France - España - Portugal - Morocco - MARIANDIONTOUR

MARIANDIONTOUR
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France - España - Portugal - Morocco

Reisen
Dienstag 21. bis Sonntag 26. November 2023
Nach kurzer, krankheitsbedingter Verzögerung starten wir zu unserer nächsten Tour. Wir freuen uns auf die Reise bis Ostern, durch Frankreich, Spanien, Portugal und Marokko. Die Route haben wir nur grosszügig geplant, wir geniessen Tag für Tag ohne festgesetzte Termine, nur, dass wir im Februar Moni und Wolli in Marokko treffen wollen.
Über die Autobahn gehts ohne grosse Unterbrechungen über Genf, Valence bis nach Montélimar.
Auf dem gut besetzten Stellplatz der Stadt verbringen wir, ausser den starken Windböen, eine ruhige Nacht.
Am nächsten Morgen fahren wir weiter Richtung Süden. Via Orange, Aix-en-Provence steuern wir Cavalaire-sur-Mer an. Hier besuchen wir unsere Australienfreunde Heike und Rudi. Wir sind unterdessen "Exclusiv Fondue Home Deliefery and Cooking Service" von Heike und Rudi :-)
Wir verbringen zwei angenehme Tage bei ihnen, unternehmen ein ein Ausflug nach Grimaud, plaudern und geniessen das schöne Wetter. Heike und Rudi wollen auch nach Marokko, wahrscheinlich treffen wir uns dort wieder.
Am Freitag verabschieden wir uns von den Zweien.
Wir fahren entlang der aussichtsreichen, kurvigen Küstenstrasse nach Hyères. Im Supermarkt werden noch die Vorräte fürs Wochenende aufgestockt. Danach zieht es uns in die Berge. Über eine schmale, steile Strasse durch den "Foret de Morieres Montrieux" erreichen wir die felsige Hochebene "Plateau de Siou-Blanc" - ist eine tolle Wanderregion. Hier sehen wir mehrere schöne Orte, wo man über Nacht bleiben könnte. Da es aber noch nicht Zeit zum Übernachten ist, fahren wir weiter. Vorbei am Circuit Paul Ricard Le Castellet über den Col de l'Ange nach Gémenos, ein kleines Städtchen am Rand vom eindrücklichen Massif de la Sainte Baume.
Am nächsten Morgen nach der Pinkelrund wird Caja auf dem Stellplatz von zwei Pitbull Terriern ohne Vorwarnung frontal angegriffen, vorallem vom Grösseren der zwei. Beide Hunde ohne Halsband... Andi kann sich zwischen zwischen die Hunde stellen und mit Anschreien und einem Kick gegen den grösseren, agressiveren Terrier, einen Kampf abwehren. Dann kommt doch noch der Besitzer der Hunde, kann das Tier mit Mühe festhalten und erklärt, sie seien freundlich... Zum Glück ist nichts passiert.
Später kommt er sich bei uns noch Entschuldigen, wahrscheinlich wollte er uns beschwichtigen, dass wir nicht zur Polizei gehen würden. Kampfhunde sind in Frankreich nicht erwünscht.
Nach der Aufregung und dem Frühstück fuhren wir weiter. Von Gémenos führt die Strasse auf den Col de l'Espigoulier. Von hier oben hat man eine sensationelle Sicht aufs Mittelmeer, in der Ferne auf Marseille und nach hinten auf das Massif de la Sainte Baume.
Weiter führt uns die schmale, kurvenreiche Passstrasse wieder ins Tal nach St-Zacharie und auf der gegenüberliegenden Talseite wieder kurvig hoch auf den Col - Pas de la Couelle. Auf der anderen Seite vom Pass sieht man die imposanten Felswände der Montagne Ste-Victoire mit dem markanten Gipfel "La Croix de Provence".
Wieder unten in der Ebene folgen wir den Felsen nach Aix-en-Provence. Diese sehenswerte Stadt besuchen wir aber ein anderes Mal. Hier nehmen wir die Autoroute und fahren nach Carro ans Cap Couronne an der Cote Bleue, wo wir das Wochenende verbringen wollen. Der Stellplatz liegt direkt am Meer. Wir stellen uns an die Front mit Blick aufs Meer. Wunderschöne Sonnenunter- und aufgänge können aus dem Camper beobachtet werden. Es windet aber stark, die Sonne scheint zwar den ganzen Tag aber es wird am Nachmittag doch nur ca. 15°C. In der Nacht ist es noch 5°C. Zum Schlafen ist es wie auf einem Boot, es schaukelt immer ein wenig :-)
Unser Stellplatznachbar, ein Deutscher, reist alleine mit seinem selbst umgebauten, offroad-tauglichem VW-Bus in Begleitung von seinem Hund Gregor. Ihre Reise hat erst vor ein paar Tagen begonnen. Zuerst wollen sie, zum Testen, nach Spanien und Portugal. Ihr nächstes Ziel ist aber Asien, bis China... ein oder zwei Jahre, einfach wie es kommt... cooler Typ! Gregor und Caja haben sich auf Anhieb verstanden, vielleicht treffen wir sie ja noch irgendwo in Spanien.
Am Sonntag spazieren wir ein Stück dem Strand entlang. Der Wind hat ein wenig nachgelassen, es ist aber immer noch unangenehm, wenigstens ist es schön und die Sonne scheint.
Montag 27. November bis Sonntag 3. Dezember 2023
Am Montagmorgen merken wir, dass der Strom im Camper abgeschaltet ist, wenigstens lief die Heizung weiter. Das Problem ist rasch erkannt. Da die Ladungen der zwei Batterien für Auto und "Wohnung" zu tief waren, hat die Elektronik abgeschaltet. Wir hörten die letzten zwei Tage fast ununterbrochen SRF1 oder 3 übers Autoradio. Dadurch wurde die Batterie vom Auto entladen. Da die Autobatterie Vorrang gegenüber der zweiten Batterie hat, wurde diese Batterie ebenfalls entladen. Mit den Solarpanels konnten die Batterien, trotz ein paar Sonnenstunden, aber wegen schlechtem Einstrahlwinkel, zu wenig geladen werden und so hat die Elektronik halt abgeschaltet... Anfängerfehler!!!
Wenigstens konnte aber das Auto wieder problemlos gestartet werden.
Nächstes Ziel, Camargue. Im nächsten Einkaufszentrum werden noch unsere Vorräte wieder aufgestockt. Bei Port-Saint-Louis-du-Rhône überqueren wir die Rhone mit der Fähre. Der nette Fähremann verrechnete uns für die Überfahrt nur den Tarif für einen PW statt für ein Womo, da Heute schlechtes Wetter sei :-)
Von Salin-de-Giraud fahren wir direkt weiter ans Meer an die Plage de Piémanson.

