemacht und reichhaltig belegt. Der Teig ist ebenfalls sehr lecker und über den Preis diskutieren wir nicht. Die teuerste Pizza kostet €12.50 und ist grösser als jede Pizza in der Schweiz.  
Am Sonntag ist es wieder schön und sonnig aber es weht ein kühler Wind. Wir spazieren wieder ein Stück dem See entlang und sammeln Schwemmholz und Versteinerungen. Caja erfreut sich am Freigang und am Stecken.
Morgen fahren wir über die Berge wieder einmal ans Meer.
Montag 19. bis Donnerstag 29.01.2026
Am Montagmorgen ist es wieder schön aber kühl, man könnte auch kalt sagen.
Wir verlassen den riesigen, im Moment ruhigen Camping. Im Sommer möchten allerdings nicht hier sein.
Weiter geht es in den "Parque Natural de las Sierras de Tejeda, Almijara y Alhama", ein zerklüfteter, bergiger Nationalpark mit Wander- und Klettermöglichkeiten sowie Wasserfällen und Panoramablicken. Wir folgen der kurvigen A-4050 durch die schöne Landschaft. Beim Mirador de la Cabra, mit toller Aussicht aufs Meer machen wir Mittagspause. Früher war hier ein Restaurant oder sogar Hotel, heute ist der Ort ein Lost Place. Man kann sich gut vorstellen, wie früher hier reger Betrieb geherrscht haben kann. Die Bergstrasse ist ideal für Motorradfahrer und Cabriofreaks. Die Strecke führt von unten am Meer auf rund 1100m hoch, Südhang, also immer an der Sonne. Aber alles ist am Zerfallen und überall Abfall, Schade für den speziellen Platz. Vielleicht mussten die Lokalitäten ja auch geschlossen werden, weil sie im Nationalpark sind, who knows...
Wir kurven die 25km runter in den Touristenort Almuñécar. Viele Hotels, Restaurants, Bars, Shops und einfach alles was der einfache Badetourist so alles braucht.
Wir finden im Zentrum einen Mercadona, unseren beliebten Lebensmittelhändler und sogar einen Parkplatz fast direkt vor dem Laden. Nach dem Einkauf fahren wir in den kleineren Nachbarort La Herradura, wo wir einen Camping in strandnähe im Park4Night und Googlemaps gefunden haben, in der Hoffnung, dass es noch einen freien Platz hat...
Wir haben Glück. Der Camping Cerro Gordo ist sehr gut besetzt, klein und eng aber hübsch mit Bäumen. Aber die Parzellen sind etwas grösser als Parkplätze. Die Klientel ist die Selbe wie überall, Deutsche, Holländer, Franzosen und vereinzelte andere Nationen. Es gibt Camper, die verbringen hier den ganzen Winter, für uns reichen zwei Nächte...
Nach Strandspaziergängen, lesen und "ausruhen" an der Sonne aber immer noch kühlen Temperaturen, fahren wir am Mittwoch weiter. Wir folgen der sehr touristischen Küste Richtung Malaga, unserem nächsten Ziel. Nach ein paar Kilometer, bei Nerja beginnt die Costa del Sol. Wir staunen immer wieder, wo überall Womos stehen. Wir können es nicht verstehen, wie man Fahrzeug an Fahrzeug auf einem Parkplatz oder entlang einer Strasse stehen kann, nur damit man sagen kann "direkt" am Meer und gratis... Es sieht schlimm aus und wir fragen uns auch, wie und wo entsorgen all die Camper...
Wir verstehen auch, wieso die Einheimischen entlang der Küste nicht mehr so freundlich gesinnt sind zu Wohnmobilisten und dass die Polizei zwischendurch wieder einmal einen Platz räumt.
Für die nächsten Tage ist Regen angesagt. Morgen wollen wir Malaga einen Besuch abstatten. Für die Nacht suchen wir uns einen Camping oder Stellplatz in der Nähe der Stadt. Frei stehen auf einem Parkplatz in der Stadt wollen wir nicht. In den Hügeln oberhalb Malaga entdecken wir einen privaten Stellplatz mit allem drum und dran und einer steilen, nicht unkomplizierten Zufahrt. Aber leider ist der Platz voll, doch der Capo meint, weiter oben sei auch noch ein Platz.
Der Caravan Park Minilla hat zwar "nur" zehn Plätze aber alle mit toller Aussicht runter aufs Meer und bei jedem Platz Liegestühle, ok bei diesen Wetterverhältnissen, starker Wind, kalt und regnerisch bedeckt, nicht so das ultimative Vergnügen... Die Kundschaft ist international, je zwei Schweden und Deutsche, je ein Norweger, Italiener und wir.
Am Morgen, entgegen der Vorhersage, bestaunen wir einen wunderschönen Sonnenaufgang.
Später fahren wir runter nach Malaga. Von unserem letzten Besuch kennen wir noch eine Parkmöglichkeit, welche in angenehmer Fussdistanz zum Centro Histórico ist. Aber kurz vor dem Parkplatz steht ein Schild am Strassenrand "Umweltzone" und Fahrzeuge welche nicht in Málaga-Stadt registriert dürfen seit dem November 2025 nicht weiter ins Stadtzentrum. Die Umweltzone wäre nicht das Problem, wir erfüllen die Anforderung, aber wir sind keine Einheimische.
Etwas weiter beim "Estadio La Rosaleda", dem Stadion vom FC Málaga, finden wir, nach ein paar Runden kreisen und hoffen, dass wir die Umweltzone nicht durchfahren haben, einen Parkplatz.
Bei angenehmen Sonnenschein durchstreifen wir die schöne Stadt. Es hat wenig Touristen, das Picassomuseum könnte man ohne anstehen besuchen, aber unsere vierbeinige Begleitung hat keine Lust...
Auch das römische "Teatro Romano de Málaga" aus dem ersten Jh. v. Chr. und die "Alcazaba", eine von den Mauren erbaute, palastähnliche Festung aus dem 11. Jahrhundert, besuchen wir, trotz wenigen Besuchern, nicht.
Nach einer ersten Runde durch die Altstadt setzen wir uns vor der Kathedrale in ein Strassenrestaurant und essen eine feine Tapasplatte für zwei Personen und einen Vermuth.
Danach schlendern wir noch einmal durch das historische Zentrum und bestaunen grosse Häuser und schöne Plätze. Auf der Einkaufsstrasse "Calle Marqués de Larios" treffen wir auf den Weltenbummler Hans Ditmer aus Schweden. Er ist zu Fuss unterwegs! 2022 wanderte er von Stockholm zum Nordkapp und anschliessen durch neun Länder bis nach Malaga. Seit einem Jahr ist er nun in Malaga und hat ein Buch geschrieben. Im Frühling möchte er weiter, mit dem Schiff nach Argentinien. Von dort will er nach Ushuaia, der südlichsten Stadt von Südamerika wandern. Das nächste Ziel ist danach die Panamericana hoch bis nach Alaska... Wir spenden ihm ein paar Euros für seine Reise. Hier die Homepage von Hans Ditmer, wo man auch sein Buch bestellen kann.
Wir spazieren runter zum Hafen und flanieren auf der "Palmeral de Las Sorpresas", der modernen Hafenpromenade.
Danach wandern wir zurück zum Camper. Malaga hat uns sehr gut gefallen und ist immer wieder eine Reise wert.
Nachdem wir unser Fahrzeug unbeschadet wieder gefunden haben, fahren wir auf der Suche nach einem Nachtlager nördlich in die Berge oberhalb von Malaga. Die Küstenregion haben wir ausgeschlossen, da an der Costa del Sol bis jetzt jeder freie Parkplatz von einem Womo besetzt war. Zudem ist die Wettervorhersage immer noch schlecht und es gibt Windwarnungen entlang der Küste. Unser nächstes Ziel ist ja auch wieder in den Bergen.
Wir fahren etwa eine Stunde über den Bergrücken zwischen den Autobahnen AP-45 und AP-46, ohne erfolgreich zu sein. Offroad übernachten wollen wir nicht, wegen dem angesagten Regen und am Strassenrand stehen ebenfalls nicht. So erreichen wir das Städtchen Casabermeja, wo wir, dank App, auf dem Parkplatz vom Fussballplatz, übrigens mit Kunstrasen und einer relativ grossen Tribüne, eine Übernachtungsmöglichkeit finden. Es ist wie an einem Fussballspiel mit den Fan-Lager. Die drei Holländercamper stehen auf dem geteerten Parkplatz neben dem einen Tor und wir weiter hinten im "dreckigen Teil" neben dem anderen Tor...
