Balkan - Adriaküste
Reisen
Montag 25. November 2024 - Ende April 2025
Am Montag starten wir unsere etwa fünf Monate dauernde Reise.
Die Vorbereitungen sind abgeschlossen und der Camper ist beladen.
Die Route steht, ist aber nicht in Stein gemeisselt.
Autobahnen versuchen wir zu vermeiden und pro Woche einen "Ruhetag" einzulegen.
Gebucht oder reserviert haben wir nichts, wir reisen völlig unbeschwert.
Erste Ziele sind Verona und Venedig.
Danach folgen wir der Adriaküste südöstlich und lernen die Balkanländer kennen.
Geplant ist, den Januar auf dem Peloponnes im südlichen Griechenland zu verbringen.
Anschliessend drehen wir noch eine Erkundungsrunde durch die Türkei.
Der Rückweg führt uns zuerst der Küste vom Schwarzen Meer entlang.
Anschliessend fahren wir mehr oder weniger der Donau nach flussaufwärts zurück in die Schweiz.

Wir sind gespannt auf die vielen Eindrücke und hoffentlich spannende Erlebnisse in, für uns drei (Marianne, Andi und wuff, wuff Caja), völlig unbekannten Regionen und Länder.
Auch auf interessante Begegnungen mit Einheimischen und anderen Reisenden freuen wir uns.
Kulinarische Genüsse und lokales Essen versuchen und geniessen darf natürlich auch nicht fehlen.
Montag 2. bis Montag 9. Dezember 2024
Da wir am letzten Wochenende beide stark erkältet waren, haben wir den Start unserer Reise um eine Woche verschoben.
Am 2. Dezember fahren wir los. Die ersten paar Kilometer kommen immer wieder die Fragen: Haben wir alles dabei, Medikamente, Reisepässe, Cajas Ausweis und Entourage.

Zuhause alles Notwendige abgeschaltet, Fenster und Türen geschlossen?
Durch den Gotthardtunnel gehts ins Tessin und weiter auf der Autobahn bis zur Grenze in Chiasso. In Como verlassen wir die Autostrada. Am hübschen Lago di Pusiano übernachten wir das erste Mal auf dem ganzjährig geöffneten Camping Class ganz vorne am See. Die Nacht ist kalt aber unsere Heizung und auch der Boiler funktionieren.
Am nächsten Morgen strahlt die Sonne am Himmel, ein ungewohntes Bild für uns Nebelgeplagten...
Über Bergamo, Brescia erreichen wir am späteren Nachmittag Verona. Dank GPS finden wir den Camping Castel San Pietro auf dem Hügel problemlos. Der Camping ist in der Burg San Pietro angelegt. Nach dem Einchecken und Einrichten können wir von der Terrasse vis-à-vis von unserem Platz einen wunderschönen Sonnenuntergang geniessen. Die Stadtbesichtigung sparen wir uns für den nächsten Tag auf.
Nach einer kalten Nacht am Morgen früh, kurz nach zehn Uhr, steigen wir die etwa 200 Stufen vom Camping hinunter in die Stadt.
Über die Ponte Pietra und somit über die Etsch erreichen wir die schöne Altstadt. Wir besuchen alle, auf jeden Fall viele, eindrückliche Sehenswürdigkeiten von Verona: Basilica di Santa Anastasia, Piazza dei Signori, Torre dei Lamberti, Piazza delle Erbe, Porta Borsari und die imposante Arena di Verona und die angrenzende Piazza Brà, das Castelvecchio und den Complesso del Duomo di Verona. Es stolpern viele Touristen mit uns durch die sehenswerte Stadt, wobei es wahrscheinlich harmlos ist, gegenüber der Hochsaison.
Überall in der Stadt hat es Vigili del Fuoco, Feuerwehrmänner, welche auf der Piazza dei Signiori einen Apéro haben und irgend etwas feiern...
Auf der Piazza delle Erbe essen wir Pasta und Pizza.
Auf dem Rückweg zum Camping besuchen wir noch, mit vielen anderen Touristen, in einem Innenhof, das "Casa di Giulietta" mit dem berühmten Balkon wo Shakespeare's Romeo seine Julia angebetet haben soll...
Zurück auf dem Castel dürfen wir wieder einen schönen Sonnenuntergang geniessen.
Am Donnerstag fahren wir weiter Richtung Venedig. Wir stellen uns auf den sehr gepflegten Camping Venezia Village auf dem Festland. Am nächsten Tag erobern wir Venedig ;-)
Mit dem Bus erreichen wir über den Damm die Piazzale Roma. Caja musste während der Fahrt den Maulkorb tragen, weil in Italien im ÖV für Hund Maulkorbpflicht herrscht... und sie war entsprechend genervt! Wir versuchten sie, so gut es ging, mit streicheln und gut zureden, bei Laune zu halten.
Mit dem Vaporetto wollen wir auf dem Canal Grande bis zum Markusplatz. Wir versuchen es beim Einsteigen ohne Maulkorb. Andi zeigt dem Kontrolleur, dass wir das Teil dabei haben und so darf Caja "ausnahmsweise" ohne Mundschutz an Bord.
Aber es hat viele Leute auf dem Boot und es herrscht ein Gedränge, so verlassen wir halt das Schiff bei der Rialtobrücke. Caja hat es aber an Bord sehr gut gemacht, in der unruhigen Menschenmenge mit dem schwankenden Untergrund und den lauten Motorengeräuschen beim Anfahren und Anlegen vom Vaporetto.
Also, auf ins Gewühl und auf die berühmte Rialtobrücke. Es hat, für unser Empfinden, viele Touristen... im Moment ist allerdings die touristenschwächste Zeit vom Jahr! Wie muss es sein, wenn es wirklich viele Touristen hat, wir wollen es uns nicht vorstellen! Caja findet es allerdings cool, viel zu schnüffeln, überall neue Düfte, Essensresten am Boden und riecht es da im Hauseingang nicht nach Katze...
Durch heruntergekommene Gassen mit unzähligen Souveniershops und Label-Läden erreichen wir im Touristenstrom den Piazza San Marco. Sehr imposant und eindrücklich der ganze Platz und die historischen Gebäude.
Das Wetter ist kalt und neblig, nicht einladen um lange herum zu hängen. Wir staunen noch ein wenig und gehen danach weiter, es gibt noch viel zu sehen.
Zurück bei der Rialtobrücke gönnen wir uns ein Mittagessen an der Front. Das es teuer ist wussten wir, aber als der Kellner eine Rechnung für zwei Teller Pasta und zwei Glas Wein für fast €100.- brachte, mussten wir kontrollieren. Ok, das war nicht unsere Konsumation - nächste Rechnung! Wieder falsch, wir haben keinen Whisky getrunken... Beim dritten Versuch klappt es endlich, allerdings sind die zwei Espressi auf einer zusätzlichen Quittung...
Unterdessen erscheint die Sonne am Himmel und alles sieht viel freundlicher aus. Wir schlendern durch die Gassen und über unzählige Brücken. Verlaufen kann man sich fast nicht, immer wieder sind Wegweiser zum Martinsplatz, Rialto oder Bahnhof an die Fassaden gemalt.
Unser Eindruck von Venedig ist zwiespältig. Die Stadt ist sehr sauber für die unzähligen Menschen, welche hier herumtrampeln. Die schönen Häuser und tollen Paläste, die Kirchen und Basilicas, die vielen Kanäle und die unzähligen Brücken. Die engen Gassen und die kleinen und grossen Piazze. Alles sehr eindrücklich, aber gleichwohl macht es den Eindruck, dass die Gebäude wieder einmal saniert werden sollten.
Die Menschenmassen sind enorm, verständlich, dass die Venezianer in Spitzenzeiten Eintritt verlangen, wahrscheinlich aber viel zu wenig. Mit dem eingenommenen Geld könnte man die öffentlichen Gebäude restaurieren...
Venedig hat uns gut gefallen, aber in naher Zukunft werden wir diese Stadt nicht mehr besuchen.
Wir erreichen wieder die Bushaltestelle auf der Piazzale Roma, wo Caja sich noch ein wenig von anderen Wartenden streicheln lässt, bevor bei der Einfahrt des Buses der Maulkorb wieder montiert wird. Auf dem Rückweg, im ziemlich voll besetzten Bus, frisst sie einen halben Sack voll Goodies, welche wir durch den Maulkorb verabreichen...
Am Samstag fahren wir weiter gegen Osten. Da wir beide noch nie in dem berühmten Jesolo waren, nehmen wir den kleinen Umweg unter die Räder. Am Anfang haben wir das Gefühl, dass wir durch die Camargue fahren.
Später am Lido ist es aber wie in allen Touristenorten am Mittelmeer, im Winter ausgestorben und menschenleer. Langer Sandstrand, Strandbar an Strandbar und Hotel an Hotel. Ein grosser Teil der Menschheit liebt diese Art von Ferien...
Wir nehmen die Autobahn und fahren an Triest vorbei und erreichen Slowenien. Nach der Grenze fahren wir über die Landstrasse, um fünf Uhr am Abend, bei absoluter Dunkelheit, zu der Marina in Portoroz, wo wir über das Wochendende auf dem Stellplatz bleiben wollen. In dieser Jahreszeit beginnt die Dämmerung hier um 16 Uhr und um 17 Uhr ist es bereits Stockdunkel.
Es ist nur noch ein Womo aus Wien auf dem Stellplatz. Wir stehen direkt am Meer mit Aussicht auf das schön beleuchtete Portoroz. Leider dröhnt bis weit nach Mitternacht "Musik" aus zwei Lokalen in der Nähe, welche ihre nicht vorhandenen Gäste in den Bars im Freien beschallen... Im Sommer stehen auf diesem Stellplatz etwa 50 Camper.
Am Sonntag unternehmen wir einen Spaziergang durch Portoroz. Typischer Badeferienort aber ohne Sandstand, dafür eine Bar neben der Anderen. Wir stellen aber fest, dass wir im Sommer nicht hier sein möchten.
Das soll nicht abwertend sein, als wir noch jung waren, besuchten wir auch ähnliche Orte.