Kaffee und Kuchen und ein kurzer Spaziergang mit Caja am menschenleeren Strand. Danach geht es zurück nach Salin-de-Giraud und von dort möchten wir zum Phare de la Gacholle. Aber die "Strasse" von hier zum Leuchtturm führt durch das Réserve Naturelle und es braucht eine Bewilligung. Wir fahren weiter zu einem anderen Weg, der auch zum Lighthouse führt. Dieser schmale, 8 km lange Weg ist seit kurzem für Radfahrer auf vier Kilometern geteert worden und darf auch von Autos benutzt werden. Danach wechselt es auf Gravelroad mit Schlaglöchern oder besser Schlaglöcher mit Feldweg, Schritttempo ist angesagt und es scheppert und klappert überall im Camper aber nichts geht kaputt und alles ist später noch am gleichen Ort - gut geladen. Wir kämpfen uns noch ein Stück ab, bis wir beim Parkplatz vom Pumpwerk beschliessen umzukehren, weil Regen im Anmarsch ist. Da das letzte Stück zum Leuchtturm sowieso nur zu Fuss zurückgelegt werden kann und wir nicht nass wandern wollen und zweitens; es ist schon bald vier Uhr und wir brauchen noch eineinhalb Stunden bis Saintes-Maries-de-la-Mer, wo wir übernachten wollen. Also holpern wieder zurück auf die Strasse.
Überall wo man auf das Wasser sehen kann, sieht man Flamingos.
Auf dem Land kann man die berühmten "wilden", weissen Camarguepferde beobachten.