In der Nacht regnet es wieder einmal, aber am nächsten Morgen ist der Himmel "nur" noch stark bedeckt. Wir wollen in den "Parque Natural Torcal de Antequera". Aber das aktuelle Wetter macht keinen Spass für eine Wanderung, aber wir fahren einmal hin zum Schauen... Auf der etwa 30 minütigen Fahrt scheint plötzlich wieder die Sonne und beim Besucherzentrum ist die Wetterlage wieder eher gut für schwarzweiss Fotos...
Wir orientieren uns, ziehen regenfeste Kleidung und feste Schuhe an und machen uns auf den Rundgang. Der Regen der letzten Tage hat die Route in einen sumpfigen Dreckpfad verwandelt. Die Felsen und Steine sind extrem rutschig und überall sind grosse Wasserlachen, aber die Felsformationen sind sehr eindrücklich und imposant. Unser Vierbeiner, welcher im NP natürlich an der Leine ist, hat wieder völlig andere Interessen als sein Chef. Andi kämpft mit dem Weg und Caja wittert überall Wildtiere. Wir können keine Schafe oder Hasen sehen, aber unser Hund hat voll den Jagdtrieb eingeschaltet, Nase runter und vorwärts. Andi hat Mühe, dass er nicht ausrutscht und hinfällt wegen dem ziehenden und reissenden Hund, wie die spanische Frau, welche auf einem Stein ausrutscht und danach im Morast sitzt.
Um den nächsten Felsen sehen wir dann die Steinböcke, welche Caja schon lange gerochen hat. Zum Glück sind die Tiere Touristen und Hunde gewönnt und so ignorieren sie das Gekläffe von unserem blöden Vierbeiner.
Die Gesteinsformationen sind unbeschreiblich und gigantisch. Wir staunen nur. Wegen den prekären Verhältnissen machen wir "nur" die kurze, etwa 1,5km lange Tour. Es ist eine sehr sehenswerte Landschaft mit den speziellen Felsen und Steine, welche aussehen wie Skulpturen. Der Rundgang hat sich trotz des schlechten Wetters auf jeden Fall gelohnt. Unsere Schuhe und Hosen sind danach aber brutal dreckig. Zum Glück hat der Hund einen selbstreinigenden Pelz... die Drecksau ist irgendwann auch wieder von selber sauber, gut ihre Decke stäubt ein wenig beim nächsten Ausschütteln!
Wir essen noch etwas im Camper, beobachten die Touristen und amüsieren uns in welchen Ausrüstungen sie sich zum Teil auf den Rundgang machen. Das Highlight war die jüngere Frau mit ihren silbrigen Mokassins...
Wir fahren runter nach Antequera, einer Kleinstadt mit über 40'000 Einwohnern, tätigen Einkäufe entleeren und befüllen unseren Camper beim lokalen Camperstopp. Wir sind zwischen 15 und 16 Uhr in der Stadt und es herrscht bei jedem Kreisel ein riesiges Verkehrschaos. Um diese Zeit werden alle Kinder von ihren Eltern mit dem Auto von den verschiedenen Schulen abgeholt! Eine halbe Stunde später sind die Strassen wieder leer...
Weiter geht es Richtung Westen. Auf der A-343 kurven wir durch die hügelige Landschaft und sehen überall Schäden der Regenfälle der letzten Tage. Im Ort Valle de Abdalajís biegen wir auf eine Nebenstrasse nach El Chorro ab. Nach einer Ortsdurchfahrt durch enge Gassen, man gewöhnt sich langsam daran, führt der Weg über Land. Wir suchen auf unsern Apps einen Schlafplatz für die Nacht und entdecken einen "Camping". Die Anfahrt ist steil und mit grossen Löcher, nichts für die Womofraktion. Wir denken, da kann doch kein Camping sein, aber siehe da. Es ist allerdings nicht ein richtiger Camping, sondern ein Guesthouse mit ein paar Stellplätzen ohne Entsorgung und Camper in maximal unserer Grösse. Der Ort wird hauptsächlich von Kletterern belegt, welche in den markanten Felsen oberhalb ihrem Hobby frönen. Die freundliche Besitzerin ist Engländerin und erklärt uns alles. Es gibt auch Nacht- und Morgenessen, Bezahlung erfolgt digital, indem man ein Konto eröffnet und seine Konsumationen registriert.
Die Nacht ist ruhig, aber es regnet.
Am nächsten Morgen fahren wir runter nach El Chorro, dem südlichen Eingang zum berühmten "Caminito del Rey".
Obwohl eigentlich ausserhalb der Saison ist, wimmelt es von Touristen und diverse Cars stehen auf den Parkplätzen.
Wir haben keine Lust auf dieses Massenerlebnis und fahren dafür auf der Gegenseite hoch zum Mirador Tajo de la Encantada mit toller Aussicht auf die ganzen Berge und Stauseen rundherum. Es ist kalt und zum Teil mit Wolken bedeckt. Auf dem Berg, auf ungefähr 600m, befindet sich ein Stausee mit einer betonierten Staumauer fast rundherum. Es gibt keinen natürlichen Wasserzufluss, alles Wasser muss von den unteren Stauseen 400m hochgepumpt werden und wird danach in Spitzenzeiten für die Stromproduktion verwendet.  
Wir fahren wieder runter und über den kleinen Pass zum nördlichen Eingang des Caminito del Rey.
Vom "Mirador de la Cruz" sehen wir runter auf die drei Stauseen und die Schlucht vom Caminito.
Danach streifen wir den Parque Nacional de la Sierra de las Nieves. Vom Mirador del Guarda Forestal hat man eine gute Übersicht über den nordöstlichen Teil vom Park und überqueren anschliessend den Puerto del Viento 1190m, bevor wir Ronda erreichen.
Weil immer noch schlechtes Wetter angesagt ist, beschliessen wir für drei Tage nach Ronda auf den Camping El Sur zu fahren, welchen wir von früheren Besuchen kennen. Ausser uns sind nur noch drei andere Camper auf dem Platz.
Kaum sind wir eingerichtet, beginnt der Regen... nicht fest aber die Luft ist einfach nass.
Am nächsten Morgen, bei relativ hoher Luftfeuchtigkeit, man kann auch Regen sagen, spazieren wir runter nach Ronda. Machen die obligate Besichtigungsrunde durch die "Altstadt" zur "Puente Nuevo", rüber zur "Plaza de Toros", eine Runde durch die "Neustadt" aus dem 15. Jh., runter zur "Puente Viejo" und wieder hoch in die "Altstadt", welche von den Römern etwa im 3. Jh. v. Chr. gegründet wurde.
Es regnet nur einmal, mal heftiger mal weniger fest und zur Abwechslung bläst noch ein scharfer Wind durch die Schlucht zwischen den zwei Ortsteilen.
Auf dem Heimweg besuchen wir das Restaurant "La Plaza", wo wir sogar mit unsere Begleitung rein gelassen werden.
Wir essen ein paar Kleinigkeiten und zum Dessert ein Schoggifondue.
Danach geht es durch den Regen zurück auf den Camping.
Es regnet die ganze Zeit. In der zweiten Nacht gegen den Morgen tropft es uns von der Dachluke aufs Bett.
Sch... woher kommt das Wasser. Logisch vom Regen aber wo ist das Leck. Andi fährt auf die Böckli, damit der Camper auf einer Seite ein bisschen höher steht und durch das Gefälle das Wasser auf dem Dach abfliessen soll. Aber dadurch tropft es danach auf der anderen Seite des Dachfensters. Marianne platziert Becken um die Tropferei aufzufangen und mit dem Fön werden die nassen Stellen getrocknet.
Die Nerven liegen blank. Wettervorhersage ist auch für die nächsten Tage nur Regen.
Das Leck, welches wir in Avignon schon hatten, kann es nicht sein, aber in Cambrills fuhr Andi beim rückwärts einparken in einen Ast, welcher eine Beule in der Hecktüre verursachte und die Rückfahrkamera leicht aus der Befestigung löste. Andi konnte die Kamera zwar wieder reindrücken, aber wahrscheinlich ist das Befestigungsloch nicht mehr dicht. Aber bei dem Regen kann nichts abgedichtet werden. Im strömenden Regen erledigt Andi die Entsorgung und Wasser nachfüllen.