Unterdessen ist ein starker unangenehmer Wind aufgekommen. Wir gehen zurück zum Camper. Wir sind nun alleine auf dem Stellplatz und stellen unser Fahrzeug ein bisschen besser in den Wind, damit es nicht so schaukelt.
Wir schlafen schlecht, aber nicht wegen dem Schaukeln, sondern wegen der lauten Windgeräusche der starken Böen die ganze Nacht.
Am Montag nach dem Auschecken fahren wir in den Nachbarort von Portoroz, nach Piran. In Slowenien sind Camper scheinbar nicht erwünscht. Überall stehen Parkverbotsschilder für Womos! Wir parken trotzdem beim Yachthafen, wo die Ticketautomaten ausser Betrieb sind, aber auch hier wäre, Camper nicht gestattet.
Wir spazieren durch Piran und sind ein wenig enttäuscht. Rund um den Tartini Platz und die vorderste Reihe Häuser zum Meer sind nett, aber die Gebäude in den hinteren Gassen sind dann schon nicht mehr so gepflegt, obwohl die engen Quartiere mit ihren altertümlichen Häuser ihren speziellen Reiz hätten.
Es weht immer noch ein heftiger Wind und es wird kühler. Wir beenden unsere Besichtigung von Piran und fahren weiter nach Kroatien.
Montag 9. bis Sonntag 15. Dezember 2024
Den Grenzübergang von Slowenien zu Kroatien gibt es seit 2023 nicht mehr, da Kroatien seither auch zum Schengenraum gehört. In Kroatien ist übrigens campieren im Freien verboten - parken (übernachten) auf offiziellen Parkplätzen wird meistens toleriert.
Auf der Landstrasse 44 fahren wir durch die Hügel und Berge zum Učka Nature Park und über den 920m hohen Poklon-Pass, wo wir noch in den Schnee kommen. Nach der Passhöhe hat man eine wunderbare Aussicht auf die Kvarner-Bucht und Rijeka. Anschliessend kurven wir runter nach Rijeka. Der erste Eindruck der Stadt überzeugt uns, dass wir Rijeka keinen Besuch abstatten wollen. Anbetracht der vorgerückten Zeit "müssen" wir sowieso eine Übernachtungsmäglichkeit finden. Die erste Variante am Meer, bei einem Fussballplatz, scheitert an einem Verbot für Camper. Also durchqueren wir die Stadt im Feierabendverkehr. Immer schön defensiv und vorausschauend fahren, der kroatische Verkehr ist auch nach dem Verkehrstraining in Italien gewöhnungsbedürftig!!!
Und wir tappen wieder in die Dunkelfalle... Nach 17 Uhr ist es stockfinstere Nacht und wir sind erst auf der Anfahrt zum Camping. Das Office ist dann bereits nicht mehr besetzt! Was nun?
Vor dem Camping steht ein Wegweiser mit, dank Google Translator, dem Hinweis auf einen öffentlichen Parkplatz in 300m. Wir finden vor dem Fussballplatz, in der Nähe vom Strand, einen Ort wo wir übernachten können. Es windet brutal, wir lernen den Bora kennen, einen Nordostwind, ähnlich wie Mistral, Bise oder Föhn. Wir stellen uns rückwärts an eine Mauer, so optimal wie möglich, damit wir möglichst keinen Seitenwind erwischen.
Nach einer unruhigen, kalten Nacht mit wenig Schlaf, wegen der lauten Windgeräusche, begrüsst uns am Morgen die Sonne.
Wir folgen weiter, etwa 50km, der schönen Küste entlang bis Senj. Das Wetter wird immer schlechter, Wind und Nebel. Von Senj wollen wir zu den Plitvicer-Seen. Wir überqueren den schneebedeckten 701m hohen Utvrda Vratnik Pass. Auf der anderen Seite hat es noch mehr Schnee. Bei Plitvice sind es etwa 50cm Neuschnee, welche in den letzten zwei Tagen gefallen sind. Aber die Schneeräumung funktioniert tadellos. Wir fahren zum Besucherzentrum beim Eingang 1 und informieren uns über die Besuchsmöglichkeiten der Seen und Wasserfälle im Schnee.
Leider ist "nur" ein Walk entlang der unteren Schlucht und runter zum See möglich. Mit dem Boot kann man über den See zurück. Wir beschliessen, diese Tour Morgen zu machen.
Zuerst suchen wir nun den verschneiten Camping. Wir machen richtig Wintercamping. Der freundliche Capo räumt uns einen Platz mit der Schneefräse. Anschliessend darf Caja ebenfalls noch ein wenig im Schnee umher rennen.
Am nächsten Morgen nach der Cajarunde kommt noch ein friendly local dog, wie uns die Dame vom Empfang erklärt, auf seinem "Kontrollrundgang" vorbei. Die zwei Hunde verstehen sich auf Anhieb und drehen ihre Runden über die freien Stellplätze auf dem Camping.
Danach "verkleiden" wir uns möglichst winterfest - Regenhosen und Jacken, Wanderschuhe, Handschuhe und Mützen.
Bei etwa zwei Grad und Nebel starten wir unsere Tour. Wir sind alleine unterwegs, wenigstens dieses Feeling kann uns niemand nehmen. Den grossen Wasserfall sieht man knapp. Der schneebedeckte Weg führt oberhalb, entlang der Schlucht und es gibt immer wieder schöne Blicke ins Tal. Auch Caja geniesst den Vorteil von "keine Besucher" und muss nicht an der Leine laufen. Vereinzelt treffen wir doch ein paar Menschen. Beim Bootsanleger wartet allerdings bereits eine Gruppe Chinesen. Aber das Boot ist gross genug und alle können, mit gebührendem Abstand zu Caja, absitzen.
Die Chinesen dürfen nach der Bootsfahrt in ihren bereitstehenden Bus einsteigen. Wir nehmen den offiziellen Bus um ein Stück zurück zu fahren und danach noch einmal den ersten Teil der Schlucht zu durchwandern. Der Nebel hat sich unterdessen ein wenig gelichtet und so gibt es sogar noch "gute" Föteli.
Danach fahren wir wieder Richtung Küste. Es ist eindrücklich wieviel Schnee es hier überall hat. Wir überqueren zwei Pässe. Der Zweite, der Vidikovac Baške Oštrije ist 955m hoch und nach dem Firsttunnel sieht man die Adria, die Inseln und weit unten Karlobag. Wir dürfen, bei kaltem Wind, einen wunderschönen Sonnenuntergang geniessen. Danach kurven wir die etwa zehn Spitzkehren runter ans Meer.
In Karlobag stellen wir uns auf dem Parkplatz im Hafen richtig in den Wind und geniessen wieder eine windige Nacht.
Am Donnerstag gehts weiter Richtung Süden. Wir folgen einer der schönsten Küstenstrasse, mit einer atemberaubenden Landschaft. Es ist wunderschön, blauer Himmel, Sonnenschein und nach jeder Kurve eine weitere tolle Aussicht auf das Meer, die vorgelagerte Felseninsel Pag und auf der anderen Seite in die Berge.
Am Ende des Meeresarmes biegen wir ab nach Zadar. Beim Yachthafen in der Nähe der Altstadt finden wir einen Parkplatz. Von hier erkunden wir die nette Stadt auf der Halbinsel zu Fuss. Die Meeresorgel ist eines der Highlights der Stadt. Die Orgel spielt Töne je nach Wellengang, mal harmonisch, mal forte.
Später auf dem Weihnachtsmarkt gibts einen Snowburger und als Dessert Fritule, frittierte Teigbällchen mit flüssigem Schoggi.
Wir übernachten auf dem Falkensteiner Premium Camping Zadar. Eigentlich sind diese 4- und 5 Sterne Campings nicht so unser Ding, aber im Winter schätzen wir sie hier gleichwohl, weil sie offen sind, gute Sanitäranlagen haben, sehr wenig Besucher anwesend sind und als schöner Nebeneffekt, nur die Hälfte kosten wie im Sommer.
Wir fahren weiter südlich. Zwischen Zadar und Split ist es sehr touristisch. Die Berge sind weiter vom Meer entfernt als oberhalb von Zadar. Daher gibt es grössere Strände. Auch der Bora bläst normalerweise "nur" zwischen Triest und Zadar richtig fest.
Da das Wetter nach Regen ausschaut, suchen wir bereits bei Sibenik wieder einen Camping. Auf der App "Park4Night" finden wir nichts befriedigendes, nicht nur irgend einen Parkplatz am Strassenrand, zum Übernachten. Die vielen Campings sind alle seit Ende Oktober geschlossen. So fahren wir auch zum, gemäss App, geschlossenen Camping Amadria Park Camping und Hotel Resort am Meer, um eventuell auf einem Parkplatz vor der Anlage zu parken.
Beim Vorbeifahren sehen wir, dass ein Securityman vor der Schranke steht. Wir wenden und fahren zurück.
Ja, klar, der Platz ist offen, heisst er uns willkommen. Super wir sind heute die einzigen Gäste auf dem Platz, auf welchem im Sommer 2500 Menschen ihre Ferien "geniessen"...
Die Anlage ist riesig. Wasserparks, diverse Pools, Indoorpools, Minigolfanlage, diverse Restaurants und Strandbars, Konferenzzentrum, einfach gigantisch und viele Katzen...
Nach unserem Erkundungsrundgang beginnt es zu Regnen. Am Morgen früh kommt noch ein richtiges Gewitter mit Blitz und Donner vorbei. Aber pünktlich auf den Morgen ist es wieder schön.
Am Samstag fahren wir weiter der touristischen Küste entlang bis nach Split. Da es schon drei Uhr ist, beschliessen wir die Stadtbesichtigung am Sonntag zu unternehmen und jetzt auf den Camping in Split zu fahren, da es in einer Stunde schon wieder anfängt zu dunkeln.
Der Camping in Split ist nicht optimal gelegen für uns. Das Zentrum ist nicht in walking distance und im ÖV sind Hunde nicht erlaubt...
Aber da Morgen ja Sonntag ist finden wir sicher einen Parkplatz. Die nette Dame vom Empfang gibt uns sogar einen Geheimtipp, dieser zentrale, grosse Parkplatz sei direkt bei ihr zu Hause und da hätte es immer Plätze...
Am Sonntag fahren wir los. Je näher wir zum Zentrum kommen, desto mehr Verkehr hat es, wie in der Rushhour!