Auf der Westseite vom Étang de Vaccarès nehmen wir eine Abkürzung, wieder über eine Gravelroad mit Schlaglöchern. Nach 12 km erreichen wir wieder die normale Strasse, unterdessen regnet es. Bei der Einfahrt auf die geteerte D85A bemerken wir, dass unsere Abkürzung eigentlich ein Fahrverbot gewesen wäre... das haben wir auf der anderen Seite nicht gesehen, nur ein Hinweis, dass die Strasse bei Regen nicht benutzt werden darf.  
In Saintes-Maries-de-la-Mer möchten wir auf den ganzjährig geöffneten Camping, aber der Platz ist im November geschlossen... Also richten wir uns auf dem städtischen Stellplatz ein, welcher dafür in dieser Jahreszeit gratis ist.
Am nächsten Morgen spazieren wir noch eine Runde durch das menschenleere Städtchen und über den Strand.
Anschliessend gehts weiter nach Aigues-Mortes.

Auch dieses schöne Städtchen mit der imposanten Stadtmauer ist wie ausgestorben. Es sind nur wenige Läden und Restaurants offen. Im Sommer treten sich hier die Touristen gegenseitig auf die Füsse. Zuerst wollten wir hier auf dem Stellplatz vor der Stadt übernachten, aber wir beschliessen weiter zu fahren.
In der Mitte auf dem langen Strand zwischen Sète und Agde, auf dem Parkplatz für den Strand "Les 3 Digues", bekannt für Kite-Surfer, übernachten wir.
Bevor wir weiter fahren unternehmen wir noch einen längeren Strandspaziergang. Marianne sammelt Muscheln, es hat extrem viele davon und Caja geniesst das Herumrennen und sich Wälzen im Sand.

Unser nächstes Ziel - Carcassonne. Zuerst kreisen wir noch eine Runde durch die Altstadt von Béziers, weil wir den richtigen Ausgang Richtung Carcassonne nicht auf Anhieb finden. Béziers ist ein interessanter Ort mit vielen schönen Gebäuden und schönen Plätzen. Wir werden diese Stadt ein anderes Mal zu Fuss erkunden.
Die Landstrasse führt durchs riesige Weinbaugebiet von Minervois, welches zum Languedoc-Roussillon gehört.
In Carcassonne steuern wir auf den Stellplatz neben dem geschlossenen Camping "La Cité". Die mittelalterliche Festungsstadt wollen wir am nächsten Tag besuchen.