Danach fahren wir weiter. Eigentlich wollten wir den Parque Natural de la Sierra de Grazalema und den PN de los Alcornocales erkunden, aber wegen dem Wetter entschliessen wir uns direkt Jerez de la Frontera anzusteuern.
Wir kennen den Stellplatz auch von früher und wissen, dass die Infrastruktur ok ist.
Auf dem Weg durch die Berge sehen wir Hangrutsche, Stein- und Felsbrocken auf und Bäche über die Strasse.
Im Flachland ist das Land überschwemmt, ganze Felder stehen unter Wasser. Spanien wird im nächsten Sommer keinen Wassermangel haben... die Stauseen sollten sich jetzt füllen.
Wir erreichen Jerez im späteren Nachmittag und können gerade noch den letzten Stellplatz belegen.
Durch die Fahrt über Land, rauf und runter hat sich das Wasser im Dach "verlaufen".
Unterdessen scheint kurz die Sonne und Andi kann durch die hintere Dachluke mit Powertap, dem Allerweltsklebeband der Camper, die Rückfahrkamera rund herum abkleben und abdichten.
Kaum ist er fertig mit dem Kleben, beginnt es wieder zu regnen und somit beginnt die Testphase der Abdichtungsaktion...
Zur "Belohnung" gönnen wir uns ein japanisches Nachtessen in einem der vielen Lokale im Einkaufstempel, welches wir vorher im Internet herausgesucht haben, in der "Sibuya Urban Sushi Bar". Wir sind die einzigen Gäste und die Bedienung platziert uns sehr bestimmt an einen Zweiertisch, obwohl wir an die Fensterfront wollten. Wir denken, buuuah... voll alles reserviert heute Abend!!! Muss ein gutes Restaurant sein.
Kurz bevor wir das Dessert erhalten, erscheint noch ein zweites Pärchen, welches aber ebenfalls nicht reserviert hat... Aber das Essen war gleichwohl sehr gut.
Zurück im Camper ist es für uns im Inneren glücklicherweise trocken, aber Aussen regnet es viel.
Am nächsten Tag regnet es weiter, fast den ganzen Tag. Zwischendurch gibt es zusätzlich noch starke Windböen und es regnet quer. Der spanische Wetterdienst gibt weiter Wetterwarnungen für Sturm und Regen für ganz Andalusien heraus. Unteranderem wird in der Region Ronda, wo wir Gestern noch waren und auch Provinz Cadiz, wo wir jetzt sind, der Schulbetrieb eingestellt und es wird vor Hang- Bergrutschen und Überschwemmungen gewarnt. Am Meer zusätzlich vor Flutwellen. Auf unserem Stellplatz stehen wir allerdings relativ sicher.
Wir vertreiben uns die Zeit mit shoppen, respektive, wir durchstreifen all die Outlets und Markenshops in der riesigen Shoppingarena. Wir haben keine Probleme unsern Schrittzähler auf das Tagessoll zu bringen. Für Caja ist es ein wenig trist. Es gibt praktisch keinen Flecken, der nicht betoniert oder geteert ist. Und die wenigen Rabatten sind mit Steinen gefüllt, damit kein Unkraut wächst oder mit Kunststoffrasenteppich abgedeckt...
Am Abend kocht uns Marianne wieder ein feines zNacht. Beim Abwaschen erleben wir noch einen Schreckmoment. Andi sieht bei der Dachluke unter dem Mückenrollo Wasser. Das Wasser tropfte allerdings Gestern von der anderen Seite runter. Die Dachluke hat von einer Seite her ein ausziehbares Verdunkelungs- und von der anderen Seite ein Mückenrollo. Wir trocknen es mit einem Tuch ab und überlegen - haben wir dieses Rollo Gestern auch rausgezogen oder nur das zum Verdunkeln auf der andern Seite. Nach dem Trocknen bleibt die Dachluke dicht... wir sind erleichtert!
Wir beschliessen, da das Wetter Morgen nicht besser sein wird, noch eine weitere Nacht hier zu bleiben.
Am Donnerstagnachmittag besuchen wir noch einen weiteren Teil des Einkaufzentrum. Jetzt fehlt uns "nur" noch das Gebäude vom Centro Comercial Área Sur. Aber wahrscheinlich wird es dabei bleiben.
Einen Stadtrundgang ersparen wir uns auf Grund vom Wetter. Wir besichtigten Jerez vor zwei Jahren bereits einmal.
Am Freitag wollen wir weiter nach Sevilla, das Wetter sieht aufs Wochenende ein wenig besser aus, jedenfalls soll es weniger regnen!
Freitag 30.01. bis Freitag 06.02.2026
Bei wechselhaftem Wetter fahren wir auf direktem Weg, auf der Autobahn, über die grosse Hängebrücke "Puente del Centenario" über den Guadalquivir nach Sevilla. Wir haben vorgängig im Internet einen Park- Stellplatz, mit Strom und Entsorgung, ziemlich zentrumsnahe gefunden.
Das Wetter ist, nach den letzten sechs Tagen Regen sehr gut, also es ist trocken...
Wir machen uns bereit für eine erste Entdeckungsrunde in Sevilla. Nach etwa 20 Minuten durch den schönen "Parque de las Palomas" und den "Parque de María Luisa" sind wir auf der eindrücklichen "Plaza de España", einem Highlight der Stadt Sevilla. Die halbkreisförmige Anlage mit den zwei Türmen Torre Sur und Norte links und rechts und den majestätischen Gebäuden dazwischen. Davor, zentral eine grosse Anlage mit Springbrunnen und einem Kanal mit touristischen Ruderbooten, rund um den Platz. Auffällig sind die gekachelten Wände mit Bildern im Halbrund von jeder spanischen Provinz. Auch die Bänke und Geländer entlang des Platzes und an den Brücken über den Kanal, sind mit schönen Kacheln verziert.
Unsere vierbeinige Begleitung hat natürlich keinen Blick für das Schöne, sondern nur für die Pferde vor den unzähligen Kutschen, welche um den Platz promenieren und übrigens, die Akustik im Halbrund ist gewaltig... aber die Rosse ignorieren den dummen Kläffer, welcher seinen Chefs somit die Entscheidung für den nächsten Tag abgenommen hat, dass sie ohne Hund die Stadt besichtigen werden.
Wir spazieren noch zur Kathedrale und trinken in einem Strassencafé einen Vermuth. Danach geht es, vorbei am "Palacio de San Telmo", dem Regierungsgebäude Andalusiens, wieder zum Stellplatz zurück.
Am nächsten Tag bleibt Caja im Camper, wir wollen Sevilla auch noch ein wenig geniessen. Das Wetter ist perfekt für eine Stadtbesichtigung, sonnig, blauer Himmel und angenehme Temperatur.
Wir spazieren, vom Stellplatz her, dem Canal de Alfonso XIII entlang. Der ehemalige Fluss Guadalquivir wurde wegen regelmäßigen Überschwemmungen und zur Verbesserung der Hafenzufahrt umgeleitet. Sevilla ist über den Guadalquivir über 80km mit dem Meer schiffbar verbunden.
Am Quai befinden sich viele Cafés und Bars. Nach der regenreichen Zeit ist die Gegend wieder stark belebt.
Vom Hochwasser merkt man hier nicht viel, da der Fluss anfangs vom letzten Jahrhundert um die Stadt umgeleitet wurde.
Bei der Stierkampfarena verlassen wir das Flussufer Richtung Kathedrale.
Die Kirche ist riesig und die Menschenmasse davor ebenfalls. Wir entscheiden uns, die Kathedrale nicht zu besuchen.
Wir bestaunen noch ein wenig die Touristen und die unzähligen Pferdekutschen...
Über die "Plaza de San Francisco" mit dem Rathaus und die "Calle Sierpes", die Einkaufsstrasse, erreichen wir den Platz "Setas de Sevilla" (Link unbedingt anklicken), einer sensationellen Holzkonstruktion, welche bei den Einheimischen als die "Pilze von Sevilla" bekannt ist. Ein sehenswertes Kunstwerk und beliebter Treffpunkt von Touristen und auch Lokalen. Wir setzen uns in eines der vielen Strassenrestaurants und essen "el almuerzo", das Mittagessen und bestaunen die Pilze und den Betrieb in der Umgebung.