Viele steuern Richtung Stadion und Eventhalle. Wir denken, vielleicht ein Fussballmatch von Hajduk Split oder ein Konzert.
Wir finden den Geheimtipp, aber der Parkplatz ist voll und es hat viele andere, welche ebenfalls auf der Suche nach einer Parklücke durch die Quartiere schleichen.
Unterdessen haben wir festgestellt, dass Weihnachtsmarkt in Split ist und jeder der ein Teil mit vier Räder hat will in die Stadt...
Wir streifen nun ebenfalls mit unserem sechs Meter langen Kastenwagen durch die engen Strassen mit unzähligen anderen "Spliter". Eigentlich wollen wir schon wieder zurück zum Camping, da sehen wir auf der Strasse zum Hafen einen Wegweiser zu einem Parkplatz, auch für Camper. Beim Bahnhof, ein bewachter Parkplatz für € 7.-/Std und sogar noch ein paar Plätze frei. Passt, viel näher zur Altstadt geht fast nicht.
Auf der Promenade findet der Weihnachtsmarkt statt. Es hat viele Stände und noch mehr Menschen. Wir schlendern durch die Stände und Caja kontrolliert den Boden. Sie macht es gut in der Menschenmasse und ist immer auf Draht, weil es scheinbar auch nach Katzen duftet. Zwischendurch wird auch der eine oder andere aufdringliche Hund zurechtgekläfft.
Anschliessend drehen wir eine Runde durch die Altstadt und den Diokletianspalast. Die Stadt ist sehr sauber und gepflegt. Beim Goldenen Tor steht eine grosse Statue von Spomenik Grguru Ninskomu, dem Bischof Gregor von Nin.
Die linke große Zehe dieses Denkmals zu berühren, soll einer alten Legende nach Glück und Gesundheit bringen.
Auf dem Volksplatz setzen wir uns in ein Restaurant und versuchen zwei typische kroatische Speisen, auf Empfehlung des sehr freundlichen, englisch und ein bisschen deutsch sprechenden Kellners.
Langsam wechseln die weihnachtlichen Menschen in der Stadt gegen friedliche Hajduk Fussballfans, welche sich auf den Match einstimmen. Am späteren Nachmittag findet noch der Spitzenkampf in der kroatischen Fussballliga zwischen Rijeka und Hajduk Split statt, mit dem ehemaligen FC Basel Spieler Ivan Rakitic. Das Spiel endete übrigens 2:2 unentschieden.
Wir durchqueren noch einmal den Weihnachtsmarkt und machen uns anschliessend wieder auf den Rückweg.
Split hat uns sehr gut gefallen, obwohl wir am Anfang ein wenig frustirert waren.
Nächstes Ziel ist Bosna i Hercegovina - wir sind gespannt, was wir erleben werden.
Montag 16. bis Mittwoch 18. Dezember 2024
Am Montag folgen wir weiter der Strasse D8, mit den schönen Aussichten, welche von Rijeka bis Dubrovnik immer entlang der Küste führt. Dabei sind uns die Orte Omiš und Makarska speziell aufgefallen. Im Hafen von Makarska machen wir Mittagspause und geniessen feines traditionelles Essen.
Danach gehts wir weiter Richtung Südwesten. Schon bald müssen wir uns wieder um die Übernachtung kümmern, aber je weiter südlich wir kommen, desto rarer werden die Vorschläge unserer beliebtesten Apps, weil die meisten Campings im Winter geschlossen sind...
Und so ist es wieder stockdunkel um 17 Uhr, als wir einen Autokamp suchen. Aber scheinbar ist es mehr eine Mandarinenplantage mit Parkplätzen im Sommer für Camper. Wir entscheiden uns für einen Parkplatz mitten im Städtchen Opuzen am Fluss Neretva. Nachdem wir aus einer vermeintlichen Sackgasse rückwärts fahren und durch enge Gassen zirkeln finden wir den Parkplatz.
Nach einer unerwartet ruhigen Nacht wird am nächsten Morgen das hübsche, gepflegte Zentrum vom Ort auskundschaftet. Es hat viele Gemälde, Skulpturen und Kunstwerken an alten unbewohnten Häuser. Auch die bewohnten Gebäude sind zum Teil dekoriert. So sieht ein Dorf mit Kriegsspuren und verlassenen Gebäuden gleich viel angenehmer und wohnlich aus.
Wir fahren weiter dem Neretva flussaufwärts Richtung Bosna i Hercegovina und sind gespannt auf den Grenzübertritt. Nach Metkovic kommt zuerst der kroatische Zoll, ID Kontrolle und schon haben wir die EU verlassen. Nach etwa 100 Meter weiter der BiH Zoll. Wieder ID Kontrolle, alles ok, wir können weiter fahren. Wir sind erleichtert, wie einfach es ging. Wir haben im Internet gelesen, dass Fahrzeuge kontrolliert werden und ein Versicherungsnachweis verlangt wird und für Hunde ein amtstierärztliches Gesundheitszeugnis, nicht älter als 10 Tage, vorzuweisen ist. Ok, wir haben ja auch nicht gesagt, dass wir Caja hinter dem Fahrersitz unter dem Tisch dabei haben ;-)
Wir fahren weiter entlang dem Fluss nach Mostar. Andi hat vorgängig im Internet mögliche Parkplätze eruiert, aber hier in BiH haben wir ja kein Handy-Empfang mehr... Aber Andi dafür ein gutes Gedächtnis. Jedenfalls finden wir nahe bei der berühmten Brücke im Zentrum einen bewachten Parkplatz.
Die Brücke von Mostar, UNESCO Weltkulturerbe, wurde im Jugoslawienkrieg von den Kroaten zerstört und nach dem Krieg für 15 Millionen von der UNESCO und verschiedenen Länder gesponsert und von der Türkei wieder originalgetreu, mit Steinen aus dem gleichen Steinbruch, wie die original Brücke, wieder aufgebaut. Dank einem Sonderbeschluss durfte der Status UNESCO Weltkulturerbe beibehalten werden.
Wir sind froh, hat es fast keine Touristen. Durch viele Souvenierläden erreicht man die imposante Brücke. Übrigens Brückenspringer sind im Winter keine aktiv. Es braucht allerdings schon ein bisschen Mut von der 28 Meter hohen Brücke in den Fluss zu springen.
Auf der anderen Seite, welche mehrheitlich Muslimisch ist, reiht sich wieder Souveniershop an Souveniershop.
Wir schlendern noch ein Stück durch die Gassen und sind erstaunt, als wir Mitten im Zentrum ein Gebäude mit Kriegsschäden sehen.
In einem gediegenen Restaurant mit Terrasse zum Fluss und gutem Blick zur Brücke bestellen wir uns eine traditionelle Grillplatte für zwei Personen.

Mit vollem Bauch machen wir uns wieder auf den Rückweg über die Brücke in den katholischen Teil der Stadt.
Beim Fotoshooting unterhalb der Brücke kommen wir mit einem Reiseleiter ins Gespräch, also Caja drängt sich bei ihm auf, um gestreichelt zu werden. Wir denken zuerst, er sei Schweizer, weil er auf seiner Jacke einen Sticker "Schäferhund Club Bern" aufgenäht hat. Aber die Jacke bekam er von seinem Onkel, welcher einmal in der Schweiz war. Ob es uns gefällt ihn Bosna i Hercegovina. Er ist von Sarajevo und schwärmt von seiner Stadt, aber im Moment sei auch Winter dort. Wir müssten unbedingt einmal vorbei kommen.
Dann muss er sich wieder um "seinen" Asiaten kümmern. Wir verabschieden uns und danken für die Tipps und gehen danach zurück zum Auto.
Als nächstes wollen wir nach Blagaj, wo der Fluss Buna aus einer Höhle aus dem Berg fliesst und ein Sufi Kloster neben der Quelle steht. Die Sehenswürdigkeiten besuchen wir Morgen, zuerst suchen wir einen Camping. Auf dem geöffneten Camping Mali Wimbledon sind wir die einzigen Gäste. Der Chef ist sehr freundlich, erklärt uns alles, aber wir wissen, dass er uns eigentlich zu viel für den Stellplatz verlangt, aber wir stören uns nicht an den etwa fünf Euro zu viel...
Die Nacht ist sternenklar und kalt, wir sind von schneebedeckten Bergen umgeben.
Am Morgen fahren wir zur Quelle und zum Kloster. Auf dem Parkplatz sind wir wahrscheinlich heute die einzigen zahlenden Gäste... aber der Wächter ist freundlich.
Wir spazieren 500m zu der Attraktion. Links und rechts entlang sind Marktstände, im Winter sind nur zu vorderst zwei drei Stände offen. Während der Saison muss es hier wimmeln von Touristen.
Ins Kloster, Kloster tönt so gigantisch, es ist ein grösseres Haus, dürfen wir wegen unserer vierbeinigen Begleitung nicht. Ok, überqueren wir den Fluss und suchen den Lookout für die Quelle. Auf der anderen Flussseite befinden sich diverse Restaurants mit Gartensitzplätzen, mit guter Sicht auf Quelle und Fluss. Auch hier im Winter alles leer, aber wir möchten auch nicht im Sommer hier sein...
Natürlich ist auch zum Lookout "Hundeverbot", aber das übersehen wir jetzt einmal grosszügig. Man hat eine gute Sicht auf das Kloster und die Höhle, wo ein ganzer Fluss aus dem Berg kommt.
Ein paar Fotos schiessen, noch ein bisschen staunen und das war es schon.
Auf dem Rückweg zum Auto beschliessen wir, im Restaurant einer Fischzucht die berühmten Forellen aus der Buna zu versuchen.
Im Gartenrestaurant direkt am Fluss geniessen wir eine Fischplatte für zwei Personen. Die Forellen sind sehr gut. Bezahlen dürfen wir mit Euro und auch der grösste Teil des Rückgeldes kommt in dieser Währung.
Beim Warten auf das Essen bestaunen wir einen Mann, welcher in den Bäumen an einem Seil hängt, mit Helm und Visier, aber sonst ohne irgend eine Schutzausrüstung und sägt einem Baum die Äste und den Stamm zurück. Gefährlich ist noch der harmloseste Ausdruck, welcher uns in den Sinn kommt.