Von unserem Übernachtungsplatz ist es nur ein kurzer Walk bis in die imposante "La Cité". Die Befestigungsanlage rund um die Stadt ist sehr eindrücklich. In der Altstadt hat es unzählige Restaurants, Spezialitäten- und Souveniergeschäfte. Es hat ein bisschen mehr Touristen als in den zwei vorherigen besuchten Städten, sogar eine grössere Gruppe Asiaten. Wir drehen zwei Runden durch die übersichtliche Festung und setzten uns zum Mittagessen in ein hübsches Lokal. Wir versuchen die lokale Spezialität "Le Cassoulet", ein Eintopfgericht mit weissen Bohnen und je nach Geschmack mit Enten- oder Schweinefleisch und Wurst. Es war nicht schlecht, hat uns aber auch nicht aus den Socken gehauen. Caja bringt den Restaurantbesuch ziemlich anständig hinter sich, sie ist es ja (noch) nicht so gewohnt. Ihr Mittagessen, Reis mit Huhn, aber in trockener, gepresster Form, verzehrt sie in Kleinstportionen zur Ablenkung :-)
Zurück beim Camper, erledigen wir noch die Entsorgung und fahren dann weiter. Wir haben allerdings nach kurzer Zeit, nicht grosse Lust, weit zu fahren und so landen wir nach etwa 50 km auf dem örtlichen Stellplatz von Fanjeaux, welches herrschaftlich auf einem Hügel über der Gegend thront. Leider beginnt es wieder einmal zu Regnen und so verbringen wir den Abend im Camper mit Musik hören und lesen.
Da es am Freitag nur einmal regnet, legen wir einen Fahrtag ein. Wir durchqueren die Landschaft am Rande zu den Pyrenäen, fahren durch die Städtchen Foix, Saint-Girons, Saint-Gaudens und Tarbes. Wahrscheinlich hätte man eine schöne Sicht in die Berge, aber die Regenwolken und der Nebel hangen zu tief. Aber in die Pyrenäen, vom Mittelmeer zum Atlantik oder umgekehrt, bereisen wir in nächster Zeit sicher einmal. Am Lac Gabbas, im kleinen Dorf Gardères finden wir auf der App "park4night" einen Stellplatz bei einem schönen Landhaus. Wir werden sehr freundlich empfangen, aber es regnet immer noch...
Am Samstagmorgen wird das Wetter besser und man kann durch die sich auflösenden Wolken endlich die schneebedeckten Pyrenäen erkennen. Bis Pau fahren wir auf der Landstrasse, danach entscheiden wir uns für die Autoroute. Wir wollen heute noch in die Region von Biarritz an die Atlantikküste, wo wir übers Wochenende zwei oder drei Nächte auf einen Campingplatz möchten. Leider sind aber alle Plätze im Winterschlaf ausser Einem. Bei Saint-Jean-de-Luz finden wir auf dem grossen Camping Larrouleta einen Platz.
Am Sonntag unternehmen wir einen Ausflug mit dem Camper nach Biarritz.
Biarritz ist eine hübsche Stadt am Atlantik, mit einer interessanten Küstenlinie. Wir kreisen und drehen unsere Runden durch die Stadt, sehen die Sehenswürdigkeiten aber finden einfach keinen Parkplatz.
Am Schluss kennen wir die Stadt, wir könnten als lokale Taxidriver arbeiten :-)
Es sind sehr viele Leute an diesem schönen, relativ warmen Sonntagnachmittag unterwegs...
Von unsern lieben Verwandten und Bekannten und vom SRF3 vernehmen wir, dass es in der Schweiz wieder einmal richtig geschneit hat und es eiskalt ist.
Nach der gescheiterten Parkplatzsuche machen wir uns wieder auf den Rückweg und geniessen noch den sonnigen Spätnachmittag auf dem Camping.
Montag 4. bis Sonntag 10. Dezember 2023
Wir verlängern unseren Aufenthalt auf dem Camping, da wir Waschmaschine und Tumbler noch testen möchten.
Am Dienstag fahren wir los nach Spanien. Es regnet sehr viel. Wir durchqueren die schöne Stadt San Sebastian und sind, wegen des Wetters, nicht fest enttäuscht, dass wir keinen Parkplatz finden. Die Weiterfahrt über den Berg an der Küste lassen wir auch fallen und nehmen für ein kurzes Stück die Autobahn. Ab Zarautz fahren wir wieder auf  der Küstenstrasse bis nach Zumaia, wo wir auf dem örtlichen Camping von den beiden Empfangsdamen sehr freundlich empfangen werden.