Danach schlendern wir durch die Gassen zurück zur Kathedrale, bestaunen noch einmal die Touristen, die Pferdekutschen und die historischen Gebäude oder besser umgekehrt...
Der Rückweg führt uns noch einmal über die "Plaza de España", heute bei schönem Wetter.
Wir betrachten das eindrückliche Kunstwerk und amüsieren uns an den Touristen, welche sich auf Ruderbooten durch den Kanal kämpfen... Ruderboot rückwärts fahren, falsch im Boot sitzen und rudern, links statt rechts rudern, usw. Aber noch mehr fragen wir uns, über die Menschenkolonne, welche ansteht um sich im Ruderboot lächerlich zu machen. Es steht wahrscheinlich in einem asiatischen Reiseführer, dass man DAS in Sevilla gemacht haben muss...
Wir spazieren zurück zum Camper und werden überschwänglich und herzlich von unserem vierbeinigen Schatz empfangen. Eigentlich haben wir ja für heute genug Kilometer zurück gelegt, aber Andi "darf" mit Caja noch eine gute Stunde auslaufen... Dabei entdecken sie noch das Estadio Benito Villamarín vom Fussballclub Betis Sevilla. Das Stadion wird für die WM2030 umgebaut und Betis spielt unterdessen im Estadio de La Cartuja, dem Olympiastadion, wo jedes Jahr seit 2021 die Copa del Rey, der spanische Cupfinal, stattfindet.
Irgendwann finden die zwei auch wieder zurück, ohne das Caja ihr Geschäft erledigt hätte... Sie holt es dann etwas nach vier Uhr in der Nacht nach!!!
Am Sonntagmorgen regnet es wieder einmal... Wir lassen es gemütlich angehen, respektive wir schlafen aus.
Danach fahren wir ins ehemalige EXPO 92 Gelände von Sevilla, aber es regnet und wir haben keine Lust zum Aussteigen, ok Andi dreht eine Runde mit dem Lieblingshund...
Sevilla hat uns sehr gut gefallen. Wir werden die Stadt auf jedenfall wieder besuchen, wenn wir in der Nähe sind.
Von Sevilla fahren wir, bei strömendem Regen, weiter westwärts auf der Überlandstrasse A-472 Richtung Huelva. In der Kleinstadt La Palma del Condado stellen wir uns auf den örtlichen Stellplatz und unternehmen, in einem regenfreien Moment, einen Stadtrundgang. Der Ort mit seinen schönen weissen Häusern ist gepflegt und ziemlich sauber aber wirkt wie ausgestorben, keine Menschen auf der Strasse und alle Fensterläden sind geschlossen. Aber, wie in jedem Dorf in Spanien, steht in den Gassen ein Auto neben dem andern, also ist doch alles bewohnt, ausser die Häuser, welche zum Verkauf angeschrieben sind.
Am Abend regnet und windet es wieder und es ist kühl.
Da der Stellplatz sich neben einer Schule befindet, können wir am Morgen wieder einmal dem traditionellen spanischen Ritual beiwohnen, wenn die Schulkinder mit dem Auto vor die Schule gefahren werden und ein Verkehrschaos verursacht wird...
Bei wechselhaftem Wetter, mal Regen - mal weniger, fahren wir nordwestlich gegen Portugal. Die Felder sind überall sehr wässerig und auch überschwemmt. Die Bäche und Flüsse führen sehr viel Wasser.
Im Kleinstädtchen Santa Bárbara de Casa haben sie einen neuen Stellplatz angelegt, mit Wasser, Entsorgung und sogar mit Strom, alles kostenlos!
Wir scheinen Heute die einzigen Gäste zu sein, ausser einem Einheimischen, welcher sein Elektrofahrzeug mitten auf den Entsorgungsplatz abgestellt hat und sein Auto mit Gratisstrom der Gemeinde auflädt. Gemäss Rezessionen im Internet zu diesem Platz scheint es Usus zu sein, dass man sein E-Fahrzeug hier gratis "betankt". Marianne schreibt ein Email an die Gemeinde aber wahrscheinlich ist es egal, jedenfalls haben wir keine Antwort erhalten. Später kommt der Besitzer und fährt weg.
Danach erscheinen noch zwei Jungs mit einem Lastwagen mit holländischem Kennzeichen, welcher zu einem Womo umgebaut wurde.
Am Morgen wieder das gleiche Wetter wie am Vortag und der Stromdieb, ein älterer Herr, fährt wieder auf den Entsorgungsplatz. Wir machen in freundlich darauf aufmerksam, mit Translate-App auf dem Handy, dass wir hier später noch Entsorgen möchten.
Er entschuldigt sich, parkt ein wenig um und entfernt sich. Kurz danach fährt er wieder mit einem anderen Auto vor. Parkt sein E-Auto um und verbindet es mit einem Verlängerungskabel wieder mit dem Gratisstrom... Wir fragen uns, wieso muss er heute Morgen sein Fahrzeug schon wieder laden, der ist doch über Nacht sicher nicht so weit gefahren?
Wir entsorgen und vor dem Weiterfahren schaltet Andi noch die Sicherungen der Steckdosen aus.
Es geht weiter nach Rosal de la Frontera, ganz Nahe an der Grenze zu Portugal. Aber wir wollen noch ein wenig durch die Extremadura reisen.
Bei weiterhin sehr wechselhaftem Wetter, aber hauptsächlich Regen fahren wir bis nach Alconchel, einem Ort mit 1600 Einwohnern. Wegen Wind und Regen hat man unterwegs keine Lust irgend etwas anzuschauen oder zu unternehmen. Hier im Ort machen wir mit Caja eine Besichtigungsrunde. Zuerst über die Felder, sie sind nass wie vollgesogene Schwämme und der Bach ist übers Ufer gekommen. Der Ort selber, spanischer Standard, weisse Häuser, die Strassen Menschenleer und viele Häuser zu kaufen.
In der Nacht regnet es schier ununterbrochen. Gegen Morgen tropft es wieder aus der Dachluke oben am Bett. Wir haben seit ein paar Tagen das Problem, dass irgendwo Wasser eindringt, nicht viel aber dort wo es runter tropft gibt es gleichwohl einen nassen Flecken...
Wir fahren weiter durch den Regen nach Badajoz, einer Grossstadt mit 150'000 Einwohner und römischer Vergangenheit. Der Stellplatz am Fluss ist zu etwa 2/3 besetzt. Wir wollen übernachten und am nächsten Tag einen Stadtrundgang unternehmen. Zuerst macht Andi mit Caja noch einen Spaziergang am weit über die Ufer getretenen Fluss. Es sind viele Gänse im Park entlang vom Fluss und Caja findet es einmal cool, das Federvieh zu verjagen, bevor sie an die Leine kommt. Wären es Schwäne könnte es für Caja schlecht ausgehen...
Mit dem "überraschenden" Beginn des Regens geht es wieder zurück zum Camper. Die Nacht ist ruhig, wir wenden noch unseren Sprinter, das Areal ist leicht abhängig, damit wir den Kopf oben haben und das Wasser besser ablaufen soll.
Am nächsten Morgen scheint die Sonne und unserem Stadtrundgang steht nichts mehr im Weg. Der Park am Fluss ist unterdessen wegen Hochwasser gesperrt, es hat zwar nicht mehr Wasser als Gestern...
Wir überqueren die römische Brücke "Puente de Palmas" und es windet extrem. Zum Glück haben wir Caja heute das festere Geschirr angezogen, so können wir sie fest halten, wenn es sie wegwehen sollte ;-)
Durch die Puerta de Palmas kommen wir in die Altstadt. Die Plaza España und die Catedral Metropolitana de San Juan Bautista de Badajoz finden wir problemlos. Die Gebäude und die Kathedrale rund um den Platz sind hübsch und sehenswert.
Danach schlendern wir durch die Stadt, Paseo de San Francisco, Plaza de Toros, der Parque de La Legión ist wegen Unwetterschäden gesperrt, weiter zur Plaza alta. Nach dem Mittagessen drehen wir noch eine Runde durch die Alcazaba de Badajoz, das "Schloss von Badajoz". Anschliessend geht es wieder runter zum Fluss und zur Römerbrücke Puente de Palmas.