Nach dem feinen Essen fahren wir weiter zu den Wasserfällen von Kravlica. Vor dem Eingang befindet sich ein neuer, riesiger, Parkplatz, in der Saison scheinbar gebührenpflichtig, aber jetzt gratis.
Aber der Eintritt zu den Wasserfällen kostet €10.-p.P., auch im Winter und am späteren Nachmittag!
Wenigstens darf Caja gratis mit. Wir spazieren 500 Meter runter zu den eindrücklichen 120 Meter breiten und 26 bis 28 Meter hohen Wasserfällen. Im Sommer darf oder kann man hier im kalten Wasser baden und Liegestühle mieten. Es hat auch diverse Bars und Restaurants, ein richtiger Touristenhotspot halt...
Nach den obligaten Föteli knipsen und noch ein wenig herum schauen, haben wir es gesehen. Der Rheinfall ist halt schon noch eine Nummer grösser.
Das war unser Bosnien und Herzegowina Trip. Die Menschen sind alle sehr freundlich, das Essen ist gut, die Campings sind auf einem tiefen Level aber sauber und gepflegt. Die Verkehrswege sind in schlechtem Zustand, ausser der Autobahn, welche von der EU gesponsert wurde. Das Land macht allgemein aber eher einen ärmlichen Eindruck.
Wir "suchen" den Weg zur Grenze. Das GPS lots uns in eine schmale, schlechte Strasse und so fahren wir zuerst an der Abzweigung vorbei, weil wir denken, das ist keine richtige Strasse!
Aber es ist wirklich der richtige Weg. Wir kurven noch über einen Hügel, zwei- drei kleine Weiler und schon sind wir an der Autobahneinfahrt für nach Kroatien. Wir wollen aber nicht auf die Schnellstrasse und folgen so ein paar hundert Meter der Strasse zur Grenze. Ausreise BiH, Ausweise kontrollieren und gut ist.
Weiter zum Kroatischen- und EU Zoll. Die Dame kontrolliert unsere Ausweise und fragt woher wir kommen. Sie meint sehr freundlich, sie müssten uns kontrollieren, es sei nicht normal, dass Wohnmobile über diesen Grenzübergang kämen. Wir erklären ihr, dass wir lieber über Land als auf Autobahnen fahren. Sie verstehe, aber der Kollege werde uns kontrollieren, wir sollen rechts ran fahren.
Der ebenfalls sehr nette Zöllner will einmal hinten in unseren Sprinter reinschauen. Als er sieht, was wir alles geladen haben, fragt er, ob wir Camper wären :-)
Er möchte auch noch auf der Seite einen Blick rein werfen. Da meldet sich natürlich unser Hündchen Caja. Die Kontrolle ist ab jetzt vergessen... Wir haben alle notwendigen Papiere dabei und Caja ist gechipt, aber an diesem Grenzübergang haben sie kein Chiplesegerät, wir müssten eigentlich zurück und über den Autobahngrenzübergang. Da meldet sich wieder die nette Zöllnerin und sagt, wir seien ja auch aus dem Schengenraum gekommen und es sei ok, wir dürfen "ausnahmsweise" weiter fahren.
Wir nehmen den Weg Richtung Dubrovnik aber langsam fängt es schon wieder an zu dämmern und wir haben keinen Plan, wo wir übernachten wollen. Auf der App sehen wir nur Parkplätze in naher Entfernung. So entschliessen wir uns, bis zu der neuen Brücke auf die Halbinsel Pelješac zu fahren, mit welcher man nun nicht mehr durch BiH fahren muss, um in den südlichen Teil von Kroatien zu kommen.
Auf dem neuen Rastplatz, direkt neben der Brücke, übernachten wir mit noch zwei anderen Camper und ein paar Lastwagen. Wir haben eine tolle Aussicht auf die beleuchtete, elegante Hängebrücke.
Donnerstag 19. bis Montag 23. Dezember 2024
Nach dem relativ ruhigen übernachten auf dem Rastplatz fahren wir am nächsten Tag ohne grössere Unterbrüche bis nach Dubrovnik, das nächste UNESCO-Weltkulturerbe. Es gibt einen grossen Parkplatz, von welchem man in etwa einer Viertelstunde das Zentrum erreicht.
Wir finden die Altstadt von Dubrovnik mit den mächtigen Stadtmauern mit Wehrgängen auf Anhieb. Leider ist das Wetter bedeckt und regnerisch und so ist alles grau in grau. Es hat wenig Besucher in der imposanten Stadt. Obwohl die Altstadt relativ gross ist hat man das Zentrum gleichwohl bald auskundschaftet. Im Kroatienkrieg 1991 und 1992 wurde Dubrovnik von der Jugoslawischen Volksarmee belagert und beschossen. Die Kriegsschäden wurden baulich behoben.
In der Altstadt laufen Vorbereitungen für eine Silvesterparty, es wird eine grosse Bühne aufgebaut, zudem hat es viele Essens- und Getränkestände - Weihnachtsmarktähnlich halt.
Danach verdrücken wir einen "traditionellen" Snowburger...
Nach drei Stunden Dubrovnik spazieren wir zurück zum Camper. Der Parkplatz hat eigentlich ein cooles Bezahlsystem. Beim Einfahren wird die Autonummer gescannt und beim Ausfahren fährt man vor die Schranke, die Nummer wird wieder gelesen, mit der Kreditkarte kann man direkt bezahlen und die Schranke öffnet sich. Ausser bei uns! Entweder können sie unsere Autoummer oder die Kreditkarte nicht lesen. Wir drücken auf den "Help" Button und die Schranke hebt sich ohne Kommentar. Danke Dubrovnik fürs gratis parken :-)
Einer der wenigen offenen Campings befindet sich, ein paar Kilometer südlicher, in Kupari. Die nette Besitzerin vom etwas heruntergekommenen Autokamp Matkovica empfängt uns freundlich und erklärt uns alles. Für uns stimmt es, ausser die Dusche, halb im Freien und nur mit Duschvorhang, werden wir nicht benützen.
Im Einkaufszentrum auf der anderen Strassenseite können wir unser Vorräte wieder auffüllen. Kurz nach der etwas kürzeren Pinkelrunde mit Caja beginnt es zu winden und regnen und es hört nicht auf bis am nächsten Morgen.
Am Freitagmorgen regnet es weiter. Es wird der Radar kontrolliert, wann der beste Moment für Cajas Geschäfte ist. Leider benötigte sie ein bisschen mehr Zeit, als das kurze, vorher gesagte, regenfrei Fenster und so wurden Herr und Hund begossen, weil die Schnüffelnase länger braucht, um ihre "News" zu lesen......
Bei der Runde entecken wir in der Bucht von Kupari drei verlassene Hotels, welche durch den Beschuss im Krieg zu Lost Places wurden. Wahnsinn, ehemalige Luxushotels an bester Lage verfallen...
Und Heute wird der Strand von den Einheimischen im Sommer benutzt, als wären die Ruinen nicht vorhanden...
Wir fahren weiter südlich. Heute wollen wir Kroatien endgültig verlassen und in Montenegro weiter reisen. Doch zuerst besuchen wir noch den südlichsten Zipfel von Kroatien, die Halbinsel Prevlaka. Die Landzunge liegt am Eingang zur berühmten Bucht von Kotor und war über Jahrhunderte ein strategisch wichtiger Punkt.
Die Halbinsel war ein Militärstützpunkt der jugoslawischen Volksarmee und nicht öffentlich zugänglich und heute ebenfalls ein Lost Place. Unterdessen hat es aufgehört zu regnen.
Wir fahren nach topografischer Karte auf dem GPS, durch bald zugewachsene Wege und finden oben auf dem Hügel einen Helikopterlandeplatz und daneben viele verfallene Bunker und Gebäude.
Rundherum holt sich die Natur die Strässchen und die langsam zerfallenden Gebäude zurück. Leider liegt aber auch überall neuzeitlicher Abfall herum. Es windet stark aber es regnet nicht mehr. Zuvorderst auf der Landspitze sehen wir einen Leuchtturm. Unterhalb steht auch die um 1850 von östereichisch ungarischen Truppen erbaute Festung. Von der Burg können wir noch ein Stück weiter hoch fahren, dann geht es nur noch zu Fuss weiter. Wieder oben auf dem Hügelzug stehen die Überreste alter Geschützstellungen der jugoslawischen Volksarmee. Der Leuchtturm ist allerdings immer noch in Betrieb.
Zurück bei der alten Festung von 1850, welche scheinbar restauriert wird, machen wir Mittag.
Weiter geht es nach Montenegro. Beim kroatischen Zoll können wir ohne Kontrolle ausreisen. Nach 1400m kommt der montegrinische Zoll. Wir müssen nur ID und Fahrzeugausweis vorweisen und schon sind wir in Montenegro, problemloser als befürchtet und als in Foren im Internet beschrieben... Montenegro ist nicht in der EU, hat aber Euro als offizielle Währung.
Wir merken rasch, dass der Fahrstil der Einheimischen, sagen wir einmal, dynamischer ist als das, was wir bis jetzt auf dem Balkan erlebt haben. Auch russische und ukrainische Kennzeichen sieht man hier öfter.
Wir kurven um die Bucht von Kotor und es beginnt wieder zu regnen. Campings entlang der Küste sind alle geschlossen und so sind wir schon bald in Kotor. Hier gibt es auch keinen Camping aber 24/7 bewachte Parkplätze ohne Service, dafür Stadtnahe und ähnlich teuer wie ein Camping.
Wir unternehmen noch einen Spaziergang durch Kotor und haben das Gefühl, es ist schon tiefe Nacht, dabei ist es erst nach 18 Uhr. Kotor gibt sich das Label als katzenfreundliche Stadt, City of Cats... Das ist genau im Sinn von unserer Caja!!!
Die Stadt ist schön weihnachtlich beleuchtet. Man merkt an den vielen Restaurants und Souverniershops, dass man in einer touristischen Stadt ist. Aber es weht ein kalter Wind und so beenden wir unsere Stadtbesichtigung.
Am nächsten Morgen erstehen wir uns bei einem Kiosk eine Tourist-SIM Karte von Montenegro. Weil wir nicht mehr in der EU sind funktionieren unsere Handysabos nicht mehr.