Am Abend gönnen wir uns im Campingrestaurant ein feines Nachtessen.
Am nächsten Morgen, das Wetter ist wieder sonnig, windig, schön, fahren wir auf der Nebenstrasse zuerst über einen kleinen Pass und anschliessend, hoch über dem Meer, alles der Küste entlang. Für die hübschen Hafen- und Badestädtchen Deba, Ondarroa, Lekeitio, Bermeo führt die Strasse jeweils runter und auf der anderen Seite wieder hoch. Die sehr kurvenreiche schmale Strasse führt grösstenteils durch Eukalypthuswälder. Wir fühlen uns zeitweise wie in Australien, nur die Koalas fehlen... Jeder Ort hat einen kleinen Hafen und einen Strand. Eigentlich wollten wir noch die Kapelle San Juan of Gaztelugatxe, bekannt aus "Games of the Thrones" (keine Ahnung um was es da geht) besuchen, aber in Spanien ist Feiertag, "Tag der Verfassung" und der kleine Parkplatz oben an der Strasse ist voll überbesetzt. Zum untern Parkplatz dürfen wir nicht mit unserem Camper...
Also lassen wir es.
Wir fahren bis Bakio und stellen uns auf den örtlichen Stellplatz. Wir unternehmen noch einen Spaziergang und Caja lässt wieder einmal die Sau raus am Strand. Bakio ist ein typischer nordspanischer Touristenort, mit einem schönen Strand, einer Promenade dem Strand entlang und dahinter eine Reihe Hochhäuser mit Ferienwohnungen. Jetzt im Winter ist der Ort ziemlich Menschenleer, allerdings sind auch hier, wie auch in den letzten Orten, die Surfer im Meer und warten auf die ultimative Welle.
Am Abend beginnt es wieder zu regnen und winden, wir geniessen ein feines, von Marianne kredenztes Nachtessen, in unserem Camper.
Am Donnerstag fahren wir den Berg hoch und weiter der Küste vom Golf von Biscaia entlang nach Gorlitz und anschliessend nach Bilbao. Bei der Einfahrt in die Stadt sehen wir das imposante Guggenheim-Museum. In der Stadt wollten wir uns auf einen bewachten Parkplatz, zentrumsnahe stellen, aber der Wächter verwirft die Arme - no Camper. Wir drehen noch zwei Runden durch Bilbao auf der Suche nach einem Parkplatz. Wir fahren auch einen offiziellen Stellplatz an, aber der ist weit weg vom Zentrum und in Spanien ist ÖV mit Hunden an den meisten Orten nicht erlaubt... Wenn wir sehen wie die grossen Hunde hier gehalten werden, ist die Vorschrift nicht erstaunlich.
Nach der Stadtrundfahrt und gefühlt einer Stunde warten vor Lichtsignalen fahren wir frustriert weiter.
Da für die nächsten Tage entlang der Küste nur Regen in Aussicht ist, beschliessen wir unsere Reisepläne zu ändern und von jetzt an Richtung Süden zu fahren. Wir übernachten auf einem ruhigen Parkplatz beim Kloster in der Stadt Germika-Lumo.
Am Freitag, ist schon wieder ein Feiertag in Spanien, "Inmaculada Concepción"- Maria Empfängnis. Der Weg führt uns von Igorre auf einer Nebenstrasse durch das malerische Tal vom Rio Indusi über den Dima-Pass und dann weiter nach Vitoria Gasteiz. Wir wollten eigentlich einen Stadtrundgang machen, aber es ist wie verhext auf dieser Reise, wir finden mit unserem Kleinwagen einfach keinen Parkplatz in der Nähe vom Zentrum. Also gehts halt weiter.
Als nächstes Ziel haben wir die Sierra de Urbasa ausgewählt. Von Sta Cruz de Campezo gehts nordwärts auf den Puerto de Opakua, einen Pass auf 1020m. Kurz nach der Passhöhe führt ein Weg in das Waldschutzgebiet an der Grenze zu Navarra. Es hat viele Parkplätze, aber nur auf einem ist parkieren über Nacht erlaubt. Als wir den Platz erreichen sind noch ein paar Autos von Wanderern da. Wir spazieren auch noch an den kleinen Tümpel. Durch die Regenfälle ist der Boden sehr nass und wir haben Mühe, nicht einen Schuh voll Sumpf heraus zu ziehen.
Zurück beim Camper verschwindet ein Fahrzeug nach dem anderen. Am Schluss stehen wir alleine an diesem schönen Ort. Leider ist es recht kalt und es windet, so verbringen wir den Abend drinnen.
Mitten in der Nacht, Andi ist gerade mit Caja von der Pinkelrunde zurück gekommen, tauchen noch drei spanische Camper auf. Die Leute verschwinden in der Dunkelheit zum See und kommen etwa eine Stunde später zurück, singen noch ein Liedchen und gehen dann auch schlafen... Muss man nicht verstehen...
Am Samstagmorgen erscheint ein Auto nach dem anderen. Einerseits ist Jagd und die Jäger sind auf der Suche nach ihren Hunden, welche sie in der Nacht zum Treiben eingesetzt haben. Die Hunde tragen alle einen GPS Sender und so kann der Jäger seinen Hund orten, fährt ihm mit dem Auto hinterher und sammelt ihn irgendwo in der Wildnis wieder ein. Andererseits sind auch viele Wanderer unterwegs.
Wir fahren auch noch ein Stück weiter bis zu einem Ort wo diverse Menhire stehen. Die Zufahrt ist über eine unbefestigte Strasse, sogar mit Bachdurchquerung, aber nicht wirklich offroad. Ausser dem Dreck, der das Auto verspritzt...
Nach dem Abstecher in die Keltenzeit fahren wir zurück zur Strasse und folgen ihr weiter Richtung Grenze zu Navarra, wo der Parque Natural de Urbasa y Andia sich befindet. Aber an der Grenze gibt es kein Durchkommen. Grosse Felsbrocken versperren den Weg und links und rechts ist eine 7 km lange Steinmauer entlang der Grenze über die ganze Hochebene.