Fazit von Badajoz: eine Stadt wie irgend eine andere, wenn die Römer nicht da gewesen wären, gäbe es nichts spezielles zu sehen... das ist unsere Meinung!
Da wieder Regen für die nächsten Tage gemeldet wird, fahren wir auf einen Stellplatz ausserhalb der Stadt, wo es auch Strom gibt. Der Preis ist speziell: Ein- und Ausfahrt kostet je einen Euro und man darf max. 30 Tage bleiben, Wasser und Entsorgung ist inklusive, Strom kostet 1€ für vier Stunden mit einem Münzautomaten.
Wir sind mit unserem Camper zwar autark, aber bei diesem Wetter erzeugen die Solarpanels praktisch keine Energie, ok wir könnten auch einfach etwa eine Stunde rumfahren, dann wäre die Batterie wieder geladen.
Wir bleiben 2 Nächte und beziehen zweimal Strom um die Batterie wieder zu laden. Wir bezahlen also insgesamt 4€ für 2 Nächte. Es regnet viel in dieser Zeit und unterdessen wissen wir auch, wie wir das Fahrzeug zum Regen und Wind stellen müssen, damit praktisch kein Wasser eindringt.
Wenn man von den Unwettern und Überschwemmungen in Portugal und Andalusien hört, sind wir glimpflich davon gekommen, obwohl wir in den stark betroffenen Regionen Ronda und Cadiz/Jerez gewesen sind, ausser dass wir halt seit fast zwei Wochen Dauerregen und Wind, mit kurzen Unterbrüchen "geniessen".
Samstag 07.02. bis Sonntag 15.02.2026
Die nächste Woche ist schnell erzählt, es regnet fast nur einmal...
Nach einer allerdings fast trockenen Nacht fahren wir von Badajoz weiter, auf der Autobahn, wieder bei Regen, etwa 60km nach Mérida.
Wir wollen auf den Stellplatz in der Nähe vom Zentrum. In den Parks rund um die Stadt liegen überall Bäume am Boden. Da der Boden durch die Niederschläge der letzten Wochen völlig durchnässt ist, fallen die Bäume ohne Tiefenwurzeln, bei diesen starken Windböen der letzten Tage, einfach um.
Bei der Schranke zur Einfahrt auf den Stellplatz ist ein Servicetechniker am reparieren. Scheinbar hat die Schranke wegen den Stürmen Steuerungsprobleme, jedenfalls lässt uns der Mann passieren, ohne dass wir uns registrieren können!
Der Regen lässt nach, der Wind bläst weiter... Andi erkundet mit Caja die Umgebung.
Am Sonntag ist das Wetter besser. Wir spazieren in die Stadt. Der Weg durch den Park entlang vom Fluss ist wegen umgefallenen Bäumen gesperrt.
Mérida hat eine bewegte Geschichte und war unteranderem auch Römisch. Viele Bauten zeugen von dieser Zeit. Als erstes bestaunen wir das "Acueducto de los Milagros". Auf dem weiteren Weg zum römischen Theater und dem Amphitheater durchqueren wir die nicht sehr attraktive Altstadt von Mérida, typisch spanisch halt...
Bei den römischen Theatern und dem Museum hat es wieder mehr Leute. Leider können wir die Anlagen nicht besuchen, da Vierbeiner nicht erwünscht sind. Allerdings müssen wir auch feststellen, dass wir in Griechenland und in der Türkei imposantere und schönere römische Theater gesehen haben.
Wir besuchen noch den "Templo de Diana", wo gerade ein vorfasnächtliches "Konzert" mit viel Rhythmus stattfindet. Caja muss natürlich ihre Meinung auch kund tun und so verlassen wir wieder ziemlich rasch den Platz mit der Kakophonie.
Auf der "Plaza de España" genehmigen wir uns einen Apéro und bestaunen die Jungs, welche ein relativ hohes Festzelt aufstellen und es windet ziemlich stark dazu!
Danach geht es wieder, via "Arco de Trajano" zurück zum Camper. Das Wetter war heute recht konstant, windig, zum Teil sogar sonnig, aber kalt.  
Am Montag wollen wir weiter fahren. Der Stellplatz gehört einer französischen Organisation, welche günstige Stellplätze mit Wasser, Strom und Entsorgung betreibt. Wir sind auch Member der Organisation und waren schon auf mehreren Stellplätzen.
Wir haben gestern schon beobachtet, dass fast alle Camper, welche den Platz verlassen wollten, zuerst die Hotline anrufen mussten... Logischerweise also auch wir. Die nette, deutsch sprechende Dame meint, nach der Durchgabe der Kundennummer, "sie sind ja gar nicht auf diesem Platz". Marianne erklärt ihr die Situation. Sie antwortet, wir müssten vor der Abreise noch das Onlineformular ausfüllen!?!? Das sei von den spanischen Behörden gefordert. Freundlicherweise erledigt sie die Formalität für uns direkt telefonisch, bucht den Betrag für die zwei Übernachtungen von unserem Kundenkonto ab, öffnet anschliessend das Tor und wir können losfahren.
Wir haben beschlossen, unsere ehemaligen Nachbarn Edith und Markus vom Zimmerli, welche nach Portugal ausgewandert sind, zu besuchen. Da in den letzten Wochen die Stürme Kristin, Leonardo und Marta über das Land gezogen sind und riesige Schäden verursacht haben, wollten wir eigentlich gar nicht mehr nach Portugal fahren.
Da wir aber "nur" noch etwa 200km von den Schaubs entfernt sind, wollen wir sie doch, wie versprochen, besuchen. Auf dem Weg Richtung Portugal regnet es ununterbrochen, einmal mehr - einmal weniger.
Wir übernachten in der Nähe von Portalegre und es plätschert die ganze Nacht auf unser Dach...
Am Morgen fahren wir weiter im Regen. In Portugal sind die Schäden von den Stürmen extrem. In Spanien sind es ja hauptsächlich Überschwemmungen und Hangrutsche, auch sehr schlimm, aber gleichwohl gegenüber Portugal vergleichsweise harmlos.
Ganze Waldstriche liegen am Boden und zwar überall. Strom- und Telefonleitungen hängen ebenfalls schief oder wurden ganz umgelegt. Verkehrsschilder und Werbetafeln hat der Sturm einfach umgeblasen. Viele Nebenstrassen sind nicht mehr passierbar wegen umgefallener Bäume. Auch auf den Überlandstrassen sieht man immer wieder wie die "Bombeiros", die Feuerwehr, umgefallene Bäume absägen musste um die Strasse passierbar zu machen. Ganze Regionen waren oder sind immer noch, über Tage ohne Strom und Telefon, auch das Mobiltelefonnetz ist teilweise ausgefallen.
Wir finden das Haus von Edith und Markus problemlos. Sie haben riesige Freude, dass wir sie besuchen. Die zwei sind im letzten Herbst aus der Schweiz ausgewandert. Sie haben ein schönes, grosses Grundstück, etwas ausserhalb vom Ort. Das Haus war zehn Jahre nicht bewohnt. Sie sind am renovieren und haben im Moment eine 4 in 1 Wohnung wie Edith sagt: Küche, Esszimmer, Schlafzimmer und Stube in einem grossen Raum oder man könnte auch Loft sagen, aber sie haben es hübsch renoviert und gemütlich eingerichtet. Der Rest vom Haus wird Raum für Raum folgen.
Der Sturm hat ihnen Schäden am Dach verursacht, aber sie konnten die kaputten Ziegel in einem regenfreien Moment ersetzten. Sonst gibt es keine Unwetterprobleme, ausser dem Wasser im Grundstück.
Aber auf den Nachbargrundstücken liegen die Bäume flach und auch die Stromleitungen wurden umgelegt. Sie hatten nur kurze Zeit keinen Strom, aber andere Häuser in der Umgebung sind immer noch Stromlos...
Der Ort liegt am Rande der Berge und so haben sie wenige Überschwemmungen im Dorf. Das Wasser kann abfliessen, aber weiter unten gegen die Küste ist viel unter Wasser. Auch sind viele Strassen nicht mehr passierbar und ganze Dörfer sind von der Umwelt abgeschnitten.