1500 Giga, 21 Tage gültig, für nur €15.-, ist sehr günstig und soll im ganzen Balkan funktionieren. Wir haben noch ein "altes" Mobil dabei, welches nun als mobiler Router eingesetzt wird. Anschliessend durchqueren wir die schöne Innenstadt noch einmal. Caja testet wieder die Reissfestigkeit der Leine und die Reaktion ihres Chefs mit spontanen Antritten um einer Katze nachzujagen.
Danach fahren wir weiter über die eindrückliche Serpentinenstrasse mit 17 Spitzkehren und wunderschöner Aussicht auf Kotor und die ganze Bucht, hoch in den Lovcen National Park, rund um den gleichnamigen Berg. Hier oben liegt Schnee und auch die Strasse ist in schattigen Passagen schneebedeckt.
Um durch den Park zu fahren, muss man €3.- bezahlen. Kurz nach der Zahlstelle sehen wir kleine Tiere hinter der Leitplanke am Strassenrand. Wir halten an und stellen fest, es sind sieben herzige, dunkle, langhaarige Hundewelpen, wahrscheinlich Herdenhund und weit und breit keine Mutter in der Nähe. Wir sind der Meinung, so wie sie ausschauen, sind sie erst vor kurzem hier ausgesetzt worden... Es ist um 0°, Schnee. Die Puppies haben keine Chance, aber wir können sie nicht mit nehmen. Andi streut ihnen zwei Becher Trockenfutter von Caja, damit sie zusammen hier bleiben. Danach fahren wir zurück zur Zahlstelle und melden die Sichtung. Der Parkwächter sagt, er rufe seinen Kollegen, aber hier im Ort hätte es viele Hundebesitzer und ihre Hunde wären frei unterwegs... Vielleicht sei die Mutter auf Futtersuche... Wir können leider nicht mehr für die Welpen unternehmen. Die meisten Menschen auf dem Balkan haben keine Achtung vor Hunden und allgemein vor allen Tieren.
Die Stimmung bei der Weiterfahrt ist bedrückt, wir sind sehr traurig und hoffen, dass der Ranger sich wirklich um die Hündchen kümmert. Die ganze schöne, schneebedeckte Landschaft, der blaue Himmel und die Sonne geraten in den Hintergrund, was hätten wir noch tun können? Wir denken noch oft an die Puppies...
Um halb fünf Uhr fahren wir bei einem weiteren sensationellen Sonnenuntergang runter ans Meer bei Budva.
Und einmal mehr müssen wir in der Finsterheit einen Camping suchen. In der Nähe oberhalb von Budva finden wir, dank GPS, auf einem "neuen" Camping einen Platz. Der Besitzer erscheint, kurz nachdem Marianne angerufen hat und heisst uns mit einem Glas Rakija willkommen. Petar spricht sogar deutsch.
Am Sonntag geniessen wir die Sonne und beschliessen noch eine Nacht auf dem netten Camping zu bleiben.
Das Wetter ist schön aber es weht ein unangenehmer Wind. Hier hoch über dem Meer hat es viele Mehrfamilienhäuser mit Eigentumswohnungen, welche nur in den Ferien benützt werden. Grotesk ist, dass Russen und Ukrainer im gleichen Haus Wohnungen belegen und miteinander Ferien geniessen... muss man nicht verstehen...
Petar erklärt uns auch die Geschichte vom Balkan, die unterschiedlichen ehemaligen Herrscher und die vielen verschiedenen Religionen und dass es immer noch nur ein Streichholz braucht und das Stroh wieder brennt. Tragisch, alle Länder wollen in die EU aber untereinander finden sie keinen richtigen Frieden...
In der Nacht beginnt es zu regnen und hört bis am Morgen nicht mehr auf. Wir verabschieden uns und fahren runter nach Budva, aber wegen dem schlechten Wetter und auch weil wir keinen Parklatz finden lassen wir den Besuch von Budva aus. Die Stadt wurde übrigens 1979 bei einem Erdbeben fast vollständig zerstört und wieder originalgetreu aufgebaut. Budva ist ein beliebter Badeort an der Adria mit vielen mehrstöckigen Hotels.
Montag 23. bis Donnerstag 26. Dezember 2024
Von Budva folgen wir weiter der Küstenstrasse bei regnerischem Wetter. Nach etwa 20km biegen wir links ab auf eine Passstrasse auf knapp 700m und auf der anderen Seite runter an den Shkodarsee. Es ist der grösste See der Balkanhalbinsel und sogar der grösste See Südeuropas. Unten am See folgen wir der Tourist-Panoramaroute Richtung Süden. Wegen des schlechten Wetters sehen wir den See leider nur schemenhaft. Ausserdem ist die schmale Touristenstrasse in einem sehr schlechten Zustand, Schlaglöcher, abgebrochene Strassenränder und Gestrüpp welches in die Strasse wächst. Für die 50km benötigen wir über 2 Stunden. Kurz danach stehen wir schon an der Grenze zu Albanien.
Vor dem Zoll 800m Stau! Aber gewisse Albaner kennen nichts und überholen die stehende Kolonne einfach auf der Gegenfahrbahn und bei Gegenverkehr fahren sie an den linken Strassenrand. Wahrscheinlich denken sie, die Autos in der Kolonne sind alle geparkt und da kann ich vorbeifahren... ist übrigens bei jeder stehenden Kolonne so.
Nach etwa einer halben Stunde erreichen wir den Zoll und der Zöllner fragt uns nur: "How many People are you?" "Two" "its ok, you can to the next counter". Gleiche Frage, wieviele Personen seid ihr? Zwei. ok, ihr könnt gehen. Das war die Einreise in Albanien...
Unterdessen ist es auch wieder dunkel als wir nach ein paar Kilometer die Stadt Shkodar erreichen. Die Albaner fahren wie Verbrecher. Es wird überholt links und rechts, Verkehrssignalisation braucht es gar nicht. Dank dem GPS finden wir den vorher ausgewählten Camping Windmill. Ohne Hilfe wären wir wahrscheinlich nicht bis ans Ende der Strasse gefahren. Gestapelte Abbruchautos am Strassenrand und viel Abfall... aber der Camping ist mehr oder weniger ok und die Besitzer sehr freundlich. Sie produzieren auch noch Bio Olivenöl und Rakji. Zur Begrüssung gibt es einen Rakji, wir sind heute die einzigen Gäste.
Im Campingrestaurant essen wir ein feines albanisches Nachtessen. Die Köchin wurde wahrscheinlich extra wegen uns aufgeboten.
Am nächsten Tag möchten wir unsere Kleider waschen. Sie haben zwei Waschmaschinen und zwei Tumbler, aber je eine Maschine funktioniert im Moment nicht und der zweite Tumbler hat auch ein Problem. Jedenfalls können wir nur eine Maschine waschen und die Wäsche an der Luft trocknen. Dazwischen fahren wir mit dem Camper in die Stadt, weil wir für über die Festtage noch etwas zu Essen brauchen und eine SIM-Karte, weil die Montegrinische hier nicht mehr funktioniert.
Der albanische Strassenverkehr besteht aus Chaos. Es wird gedrängelt wo es geht. Die Hauptverkehrsachse ist Doppelspurig und am Rand eine Reihe Parkplätze. Wenn vor dem Lokal, welches der Albaner besuchen will, kein Parkplatz frei ist bleibt er auf der rechten Spur mit Warnblinker und laufendem Motor stehen. Lokale, Läden und Kioske gibt es viele in den Städten. Dadurch fällt natürlich auch die rechte Spur weg, weil alle nur noch auf der linken Spur fahren. Die Drängleralbaner fahren aber jetzt bei jeder Lücke auf der rechten Spur mit Vollgas nach vorne und drücken vor einem geparkten Auto wieder auf die linke Spur.
Kreisel sind auch so spannend, bei der Einfahrt stehen einfach so viele Autos nebeneinander, wie gerade Platz haben. Logischerweise steht derjenige, welcher den Kreisel zuerst wieder verlassen will auf der linkesten "Spur"... Trotz der chaotischen Fahrweise wird nicht reklamiert oder gehupt, es ist halt einfach so.
Wenn man innerorts mit 60 unterwegs ist, wird man locker mit 80 überholt, auch bei Gegenverkehr. Die Albaner fahren mit der Einstellung, der Entgegenkommende weicht dann schon aus.
Im Weihnachtseinkaufsverkehr finden wir irgendwann einen Parkplatz am Strassenrand vor einem Café. Caja bewacht das Auto, wir laufen los, ein Lebensmittelladen, eine Metzgerei, eine Bäckerei sind auch in der Nähe und die Gemüsefrau hat ihre Ware am Boden ausgelegt. Dazwischen suchen wir noch rasch einen Bancomat, weil Metzger, Bäcker und das Gemüsefraueli nur Bargeld nehmen. Auch die SIM-Karte kann nur bar bezahlt werden, wir kaufen eine Touristcard für 3 Wochen mit 100 Giga für umgerechnet Fr. 30.- welche in allen nicht EU Länder auf dem Balkan gültig ist.
Jedenfalls finden wir alles was wir suchten und sind unfallfrei wieder aus dem Zentrum gekommen.
Am Heilig Abend kredenzen wir uns ein Käsefondue mit einer von zu Hause mitgenommenen Käsemischung.
Anfangs Abend gibt es immer wieder Stromausfälle, wahrscheinlich Überlastung vom Netz wegen all den Weihnachtsblinkblink... Die ganze Stadt ist bis zu einer Minute dunkel, ausser der langsam nach Käse riechende Camper aus der Schweiz :-)
Wir geniessen unser Fondue und weil wir autark sind stören uns die Stromunterbrüche nicht.
Am Weihnachtstag fahren wir weiter und besuchen in der Nähe von Shkodar, Ura e Mesit, die längste osmanische Brücke in Albanien. Danach suchen wir den Weg ans Meer in Shengjin, einem Badeort mit langem schönem Strand, wie es sie überall auf der Welt gibt, ein Hotel neben dem Anderen und eine Strandbar an der Nächsten.
Jetzt im Winter natürlich alles verlassen, ausser ein paar verlassenen Einheimischen. Wir machen Mittagspause im Camper mit Sicht aufs Meer.