Die Felsbrocken bezwecken, dass man nicht aus dem Baskenland durch den Parque Natural von Navarra fahren kann. In den Parks ist normalerweise Fahrverbot. Die Mauer aber wurde 1920 von den Waldbesitzern von Navarra errichtet, weil viele Buchenstämme aus den Wäldern ins Baskenland "exportiert" wurden...
Also fahren wir halt die 7 km zurück zum Puerto de Opakua und runter ins Tal. Dort nehmen wir die Nebenstrasse Richtung Navarra, aber kurz vor der Grenze endet die Strasse. Wir müssen ein kurzes Stück zurück und auf die Schnellstrasse bis zur nächsten Ausfahrt. Es gibt hier keine "normale" Strasse vom Baskenland nach Navarra... Wahrscheinlich sind oder waren diese zwei autonomen Gemeinschaften nicht die besten Freunde.
Von Olazti gehts auf einer richtigen, schönen Passstrasse mit etwa sieben Spitzkehren wieder hoch aufs Plateau. Eine Hochebene wie im Jura, mit Kalkfelswänden, Buchenwälder, steinige Felder, Wiesen, Pferden und Kühen. Man könnte schöne Wanderungen machen, aber wir belassen es beim Konjunktiv...
Auf der anderen Seite von der Hochebene, beim Puerto Urbasa, wandern wir noch kurz bis zum Mirador del Balcón de Pilatos, geniessen die schöne Fernsicht und sehen einen Schwarm Geier.
Die tragische Geschichte von diesem Ort lesen wir erst später: Die Faschisten nutzten einen überstehenden Felsen, um lebende republikanische Gefangene aus Navarra, Gipuzkoa und Rioja hinabzustürzen. Mit verbundenen Augen wurden sie in Lastwagen an die Klippen gebracht und mussten dann vortreten... (Quelle: BASKULTUR.INFO)
Wir fahren die schöne Passstrasse runter und finden einen Stellplatz in Artavia.
Die nächste Stadt am Weg ist Estella-Lizarra.

Im hübschen Pilgerstädtchen finden wir einen Parkplatz und unternehmen einen Stadtrundgang durch die historische Altstadt. Die Städte hier im Norden, ist uns aufgefallen, sind sehr sauber. Jeden Morgen sind Reinigungsequipen unterwegs. Es liegt auch weniger Abfall an den Strassenrändern wie im Süden. Wir schlendern durch die Gasse mit vielen Pilgerübernachtungsmöglichkeiten, der Iglesia de San Pedro de la Rúazur bis zur Puerta de Castilla. Danach über den Fluss in die Altstadt, Plaza Coronazion, Plaza de los Fueros mit der Iglesia San Juan Bautista und hoch zur Iglesia de San Miguel.
Im Nachmittag fahren wir auf der Landstrasse ca. 90 km weiter zu unserem nächsten Highlight, zum Besucherzentrum der Bardenas Reales, wo wir uns über die Halbwüste informierten.
Wir übernachten auf dem städtischen Stellplatz von Arguedas, direkt unter den Cuevas de Arguedas. Die Cuevas sind Höhlenwohnungen, welche in den Sandstein gegraben sind und bis 1960 bewohnt wurden. Heute sind viele einsturzgefährdet. Ein paar Höhlen kann man noch besichtigen. Caja findet es lässig in den Höhlen herum zu schnüffeln und die Gänge hoch und runter zu rennen. In der Nacht sind die Cuevas farbig beleuchtet.

Montag 11. bis Samstag 16. Dezember 2023
Bei den Cuevas de Arguedas frägt uns ein Mann: C'est un Bouvier Appenzelloise? Seine Frau spricht uns Schwiizerdütsch an. Annemarie und Guy, sie Schweizerin, er Franzose, sind seit 2019 mit dem Womo unterwegs. Ihren festen Wohnsitz in Frankreich haben sie aufgelöst. Aber wegen Corona sind sie eigentlich erst seit letztem Jahr richtig unterwegs.
Am nächsten Morgen liegt ein leichter Nebel über der Landschaft, so können wir es gemütlich angehen...
Wir fahren die fünf Kilometer bis zum Info-Center und schon ist der Nebel weg. Dort folgen wir dem 34 km langen Rundkurs auf einer Schotterpiste durch die Halbwüste Bardenas Reales. Die Dame vom Infocenter hat uns mitgeteilt, dass man ca. 2 Stunden benötigt. Die Strecke kann man problemlos mit einem normalen Auto befahren. Es ist sehr eindrücklich, die Felsformationen, die grosse Weite und die Ruhe. Bei einem Stopp können wir Geier mit dem Fernglas beobachten, welche oben auf einer Felswand sitzen. Zum nördlichen Parkeingang El Paso führt eine 12 km 4x4 Strecke, allerdings bei trockenem Wetter auch kein Problem für einen normalen PW. Die Landschaft ist leicht anders, es hat von Bauern bewirtschaftete Felder. Beim Parkeingang wenden wir und fahren wieder zurück auf den Rundweg. Das Highlight steht noch bevor: Cabezo de Castildetierra