Edith hat etwas feines gekocht und da es eigentlich ununterbrochen regnet, plaudern und diskutieren wir den ganzen Nachmittag.
Wir übernachten bei ihnen auf dem Grundstück und hoffen, wegen dem Regen, dass unser Camper dicht bleibt.  
Ohne zu diskutieren sind wir uns einig, Portugal nicht weiter zu bereisen, da an der Küste alle Orte mit Überschwemmungen kämpfen und in den Bergen überall Bäume am Boden liegen und durch Hangrutsche Strassen verschüttet sind.
Vor zwei, drei Jahren hatten sie im Sommer riesige Waldbrände und jetzt Sturmschäden und Überschwemmungen... Einfach nur schlimm und tragisch.
Die Regierung meldet, dass man bei den ganzen Schäden an Gebäuden, Wasser, Elektrizität, Telefon, Strassen und Bahn nicht von reparieren sprechen kann, die ganze Infrastruktur muss neu aufgebaut werden!
Nach dem Morgenessen von Edith, gebratene Bananen mit Spiegelei, übrigens sehr lecker, verabschieden wir uns am Mittag von den Beiden. Danke für die Gastfreundschaft und hoffentlich auf ein nächstes Mal bei besseren Wetterbedingungen.
Wir fahren wieder ostwärts Richtung Spanien und staunen wieder über die Unwetterschäden.
Es regnet weiter den ganzen Tag und so fahren wir nur bis Castelo Branco und stellen uns auf den Parkplatz bei einem Einkaufszentrum. Auf den nächsten Tag ist etwas besseres Wetter angesagt und so kommt es auch. Die Nacht ist schon ziemlich trocken und am nächsten Morgen scheint wieder einmal die Sonne.
Wir besuchen das Schloss über Castelo Branco, welches den gleichen Namen trägt oder umgekehrt.
Auch hier hat einer der Stürme zugeschlagen! Die Förster sind am aufräumen. Alle Bäume sind umgefallen oder sind jetzt noch gefällt worden. Es steht noch ein Auto auf dem Platz, welches von einem Baum erschlagen wurde.
Danach drehen wir noch eine Besichtigungsrunde durch die Stadt und fahren anschliessend auf der N-240 weiter Richtung Spanien.
Die Landschaft ist wellig aber gleichwohl ziemlich flach und mit Steinen und Felsen übersät.
Irgendwann fahren wir mehrere kilometerlang durch riesige Felder, mit frisch angepflanzten Obstbäumen, alle in Reih und Glied.
Danach überqueren wir bei Segura die Grenze zwischen Portugal und Spanien. Wir fahren noch knapp 20km bis nach Alcántara in der Region Extremadura. Hier steht ein riesiger Staudamm und staut den Rio Tajo, der Embalse de José María de Oriol. Es ist sehr eindrücklich wie die Wassermassen vom gefüllten Stausee über den Überlauf abfliessen. Es ist der erste voll gefüllte Staudamm, den wir je in Spanien gesehen haben.
Auf dem örtlichen Stellplatz neben dem Schwimmbad sind wir die einzigen "Gäste". Andi kann mit Caja noch einen längeren Spaziergang durch die Umgebung und das Dorf unternehmen. Natürlich beginnt es bald wieder zu feuchten... allerdings nicht fest und auch nicht lange.
Am nächsten Morgen ist das Wetter wieder nicht schlecht. Man ist mit wenig zufrieden, es regnet nicht aber es weht ein kühler Wind. Wir besichtigen das nette Städtchen mit mehreren Kirchen und einem Kloster, welches nur 1329 Einwohner hat... und mindestens gleichviele Häuser!!! Es gab aber auch Zeiten mit fast 5'000 Einwohnern.
Wir fahren weiter durch die typische, gewellte Landschaft der Extremadura. Menschenleer und mit unzähligen freistehenden Korkeichen und ebenso vielen Fels- und Steinblöcken. Dazwischen über Jahrhunderte aufgebaute Steinmauern, welche die Viehweiden abgrenzen.
Anschliessend fahren wir weiter nach Garrovillas de Alconétar, einem weiteren hübschen kleinen Städtchen mit einem sehenswerten Dorfplatz, dem über 4000 m² großen Plaza Mayor oder auch Plaza de la Constitución. Er zählt scheinbar zu den eindrucksvollsten Stadtplätzen ganz Spaniens. Die meisten umstehenden, meist doppelstöckigen Häuser sind arkadengesäumt. Der Platz diente auch als Stierkampfarena.
Nach einer kurzen Besichtigung des Ortes fahren wir weiter nach Cáceres. Wir "müssen" wieder einmal Wäsche waschen. Wir entscheiden uns für den Camping Cáceres, direkt neben dem Fussballstadion des "Club Polideportivo Cacereño" aus der dritthöchsten Liga Spaniens. Am Samstag findet ein Spiel gegen den Drittplatzierten Pontevedra CF statt und die Einheimischen gewinnen 1:0 vor 7'000 Zuschauer.
Am Sonntag wollen wir die Altstadt von Cáceres besichtigen. Leider dürfen wir mit unserem lieben Hundeli nicht mit dem ÖV fahren und so steuern wir unsern Kleinwagen in die nahe Stadt, zu Fuss wäre es hin und zurück mindestensStunden, je nach Schnüffelintensität unserer Begleitung...
Schon beim ersten Kreisel im Zentrum merken wir: Hoppla, Carnaval. Die eine Ausfahrt, in die wir abbiegen wollten wird von Polizisten abgesperrt und dahinter stehen kostümierte Carnavalitos. Wir denken, SUPER, unserer Stimmungskanone hinter dem Fahrersitz wird es auch gefallen!
Andi hat zum Glück auch auf der andern Stadtseite Parkmöglichkeiten herausgesucht. Nach ein paar Abbiegeverbot und Einbahnstrassen finden wir doch auch noch einen Parkplatz in der Nähe vom Casco Histórico, der historischen Altstadt.
Die historischen Gebäude in der Altstadt sind eindrücklich. Wir finden problemlos die "wichtigsten" Sehenswürdigkeiten von Cáceres. Es fällt uns auf, dass viele Touristen mit Stadtführer unterwegs sind.
Irgendwann erreichen wir dann die Plaza Mayor, den Hauptplatz und auch das Ziel vom Fasnachtsumzug.
Unsere vierbeinige Begleitung zeigt sich von ihrer besten Seite und kläfft, wie erwartet, von der Aussichtsterrasse runter auf die Fasnächtler. Wir ziehen uns wieder ein wenig zurück und beobachten den Carnavalsumzug aus der Ferne.
Es ist zwar viel Rhythmus und Tanz im Umzug aber die Stimmung ist flach. Wir als ehemalige Guggenmusiker finden es Schade.
Leider ist es kühl und so spazieren wir nur noch kurz durch die Fussgängerzone und anschliessend zurück zum Auto.
Zum Nachtessen kredenzen wir uns ein feines Fondue Chinoise mit Solomillo Iberico Schweinefilet.
Montag 16. - Mittwoch 25.02.2026
Am Montag, vor der Weiterfahrt, werden in Cáceres wieder Lebensmittel eingekauft.
Unsere Reise führt uns wieder nordwärts, in den Parque Nacional de Monfragüe. Wir fahren über Land und geniessen die typische Landschaft der Extremadura mit Steineichen und Landwirtschaft, mit Rinder und Ibericoschweinen und menschenleeren Weiten. Die Region ist grösser als die Schweiz, hat aber nur etwas mehr als eine Million Einwohner.
Wir überqueren den Fluss Tajo und fahren bei Serradilla auf einer Kiesstrasse zu einem Mirador und schauen über die Weite und zum Gebirgszug des Parque Nacional de Monfragüe. Auf einer Infotafel sehen wir, dass man von hier etwa 15 km auf unbefestigter Strasse, statt 40 km auf der Landstrasse, nach Palazuelo-Empalme fahren kann, wo es einen Camping am Eingang zum Park gibt. Am Weg sieht man immer wieder umgefallene Bäume oder noch Tümpel der letzten Unwetter, auch musste an ein paar Orten die Piste "repariert" werden, sprich ein Bagger hat die Wasserrinnen ausgeglichen...