Weiter geht es Richtung Durres, zuerst Landstrasse, irgendeinmal wir es eine, neue Autobahn, gebührenpflichtig, aber im Moment noch gratis, weil sie wahrscheinlich testen.
Gegen Durres verdichtet sich der Verkehr und wir lernen wie man albanisch ab der Autobahn fährt und das geht so:
Man fährt logischerweise auf der linken Spur und bei der Ausfahrt, die Ausfahrten haben übrigens sehr kurze Ausfahrtsstrecken, stellt man den Blinker und zieht gleichzeitig nach rechts und steht auf die Bremse. Bei dichtem Verkehr muss so auch die Überholspur anhalten, weil irgend so eine Trantüte auf der linken Spur stehen bleiben muss, weil auf der rechten Spur diejenigen stehen, welche auch noch in die Ausfahrtspur drängen müssen. Und so entsteht bei jeder Ausfahrt ein Stau...
Wir finden bei Durres einen hübschen, neu angelegten Platz, den Camping Wonderful, an einem kleinen Tümpel in einer Oliven- und Granatapfelplantage. Das nette Girl vom Empfang erklärt uns alles und schenkt uns danach noch einen Sack mit Granatäpfel. Als einzige Gäste dürfen wir uns grosszügig auf dem Platz ausbreiten, wir bleiben zwei Nächte, da wir Morgen noch unsere Wäsche waschen wollen.
Am Stephanstag haben wir Wasch- und Ruhetag. Wir spazieren zum nächsten Mini Market um ein paar Kleinigkeiten zu posten. Trottoirs oder Fussgängerwege kennt man in Albanien nicht. Es ist gefährlich entlang einer Strasse zu gehen, da zwischen 60 und 80 km/h durch die Orte geblocht wird. Auf dem Weg zum Lebensmittelgeschäft kommen wir an unzähligen Autowerkstätten, Ersatzteilverkäufer, Pneuhändler und Carosseriespengler vorbei.
Wir staunen, das Auto ist in Albanien wichtiger als Essen, wobei Mini-Market hat es in den Städten auch sehr viele. Jeder Albaner hat scheinbar sein Business... oder kennt einen der einen kennt.
Aber generell sind die Menschen sehr nett und hilfsbereit. Wir haben bis jetzt nur positive Erfahrungen gemacht.
Aber wenn der Zündungsschlüssel am Auto gedreht wird, werden sie egoistische, rücksichtslose Menschen.
Wir sind Gast in diesem Land, nehmen es zur Kentnis und fahren entsprechen vorsichtig.
Freitag 27. bis Sonntag 29. Dezember 2024
Unser nächstes Ziel ist der Ohridsee. Wir fahren ausnahmsweise auf der Autobahn nach Tirana, wo wir etwa eine Stunde im Stau stehen, wegen der oben beschriebenen Fahrweise der Albaner. Die Luft in Tirana ist sehr schlecht, man sieht schon von weitem eine Smogwolke über der Stadt. Von Tirana bis Elbasan hat es nicht viel Verkehr auf der schönen Autobahn. Am Ende der Autobahn wird von zwei auf eine Spur verengt. Aber logischerweise nicht für Albaner! Rechts hat es ja noch einen Pannenstreifen wo man weiter nach vorne fahren kann und links kann man problemlos auch noch über die Sperrflächen weiterfahren... und so wird aus einer einspurigen Strasse eine dreispurige. Irgendwann kommen dann doch Leitplanken und es passt nur noch ein Fahrzeug durch. Reissverschluss - denkste, drängeln, drängeln...
Nach einem weiteren Stau rund um Elbasan fahren wir weiter auf der SH3 über Land in die Berge. Die Landschaft ist am Anfang eintönig, flach, in der Ferne sieht man schneebedeckte Berge, aber je mehr man in die Berge kommt wird es interessanter. Mit den Dörfern ist es eher umgekehrt, je weiter weg von den Städten desto ärmlicher schaut es aus. Es liegt auch viel Abfall überall am Strassenrand. Wir vergleichen immer wieder mit Marokko.
Es stehen viele Bauruinen in der Landschaft oder vielleicht sind es auch nur Bauunterbrüche weil das Geld fehlt... Wir haben aber auch gehört, dass Baugesetze nicht eingehalten wurden und darum nicht weitergebaut werden darf.
Nach Perrenjas überqueren wir einen etwa 940 Meter hohen Pass und bewundern anschliessend beim auf der anderen Seite runterfahren das schöne Panorama vom Ohridsee und dem schneebedeckten Galicicagebirge im Sonnenuntergang. Wir übernachten auf dem Camping Rei, direkt am Wasser. Der Ohridsee liegt auf 695m und es weht ein kalter Wind. Wir gehen zum Nachtessen in das Restaurant beim Camping. Wir bestellen zwei verschiedene Arten Fisch vom See. Es ist sehr fein. Im Restaurant sind von den über 40 Gästen nur fünf davon Frauen...
Später beginnen sie zu tanzen und wir dürfen den folkloristischen Vorführungen zuschauen.
Die Nacht ist kalt, um den Gefrierpunkt, wir haben zum Schlafen die Heizung, wie fast immer, auf 14°C eingestellt.
Am Morgen, blauer Himmel, strahlender Sonnenschein, wunderbare Aussicht auf den See und die schneebedeckten Berge. Einfach nur schön, fast wie Ferien.
Der Ohridsee ist ca. 350km2 gross und gilt als einer der ältesten Seen der Welt.
In Pogradec wollten wir die Stadt besichtigen und Lebensmittel einkaufen. Aber einmal mehr Verkehrschaos. Eine stehende Kolonne zum Zentrum und auch hier überholen die Albaner auf der Gegenspur. Der Gegenverkehr muss dann auf das Trottoir ausweichen, wir können es nicht verstehen. Auf einer Kreuzung steht ein Polizist winkt mit seiner Kehle und trillert mit seiner Pfeife aber niemand beachtet ihn. Jeder fährt oder besser drängelt wie er will! Einfach nur Anarchie im Strassenverkehr. Wir finden den Ausweg aus der Stadt und kaufen am Stadtausgang in einem SPAR Laden ein. Sie haben viele Waren von Deutschland, aber einfach keine Frischprodukte, kein Fleisch und kein Käse.
Wir fahren weiter um den See. Irgendwann stehen wir an der Grenze zu Nordmazedonien. Personalausweise, Fahrzeugausweis und das erste Mal wird der Versicherungsnachweis vom Auto kontrolliert. Alles ok, fahren, aber da winkt uns noch einer zur Seite. Kontrolle, bitte hinten öffnen. Ein zweiter Zöllner kommt dazu, welcher uns beim zufahren zum Zoll schon sehr interessiert beobachtet hat. Da ruft einer aus einem vorbeifahrenden Auto "Hey Schwiizer muesch nur 10 Euro stecke, de esch guet." A... lbaner denken wir. Wir haben schon gemerkt, die zwei freundlichen Zöllner wollen nur einmal in unser Fahrzeug sehen. Beim Öffnen der Seitentüre meldet Caja sehr bestimmt ihre Meinung zu der Kontrolle. Sie schauen noch von weitem ein wenig rein und einer fragt, ob der Hund Papiere hat. Wir müssen sie aber nicht zeigen und dürfen fahren.
Kurz nach der Grenze führt eine Strasse hoch in den Galičica-Nationalpark. Aber der Gebirgszug ist schneebedeckt. An der Strasse steht ein Schild, dank Google Translate, dass die Strasse in 9 km gesperrt sei. Wir fahren trotzdem hoch, weil wir die Aussicht sehen wollen. Und tatsächlich das Panorama über den See, die verschneiten Berge, der blaue Himmel und die Sonne haben sich definitiv gelohnt. Ab 1200m ist die Strasse dann wirklich vereist und schneebedeckt und kurz danach kommt das Fahrverbot.
Andi und die Schnüffelnase spazieren noch ein Stück weiter und Caja geniesst es im Schnee.
Auf dem Rastplatz bei der Wintersperre sind mazedonische Familien mit ihren Kleinkindern am Schlitteln.
Wir fahren wieder runter und weiter dem See entlang. Nach kurzer Zeit erreichen wir die "Bay of the Bones", eine originalgetreue wiederaufgebaute Pfahlbauersiedlung. Wir besuchen das tolle Museum. Im Sommer darf man hier tauchen und selber nach Fundstücken suchen...
Eine Frau schwimmt sogar im Winter im See... brrr...
Nach dem Museumsbesuch fahren wir weiter nach Ohrid, die Destination am Ohridsee. Nach einer Runde Parkplatzsuche entscheiden wir uns für den bewachten Platz in der Nähe des Zentrums.
Ohrid ist sehr touristisch und hat auch jetzt zwischen Weihnacht und Neujahr relativ viele Touristen. Aber es ist gleichwohl angenehm. Wir spazieren durch die Gassen. Neben den vielen Restaurants hat es fast gleich viele Perlen und Silberschmuckläden. Am Ufer vom See liegen diverse Ausflugsschiffe vor Anker, im Winter sind die Kähne etwas weniger gefragt. Nach dem Sonnenuntergang wird es rasch kalt und ein unangenehmer Wind weht, wir beenden unseren Rundgang durch die hübsche Stadt. beim Parkplatz erkundigen wir uns vorsorglich, ob man auch über Nacht bleiben könnt. Ja klar kein Problem, aber wir möchten eigentlich lieber auf einen Camping. Wir haben auf unserer App einen im Visier. Aber vor Ort ist es "nur" ein Parkplatz am See in einem "komischen" Quartier und da es schon stockdunkel ist, beschliessen wir wieder retour auf den Parkplatz zu gehen. Dazwischen füllen wir noch unseren Tank, in Nordmazedonien ist der Liter Diesel nur etwa Fr. 1.10.
Der Juniorchef vom Parkplatz strahlt und fängt an zu rechnen, was eine Nacht kostet. Wir einigen uns auf €15.-
Am Morgen ist es etwa 1°C aber strahlend blauer Himmel. Wir beschliessen, noch einmal zu Fuss eine Runde durch Ohrid zu drehen. Wir parken unseren Camper in der Nähe der Seepromenade auf einem, unserer Interpretation der Tafel, am Sonntag gebührenfreien Parkplatz und geniessen die Sonne am See.
Zwei Tage später macht uns eine deutsche Touristin auf das Ticket unter dem rechten Scheibenwischer aufmerksam. Von unseren Sitzen aus sehen wir die Scheibenwischer nicht...
Kurz vor Mittag fahren wir wieder weiter um den See und zurück nach Albanien.
Vor dem Zoll eine lange Kolonne. Die schlauen Albaner bilden natürlich wieder diverse Dränglerspuren und beginnen zu hupen. Wir kommen mit einem "Zürcher" in der Reihe neben uns ins Gespräch und fragen ihn, als er auch wieder hornt, was das bringen solle, die Zöllner arbeiten so doch nur noch langsamer.
Nein, so würden sie merken, dass viele Fahrzeuge anstehen würden und sie ein bisschen schneller arbeiten sollten...
Muss man nicht verstehen.
Die albanischen Zöllner nehmen es heute sehr genau. Es wird jeder Ausweis kontrolliert. Gewisse Politiker wünschen sich ihn der Schweiz die gleichen Zustände... aber übrigens, kein einziges Auto wird angeschaut... Als nur noch acht Autos vor uns sind denken wir, jetzt haben wir es gleich geschafft. Aber es vergehen noch einmal 25 Minuten!!!
Wir stehen am albanischen Zoll 1 Std 50 Min an!!!
Weiter geht es, wir sind jetzt kurz nach der Grenze einmal rund um den Ohridsee gefahren. In Pogradec machen wir an der Promenade noch eine kurze Pause, bevor wir weiter nach Korce fahren und noch diverse halsbrecherische Überholmanöver erleben. In Korce wollen die Besitzer vom Camping gerade wegfahren und das Tor schliessen.
Glück gehabt, sie zeigen uns noch das Nötigste und würden auch noch ein Nachtessen kochen. Wir bedanken uns und gönnen ihnen den Feierabend. Auch hier sind wir die einzigen Gäste auf dem hübschen Camping.
Montag 30. Dezember 2024 bis Samstag 4. Januar 2025
Nach einer kalten sternenklaren Nacht kommt die Chefin vom Camping um etwa 9 Uhr, um das Tor zu öffnen und einzukassieren. Sie öffnet uns auch noch den Wasseranschluss, weil über Nacht wird er wegen Einfriergefahr geschlossen.
Mit vollem Wassertank fahren wir etwas später weiter. Wir folgen der Strasse SH75, welche danke EU Sponsoring gut ausgebaut wurde aber auf Googlemaps und unserem Garmin GPS noch nicht erfasst ist, auch die Signalisation wurde noch nicht geändert. Jedenfalls kommen wir an eine Abzweigung, wo die nächste grössere Stadt auf einem Wegweiser angegeben ist, aber noch über die alte, schlechte Strasse mit unendlich vielen Kurven führt. Später sehen wir von oben auf die neue Strasse und dass sie in Betrieb ist...
Wir erreichen Erseka aber auch so und von dort führt die neue ringgeliränggeli Strasse durch schöne, wenig besiedelte Landschaft über ein paar namenlose Pässe nach Leskovik auf über 900m, Nahe der griechischen Grenze. Trotz der wenigen Häuser oder Dörfer in der Region sind immer wieder Schafhirten mit ihren Herden irgendwo zu sehen.
Der Einkauf in Leskovik ist spärlich. Im Minimarket gibt es zwar fast alles, aber wenig Auswahl an frischen Lebensmittel. Die nette Kassierin, welche zwar kein Englisch spricht, verkauft uns aber trotzdem eine Flasche vom lokalen Wein. Nach dem wir auch noch ein paar albanische Lek (100LEK sind ungefähr Fr.1.-) aus einem Bancomat gezaubert haben fahren wir auf der alten Strasse direkt runter ins Tal. Die neue Strasse fährt zur Griechischen Grenze und folgt von dort dem Fluss Vjosa. Die nicht mehr oft gefahrene alte Strasse verdient den Namen "Strasse" nicht mehr, es ist eine Anreihung von Schlaglöchern, aufgebrochenem Asphalt und Abbrüchen am Rand. Es liegen auch immer wieder kleinere und grössere Steine und Felsbrocken auf dem Weg. Auf der Landkarte ist sie als sehenswerte Route eingetragen, aber mit einem normalen Auto möchten wir die Strecke nicht befahren. Aber landschaftlich ist es sehr attraktiv, hoch über einer Schlucht runter zu sehen.
Unten im Tal in Çarçovë folgen wir dem Fluss Vjosa auf wieder besserer Strasse. Nach etwa 25km erreichen wir Petran. Von dort fahren wir in ein Seitental zu der osmanischen Brücke Ura e Kadiut und den warmen Quellen daneben. Es gibt Leute, welche im warmen Wasser baden. Das Baden wäre ja noch ok, aber das Reingehen und vorallem das Rauskommen bei 9°C und wieder über die Brücke zurück...
Da es schon nach 15 Uhr ist, beschliessen wir auf dem Parkplatz bei der Quelle zu übernachten. Wir sind alleine auf dem Platz. Dank einer Neumondnacht ist es stockdunkel und die Sterne leuchten. Da es keine Lichtverschmutzung gibt, sieht man die Milkyway wunderschön, aber es ist auch entsprechend kalt, es wird unter 0°C.
Am Silvestermorgen fahren wir nach Përmet, der Metrople im Vjosatal. Es sieht so aus als wären alle Einwohner der Talschaft hier im Ort. Für die örtliche Polizei wahrscheinlich ein Highlight im Jahr, Verkehrsregelung mit Kehle und Trillerpfeife, für uns zum Ämusieren. Andi parkt in eine kurze seitliche Parklücke, wo er nachher selber staunen muss, dass der Camper überhaupt Platz hat...
In einem Market finden wir Jogurt und gefrorene Pouletbrust, Kaffee und sonst noch Dosenfutter...
Für unser Silvestermenu, Fondue Chinoise, möchten wir Kalbsfilet oder etwas ähnliches in einer Metzgerei kaufen. Dank Google Translate gibt Marianne ihren Wunsch bekannt. Die nette Verkäuferin winkt ab, leider haben sie heute gar kein Kalbfleisch... Wir suchen noch eine andere Metzgerei, aber finden nichts mehr ähnliches.
An einem Stand kaufen wir noch eine Sack Manderinen und beenden danach unseren Besuch in Përmet.
Wir fahren ein Stück weiter talabwärts. Es ist Mittag und wir beschliessen in einem Restaurant in Piskovë etwas zu essen. Dabei merken wir, dass wir genau vor diesem Dorf hätten abbiegen sollen. Wir wollen heute noch über eine Offroadstrecke ins Osumtal mit der bekannten Schlucht fahren.
Nach dem Essen fahren wir zurück und finden die Abzweigung. Der Trail startet auf 208m. Zuerst ist es eine normale ungeteerte Strasse, eine Gravelroad halt. Nach kurzem Weg wird der Weg steil und schlecht. Wir kraxeln Meter für Meter, Kurve um Kurve höher. Die Aussicht wird immer besser und der Trail schlechter. Auf etwas über 730m erreichen wir den Weiler Raban. Hier wohnen doch tatsächlich Leute. Wir denken daher, der Weg von der anderen Seite wird besser sein. Ausgangs von den Häuser steht ein Bagger, mit welchem sie wahrscheinlich nach Regen die Schäden wieder korrigieren. Aber der Trail wird nicht besser. Bei nasser Unterlage wäre der Weg richtig gefährlich, es geht in einer Bergflanke recht steil aufwärts und auf der Seite befindet sich der Abhang. Etwas weiter auf 880m befindet sich wieder ein paar Häuser, Bejkollare. Die drei, vier Häuser sehen bewohnt aus, aber wir können uns nicht vorstellen, dass hier Leute wohnen, welche jeden Tag runter ins Tal fahren. Gut mit einem normalen 4WD Auto kann man sicher einiges schneller fahren als wir mit unserer Kleinraumwohnung auf Räder. Wir klettern weiter und nach etwas mehr als einer Stunde und nach 14.5 km erreichen wir den höchsten Punkt auf 952m. Nach weiteren 1,5 bis 2km folgt der nächste Weiler. Sevran i Madh, der Ort sieht aber wirklich bewohnt aus, es hat Olivenplantagen und Reben, sogar einen Camping und auf einem Platz spielen vier Kinder mit einem Ball. Von hier aus sieht die Strasse schon mehr befahren aus. Es kommen uns hier auch ein paar Einheimische entgegen mit ihren Offroad-Fahrzeugen. Nun folgen lehmige Abschnitte, immer noch abwärts, welche bei feuchter Witterung auch nett zu befahren wären. Man sieht zwischendurch tiefe Gräben von Räder. Unterdessen ist vier Uhr auch schon vorbei und wir stellen fest, dass wir keine Ortschaft mehr erreichen werden, weil bei Dunkelheit in unbekanntem Gelände fahren ist wirklich gefährlich. Nach dem überqueren einer Stahlbrücke mit Brettern als Fahrbahn finden wir unten am Osumfluss eine grössere Ebene, wo früher irgend eine Fabrik stand und heute ein Köhler daneben seine Feuerstellen hat, aber ausser zwei Hunden ist weit und breit niemand zu sehen. Wir beschliessen hier zu bleiben über den Silvester. Die zwei Hunde bellen uns an, aber Andi wirft ihnen nach dem Öffnen der Seitentüre eine Handvoll Hundefutter hin und von da an sind wir Freunde. Auch Caja wird von den zweien aktzeptiert, der eine spielt sogar mit ihr. In absoluter Ruhe und Einsamkeit verbringen wir den Silvester. Aus dem Fondue Chinoise mit Pouletbrust wird nichts, da wir üppig zu Mittag gegessen haben und Marianne den ganzen Weg mit Übergeben gekämpft hat. Die Nacht ist wieder kalt und mit tollem Sternenhimmel. Aber um für die Caja Pinkelrunde nach Mitternacht raus zu gehen braucht es Überwindung, es ist stockdunkel, ohne Lampe sieht man gar nichts ausser die Sterne am Himmel. Der grössere Hund, ein Hirtenhund, liegt die ganze Nacht bei uns vor dem Camper, wir sind also gut bewacht.