Im Camping Monfragüe werden wir sehr freundlich empfangen. Die nette Dame erklärt uns auch noch, in perfektem Englisch, welche Touren man im Park unternehmen kann, zu Fuss oder mit dem Auto.
Der Camping liegt direkt neben dem grosszügig angelegten "Centro de Visitantes Norte Jesús Garzón del Parque Nacional de Monfragüe" und liegt etwa 10 km vor dem NP.
Am nächsten Morgen besuchen wir das Besucherzentrum vom Park und die freundliche Rangerin erklärt uns das Gleiche, wie die Dame vom Camping uns gestern schon erzählt hat, aber sie weis noch, welche Wanderungen wegen Überschwemmungen gesperrt sind. Nach dem informativen Rundgang durch das Zentrum, der Park ist hauptsächlich ein Vogelschutzgebiet, es gibt viele Mönchs- und Gänsegeier, aber auch Stein- und Iberischeadler,
Falken, Kraniche und Störche, gehts in den Park.
Wir fahren zum "Salto del Gitano", einer Klus mit links und rechts Felswänden, wo etwa 80 Gänsegeierpaare ihre Nester haben. Es ist sehr eindrücklich, wie die Geier über einem kreisen, ohne Flügelschlag. Für Fotografen mit guten Objektiven ein perfekter Beobachtungsposten. Aber auch uns mit unseren Handys gelingen zwei, drei Schnappschüsse.
Caja ist an der Leine, aber nicht wegen den Aasfressern, sondern weil im Nationalpark Leinenpflicht ist.
Wir fahren weiter zum "Castillo de Monfragüe". Vom Parkplatz wandert man etwa 20 Minuten hoch zum Schloss von wo aus man eine schöne 360° Aussicht auf den Salto del Gitano, den restlichen Park und die nahe und weitere Umgebung. Die Geier fliegen hier auf Augenhöhe vorbei.
Danach gehts wieder auf dem glleichen Weg zurück auf den Camping. Es war ein eindrücklicher Tag mit den Geiern und der Landschaft.
Am Mittwoch fahren wir wieder in den Park und dann aber auf die Strasse in die östliche Richtung. Die Dame vom Camping hat uns erklärt, dass man mit dem Auto aufpassen müsse, es gäbe Hirsche im Park, auch am Tag. Wir haben uns angeschaut und gedacht: Hirsche - am Tag - an der Strasse!!!
Beim ersten Mirador steigen wir aus und unter uns in den Büschen verschwinden langsam zwei Hirsche. Beim genaueren hinschauen sehen wir ein ganzes Rudel mit etwa zwölf Hirschen. Wir fahren weiter und beim nächsten Lookout sehen wir schon wieder zwei Hirsche. Als sie ausser Sichtweite sind, steigen wir aus und spazieren mit Caja gegen den Aussichtspunkt, aber unser Jagdhund dreht wieder voll im roten Bereich. Sie riecht die Hirsche natürlich immer noch. Da sie unausstehlich ist, wird sie wieder im Camper parkiert und wir gehen alleine auf Beobachtungstour. Unten am Fluss sehen wir nichts, aber auf dem Rückweg erspähen wir auf der andern Strassenseite am Hang zwei Hirsche. Sie sind gut getarnt in den lockeren Büschen und Bäumen. Mit dem Feldstecher werden sie herangezogen. Beim Schwenken mit dem Binokel kommt noch mehr Rotwild zum Vorschein, wieder ein Rudel mit etwa zehn Tieren. Wir steigen in unser Fahrzeug und fahren langsam weiter. Sie lassen sich nicht stören und ignorieren uns.
Etwas weiter, beim Staudamm vom Embalse de Torrejón-Tiétar halten wir bei einem Picknickplatz. An den gegenüber liegenden Felsen können wir wieder mit dem Feldstecher Geier beobachten. Von blossem Auge sieht man die Vögel, in den Felsen, fast nicht.
Danach überqueren wir die Staumauer vom Río Tiétar, einem Nebenfluss vom Río Tajo oder Rio Tejo in Portugal. Wir fahren durch unendliche Landschaft mit Korkeichen und Weiden für Rinder, Pferde und zwischendurch Schweine, Porco Ibericos. Die Felder sind immer noch sehr feucht und es hat viele Überschwemmungsseen.
Wir übernachten in dem kleinen Ort Serrejón auf dem örtlichen Stellplatz.
Am nächsten Morgen, bei strahlendem Sonnenschein, geht es mehr oder weniger direkt nach Trujillo. Das Wetter scheint für die nächsten Tage wirklich besser zu werden. In Trujillo fahren wir zum Parkplatz neben der Plaza de Torros. Nach einer Siesta spazieren wir auf eine erste Erkundungstour in die Altstadt. Problemlos finden wir den schönen Plaza Mayor mit den hübschen Gebäuden, den netten Strassencafés und der Iglesia San Martín de Tours rundherum. Auf der Besichtigungrunde kommen wir auch am Schloss oberhalb der Stadt vorbei. Das Castillo ist nur bis 14 Uhr und ab 17:30 Uhr wieder geöffnet. Wir schlendern wieder zum Hauptplatz, wo unterdessen auch alles geschlossen ist und weiter zurück zum Camper. Wir wollen am Abend im Städtchen essen und das Schloss besuchen wir Morgen.
Caja hat wieder einmal den verantwortungsvollen Job vom Camper bewachen gefasst und ihre Chefs gehen fein Essen...
Wir spazieren in die Stadt, die meisten Speiselokale öffnen erst ab 20 Uhr. Da wir fast ein bisschen zu früh dran sind, betreten wir einen beleuchteten Innenhof im "Palacio de los Barrantes-Cervantes", einem Adelshaus mit einer Wohltätigkeitsstiftung. Eine nette Aufsichtsperson erklärt uns, dass es eine Ausstellung ist und kostenlos besichtigt werden kann. Im Moment läuft die Ausstellung von "JOSÉ LUIS FERNÁNDEZ. INTUITION & WAHRNEHMUNG". Nach den schönen Kunstwerken aus Holz und Stein geht es weiter zum ausgewählten Restaurant, dem "El 7 De Sillerias".
Das Lokal im Altstadthaus ist modern eingerichtet. Das Personal hat Kopfhörer im Ohr und die Speise- und Getränkekarte gibt es über QR-Code... und freies WLAN ist inklusive.
Das Essen finden wir in englischer und spanischer Sprache. Der Wein ist komplizierter, da man entscheiden muss, aus welchem Land, aus welcher Region und danach Flasche für Flasche durchscrollen, mit dem Handy relativ mühsam, da man aus dem riesigen Sortiment keinen Überblick mehr hat. Der nette Kellner kommt uns mit dem Tablett zur Hilfe und so finden wir auch einen lokalen Wein.  
Wir geniessen ein feine Nachtessen und ein leckeres Dessert.
Anschliessend laufen wir zurück zum Camper. Sehr vorsichtig, da die Spanier in die schmalste und engste Gasse mit dem Auto hineinfahren und zwar nicht zu langsam... Trottoirs sind übrigens in Spanien Parkplätze für Autos, damit die Durchfahrt möglichst frei bleibt...
Caja freut sich, einmal mehr, sehr überschwänglich bei unserer Rückkehr.
Am Freitagmorgen besuchen wir das Castello auf dem Hügel "Cabeza del Zorro". Castello ist ein grosser Begriff, eigentlich stehen "nur" noch die eindrücklichen Befestigungsmauern, von der im 9. Jh. erbauten Burg im arabischen Stil. Wir umrunden die Burg auf den Mauern, geniessen die Aussicht und die warme Sonne. Danach spazieren noch einmal durch das hübsche Städtchen und wieder zurück zum Camper.
Danach fahren wir weiter, nächstes Ziel Guadalope. Bei der Fahrt über Land entdecken wir in Conquista de la Sierra einen braunen Wegweiser "carretera paisajistica". Nach Rücksprache mit dem Translateprogramm , "malerische Straße" folgen wir diesem Weg. Die Nebenstrasse führt wirklich durch schöne Landschaft und tollen Ausblicken über die hügelige Landschaft mit den unzähligen Korkeichen. In der Ferne sieht man die schneebedeckten Sierra de Gredos mit mehreren Gipfeln um 2500m. Wir befinden uns unterdessen im "Geoparque Villuercas-Ibores-Jara". Übernachten ausserhalb von Ortschaften ist eigentlich nicht erlaubt und so beginnt die Suche nach einem geeigneten Stellplatz für die Nacht. Im nächsten Ort, in Canamero ist ein Parkplatz bei einem Schwimmbad, aber direkt an der, zwar wenig, befahrenen Strasse. Wir beschliessen, etwa 12km weiter, auf den Stellplatz in Logrosan zu fahren.