Am Morgen ist es wieder schön. Irgendwann fährt ein Auto zu und ein Mann bringt den zwei Hunden etwas zu fressen und verschwindet dann wieder. Arme Hunde, aber wenigstens werden sie noch gefüttert.
Zur Verabschiedung und als Dank für die gute Bewachung gibt es für jeden Hund noch einen Riegel.
Von hier sind es nur noch zwei Kilometer bis zur geteerten Strasse und die Gravelroad ist wieder relativ gut.
Die Osumschlucht beginnt hier. Sie haben zwar ein paar Lookouts gemacht, aber touristisch könnte man schon noch mehr machen mit dieser attraktiven Schlucht, ähnlich wie die Gorges von Ardèche oder Tarn, weniger tief, dafür zum Teil enger. Irgendwo hat es noch eine weitere Stahlträgerbrücke mit Brettern aber über 20m über dem Fluss. Andi muss natürlich noch ein Fotoshooting mit dem Camper auf der Brücke machen...
Hier treffen wir ein deutsches Päärchen von Rostock. Sie sind das zweite Mal in Albanien, das erste Mal vor sechs Jahren und es gefällt ihnen gut. Die Strassen seien besser und auch mit dem Abfall hätten sie in der Zeit Fortschritt gemacht.
Wir verabschieden uns, treffen die zwei allerdings schon bald wieder bei einem Lookout. Im Cafe daneben plaudern wir noch ein wenig. Danach trennen wir uns aber definitiv.
Unser Ziel heute ist Berat. Wir erreichen die Stadt der 1000 Fenster kurz vor dem Eindunkeln. Auf einem "Camping" oder besser Parkplatz sind wir wieder einmal die Einzigen, aber der Platz ist Nahe am Stadtzentrum. Wir unternehmen noch eine Runde über den weihnachtlich beleuchteten Bulevardi Republika und den Weihnachtsmarkt. Die Albaner feuern heute am 1. Januar noch ihre restlichen Feuerwerk und Knallkörper ab. Caja hat leicht Stress, meistert die Knallerei aber gut. Es wird kalt und wir gehen zurück. Caja wird im Camper parkiert und wir gehen in ein traditionelles Restaurant gut essen. Die Chefin hat Freude an uns Schweizer und umarmt uns bei der Verabschiedung.
Am nächsten Morgen unternehmen wir noch einmal einen Rundgang durch Berat, bei strahlendem Sonnenschein und auch vielen anderen Menschen. Es knallt und zischt immer noch. Eigentlich wie bei uns zu Hause...
Am Mittag beenden wir die Besichtigung. Nun möchten wir noch mit dem Auto zur Burg hoch fahren und die Aussicht auf die Stadt geniessen. Leider will das auch ein grosser Teil der albanischen Bevölkerung... jedenfalls sehr viele. Es hat eine stehende Kolonne von der Rückseite auf den Berg und wie immer in solchen Situationen fahren die Albaner auf der Gegenfahrbahn nach vorne... Wir wenden und suchen uns den weiteren Weg Richtung Süden.
Von Berat fahren zuerst nach Norden und ab Ura Vajgurore Richtung Südwesten und geniessen die riskanten, unnötigen Überholmanöver und Verkehrsübertretungen unserer albanischen Freunde. Die Landschaft ist flach, eintönig und die Dörfer eher ungepflegt. Es ist keine Region die wir in Erinnerung behalten werden.
Richtung Küste wird es wieder lebendiger. Wir erreichen Vlora, das touristische Zentrum Südalbaniens. An der Küstenstrasse stehen auf der einen Seite Wohnblocks und grosse Hotels und auf der anderen Seite ein kilometerlanger Sandstrand. Wir fahren weiter südlich und finden auf dem Camping Rezidenca Cekodhima einen ruhigen Platz direkt am Meer, wo wir wieder die einzigen Gäste waren. Zur Begrüssung offerierte uns der Chef vom Camping einen halben Liter Weisswein.
Am Freitagmorgen regnet es leicht. Bis Orikum geht es weiter der Küste entlang und von dort auf den 1027m hohen Llogara-Pass. Durch den Berg gibt es einen Tunnel, welcher aber noch nicht eröffnet ist, wobei wir sowieso über den Pass gefahren wären.
Ab etwa 800m sind wir im Nebel. Der Pass ist auch die Wasserwende zwischen Adriatischem Meer im Norden und Ionischem Meer im Süden. Kurz unter der Passhöhe vor der Aussichtsplattform kommen wir aus dem Nebel und können das Panorama über die albanische Riviera geniessen. Die Strasse führt weiter runter ins Tal. Danach gehts kurvenreich der gebirgigen Küste entlang nach Saranda. In Saranda machen wir mit dem Camper eine Stadtbesichtigung und stehen plötzlich am Hafen in einer Fussgängerzone, welche mit Absperrpoller abgesperrt sein sollte, welche aber komischerweise unten waren. Wir wollen wenden und schon steht ein Securityman neben uns. Als er merkt, dass sich die ungeschickten Touristen verfahren haben, lässt er uns wieder rausfahren.
Saranda wäre eine hübsche Stadt mit ein paar netten Lokalen.
Wir fahren auf den Camping "Riverside" etwas ausserhalb der Stadt. Der Chef ist in den Ferien aber der Langzeitgast und ein Nachbar schauen zum Platz. Der Langzeitgast ist ein Amerikaner, welcher mit einem Wohnmobil mit holländischen Kennzeichen unterwegs ist und seit 19 Jahren in Europa lebt. Sein Frau ist sesshaft in Dänemark und er tourt durch Europa. Ihm gefällt es sehr gut in Albanien und auch Serbien findet er toll, vorallem wegen den Preisen...
Am Samstag fahren wir zur antiken Ruinenstadt von Butrint mit einem kleinen Amphitheater und Bauwerken von verschiedenen Kulturen aus mehreren Jahrhunderten.
Danach überqueren wir mit einer abenteuerlichen Drahtseilfähre den Vivarkanal. Nun sind wir schon im südlichsten Teil von Albanien angekommen und erreichen nach etwa einer halben Stunde die Grenze zu Griechenland.
Für die Ausreise aus Albanien stehen wir etwa 20 Minuten an, um ID und Fahrzeugausweis kontrollieren zu lassen... Die Einreise in die EU und nach Griechenland ist nach 5 Minuten mit zu Fuss am Schalter anstehen und ID zeigen erledigt, wobei wir mit Caja ein "vereinfachtes Einreiseverfahren" durchgeführt haben, ohne Kontrolle, diskret hinter dem Fahrersitz... aber natürlich hat sie alles Erforderliche, Heimtierpass, Tollwutimpfung mit Tittering und gechipt ist sie auch.
Eigentlich haben wir bei der Grenze ein Wechselbüro oder Geldautomaten erwartet aber denkste! Ohne einen Euro reisen wir in Griechenland ein und einen Bancomaten finden wir erst fast 30km später in der Hafenstadt Igoumenitsa, dafür gleich mehrere beieinander.
Eigentlich wollten wir Igoumenitsa noch besichtigen, aber beim Stadtrundgang werden für ein Hochzeit unzählige Knaller und Feuerwerkskörper verschossen. Unsere vierbeinige Schnüffelnase, welche ihren Radar auf Katzen eingestellt hat bekommt ein wenig Stress... Wir beenden das Unterfangen und gehen zurück auf den Parkplatz beim Hafen zum Camper.
In der Region sind keine Campings offen, aber in Plataria finden wir auf der App "Park4Night" einen Stellplatz.
Am Abend telefonieren wir mit Andis Mutter, sie feiert heute ihren 93. Geburtstag - Happy Birthday, Mami.
Wir sind ungefähr 4 Wochen durch die verschiedenen Länder vom Balkan gereist und konnten viele Eindrücke und Erlebnisse sammeln.
Kroatien war ähnlich wie in die meisten südlichen EU-Länder. Nette Menschen, schöne Landschaften und unkompliziert zum Reisen. Die Preise sind ebenfalls wie in der EU. Kroatien werden wir sicher wieder einmal besuchen.
Dazwischen machten wir einen Abstecher nach Bosnien und Hercegovina. Auch hier sehr freundliche Leute aber man sieht, dass es den Menschen finanziell nicht so gut geht wie in Kroatien. Es ist alles sehr günstig. Die Infrastruktur ist in einem schlechten Zustand. Landschaftlich ist auch Bosna i Hercegovina interessant. Es hat viele Katzen und freilaufende Hunde, wie in allen Balkanländer ausser Kroatien.
Anschliessend folgten vier Tage in Montenegro. Wiederum sehr nette Menschen und die Landschaft ist ebenfalls toll. Das Preisniveau ist höher als im Nachbarland Bosnien und Hercegovina aber immer noch günstig. In Montenegro traffen wir, gegenüber der anderen Balkanländer, viele Touristen aus Russland und der Ukraine. In den Touristenorten sehen die Dörfer und Städte sehr gepflegt aus, aber auf dem Land sind die Strassen schlecht und die Häuser sehen eher heruntergekommen aus.
Als nächstes folgte Albanien. Sehr freundliche, hilfsbereite Leute, schöne, abwechslungsreiche Landschaft mit Meeresküste und Berge. Strassenverkehr in Albanien bedeutet Chaos und Anarchie, aber es ist gleichwohl entspannt. Leider liegt im Land vom Doppeladler sehr viel Abfall in der Landschaft.
Die Preise in Albanien sind ähnlich wie in Montenegro. Diese beiden Länder sind EU-Beitrittskandidaten, aber bis zum Mitglied wird es wahrscheinlich noch eine Weile dauern...
Von Albanien aus besuchten wir auch Nordmazedonien. Wir waren nur um den touristischen Ohridsee gefahren und da war alles gepflegt und sauber. Auch die Leute sind freundlich und nett und die schlimmen Autofahrer waren Albaner...
Der Balkan ist auf jedenfall eine Reise wert. Man darf die Ansprüche nicht zu hoch setzen und sollte öfter einmal ein Auge zu drücken. Der Dezember ist nicht die beste Reisezeit aber sicher die Zeit mit am wenigsten Touristen.