Der Stellpatz ist völlig verwildert, hohes Gras und herunterhängende Äste der Bäume, welche ein einparken verunmöglichen. Zudem liegt er ebenfalls an einer Strasse...
Wir steuern einen Parkplatz von einem Minenmuseum an, welcher uns auch nicht überzeugt. Auf Googlemaps sehen wir einen ehemaligen Bahnhof unterhalb vom Ort. Der Platz ist perfekt, eine Lost Train Station, ruhig gelegen mit vielen Parkmöglichkeiten. Aber von den letzten Unwetter sieht man noch Spuren, umgefallene Bäume, welche allerdings schon aufgeräumt sind, der grasige Untergrund ist an verschiedenen Stellen noch tief und weiter hinten befindet sich eine riesige Pfütze.
Wir haben eine ruhige Nacht und bei der nächtlichen Bisslirunde von Caja können wir, bei Neumond, einen wunderschönen Sternenhimmel bewundern.
Am Samstag fahren wir nach Guadalupe, bekannt wegen dem "Real Monasterio de Nuestra Señora de Guadalupe" einem königlichen, katholischen Franziskaner-Kloster und einer grossen Kirche aus dem 14. Jh., welche von König Alphonso XI in Auftrag gegeben wurde. Leider können wir nicht viel besichtigen, in der Kirche findet ein Gottesdienst statt und die Klosterbesichtigung endet um 14 Uhr und es gibt nur geführte Touren.
Rund um den Platz vor dem Monasterio hat es mehrere Restaurants und Strassencafés und es ist ein beliebter Treffpunkt der Motorradfahrer. Sie spüren bereits den Frühling und donnern mit ihren lärmigen Maschinen durch die Gassen.
Auch wir setzten uns, nach einem Rundgang durch den Ort, in ein Strassenrestaurant. Es bedient uns ein aufgestellter Kellner, welcher Mexikaner ist, vorher über 20 Jahre in Barcelona tätig war und im letzten Sommer in Island arbeitete. Er ist erst seit anfangs Februar für die Sommersaison hier angestellt, nächstes Jahr will er wieder nach Reykjavík. Es sei zwar kalt dort aber man verdient gut... Er rät uns zur Spezialität der Region, "Morcilla de Guadalupe" - Blutwurst. Wir als Blackpuddingliebhaber lassen uns überreden und versuchen die Leckerei. Die Morcilla wird hier, im Gegensatz zu unseren Blutwürsten, mit Paprikapulver relativ scharf gewürzt und schmeckt uns sehr gut.
Nach dem interessanten Mittagessen spazieren wir zurück zum Camper. Eigentlich wollten wir hier übernachten, aber da der Ort so touristisch ist, fahren wir weiter. Es geht die Passstrasse hoch und auf der Passhöhe biegen wir links ab und fahren auf einer schmalen Strasse, 11km hoch zum Pico Villuercas auf 1595m. Oben hat man eine 360° Rundsicht über den Geoparque Villuercas-Ibores-Jara und die ganze weitere Landschaft.
Danach gehts wieder runter zur Passhöhe, wo wir bei einer Ermita übernachten wollten, aber es steht schon ein anderer Camper dort. Also fahren wir weiter, aber in der bergigen, dünn besiedelten Landschaft, ist es nicht so einfach, einen geeigneten Stellplatz zu finden. Schliesslich finden wir, nach etwa 40km, bei einer Ermita in einem verlassenen Weiler, über eine ungeteerte Strasse, eine Übernachtungsmöglichkeit.
Die Nacht ist sehr ruhig und der Sternenhimmel wieder überwältigend.
Am Sonntagmorgen weckt uns die Sonne. Da das Wetter so schön ist, der Ort ruhig und menschenleer, beschliessen wir, den Tag zu geniessen und noch eine Nacht hier zu schlafen. Kurz vor dem Mittag knattern noch zwei Quadfahrer vorbei, sie winken freundlich.
Wir faulenzen auf unseren Stühlen in der Sonne, drehen eine Runde mit Caja durch die Olivenhaine und erfreuen uns einfach an dem warmen, schönen Sonntag.
Am Montag fahren wir wieder über die Gravelroad hoch zur Landstrasse und von dort weiter, runter zum römischen Tempel "Los Mármoles" am "Embalse de Valdecañas". Die Originalsäulen wurden beim Bau vom Stausee an einem neuen Ort wieder aufgebaut, aber es sieht gut aus am jetzigen Standort mit den verschneiten Berge der Sierra de Gredos im Hintergrund.
Wir fahren weiter durch die flache Ebene und überqueren die Grenze zwischen Extremadura und Castilla y León. In Kastillien und Leon erreichen wir auch die Sierra de Gredos. Am Fusse des Gebirgszuges, in Mombeltrán stellen wir uns auf den Camping und verbringen eine ruhige Nacht.
Am Dienstag geht es weiter nach Mombeltrán mit einer eindrücklichen Burg, allerdings kann sie nur am Wochenende besichtigt werden. Es geht weiter und wir schrauben uns von 600m Meter um Meter höher zum Puerto del Pico auf 1352m. Der Pass wurde scheinbar, wegen der gut erhaltenen "calzada romana" (Römerstrasse), bereits zur Römerzeit benutzt.
Auf der anderen Seite führt die Passstrasse nur leicht abwärts, auf eine grossflächige Hochebene auf 1000m. Nach etwa 12km geht es noch einmal aufwärts auf den Puerto de Menga 1564m. Wir fahren auf der Passhöhe weg von der Strasse auf einen kleinen Platz und machen Mittag. Die Aussicht über die weite, öde Landschaft und den schneebedeckten Bergen der Sierra de Gredos ist eindrücklich. Auf der andern Passseite sieht man die extrem flache  Hochebene rund um Ávila, unserem nächsten Ziel.
Wir fahren die gut ausgebaute Passstrasse runter und über 20km topfebenes Gebiet und eine lange schnurgerade Strasse nach Ávila. In der Hauptstadt der gleichnamigen Provinz mit fast 60'000 Einwohner/innen stellen wir uns auf den Stellplatz ausserhalb der Stadtmauern.
Da das Wetter sehr angenehm warm ist, unternehmen wir eine erste Besichtigungstour durch die Altstadt von Ávila.
Die leicht erhöhte Stadt hat eine ca. 2'500m lange, vollständig intakte römische Stadtmauer aus dem 11. bis 14. Jahrhundert, mit 88 Türmen und neun Stadttoren. Wir spazieren zur Plaza Mercado Chico, dem Hauptplatz, einem rechteckigen grossen Platz vor dem Rathaus. Von dort ist die Kathedrale gleich um die Ecke.
Danach geht es zurück zum Camper.
Auf dem grossen Platz neben dem Stellplatz stellt der Zirkus "Circo Quirós" sein Zelt auf. Doch trotz nächtlichen Aufbauarbeiten hört man nicht viel und am nächsten Morgen steht das Zelt.
Am Morgen ist es wieder erheblich kühler und es weht ein unangenehmer Wind.
Wir starten gleichwohl zu unserer Besichtigungstour durch Ávila und beginnen bei der "Basílica de los santos Vicente", weiter zur "Puerta del Alcázar" und über den "Plaza de Santa Teresa" zur "Iglesia de San Pedro Apóstol", danach wieder ein Stück ausserhalb der Stadtmauer entlang, bis zur "Puerta del Rastro" und von dort zur "Basílica y casa natal de Santa Teresa de Jesús". Danach wieder ein Stück aussen an der Stadtmauer, bis wir Hunger haben. Im kleinen, coolen Lokal "La Barra del Chico", mit freundlichem Service und gutem Essen, verpflegen wir uns.
Danach schlendern wir zurück zum Camper. Die gut gepflegte und saubere Altstadt von Ávila hat uns sehr gut gefallen.
Weiter geht es Morgen durch die "Sierra de Gredos" und danach durch die "Sierra de Francia".
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