Dort treffen wir auch wieder Annemarie und Guy. Sie haben eine Wanderung unternommen und sind auch begeistert von der Landschaft. Wir plaudern noch ein bisschen miteinander, aber wir müssen uns sputen, um 16:30 Uhr muss der Park verlassen sein...
Wir übernachten noch einmal auf dem Stellplatz unterhalb der Cuevas.
Am nächsten Morgen verabschieden wir uns von Annemarie und Guy, vielleicht sehen wir uns ja wieder einmal, sie sind auch Richtung Süden unterwegs. Sie gehen noch einmal in den Park zum Wandern. Wir wollen die drei offroad Strecken im Park machen. Die Erste im Nordwesten vom Park führt über Schotterwege eigentlich nur durch landwirtschaftliches Gebiet. Die zweite Route ist ein bisschen rauer, geht aber auch nur durch die Landwirtschaft. Aber die dritte Strecke ist schon anspruchsvoller. Zuerst fahren wir eine "steile Schotterpiste" in die Höhe. Auf der Hochebene gehts wieder über Felder. Der Sonnenuntergang nähert sich langsam und hier ist es wunderschön. Der Weg führt entlang der Parkgrenze, was zusätzlich auch noch die Grenze zwischen Navarra und Aragon ist. Aber wir finden keinen Platz zum Übernachten, welcher uns überzeugt. Also fahren wir noch ein Stück. Der Schotterweg führt nun steil durch eine Lücke im Felsenband nach oben, definitiv nur noch 4x4. Oben kommt man wieder auf eine landwirtschaftlich genutzte Hochebene. Wir folgen dem Weg entlang der Felsenkrette, Park- und Landesgrenze. Beim Punta la Negra hat Aragon noch einen Zipfel Land oberhalb der Felsen, welches nicht zum Park gehört aber nur via Navarra erreicht werden kann und da finden wir unseren Schlafplatz. Sensationelle Aussicht, Sonnenuntergang leider in den Wolken und brutal windig, aber alleine in der Wildnis auf etwas über 600m...

Das ist der beste Stellplatz auf unserer bisherigen Reise.
Das Wetter haben wir übrigens kontrolliert, weil bei Regen auf dem gleichen Weg zurück wäre gefährlich gewesen.
Am nächsten Morgen blauer Himmel, windig und am Himmel können wir bis zu zwölf Geier gleichzeitig bei ihren Segelflügen über dem Felsenband beobachten.
Wir fahren weiter, der Weg zur Sancho Abarca Sanctuary ist bei schönem Wetter nicht schwierig. Die Aussicht von der Kapelle ist auch sehr gut.

Von hier führt eine geteerte Strasse ins Tal.
Wir fahren weiter nach Zaragoza auf den Camping Municipal.
Da wir im Februar nach Marokko möchten benötigt unser Hündchen für die spätere Wiedereinreise nach Europa eine Tollwut Titrierung, eine Blutuntersuchung ob genug Tollwutantikörper vorhanden sind. Unsere Caja ist seit drei Jahren gegen Tollwut geimpft und Mitte November bekam sie die Auffrischung. Das Titrieren kann man aber erst 30 Tage nach der letzten Impfung machen und darum müssen wir in Spanien zum Tierarzt.
Die nette Dame am Empfang vom Camping organisiert uns für den nächsten Tag beim Tierarzt einen Termin.
Wir spazieren am Donnerstagnachmittag die fast zwei Kilometer zum Tierarzt, Caja wie immer voll auf Zug voraus, nichts ahnend um was es geht.
Als die Tierärztin erfährt um was es geht, merken wir, dass wir am falschen Ort sind. Mit Google Translator erklärt sie uns, dass sie keine offizielle anerkannte Tierarztpraxis sind und dieses Zertifikat nicht ausstellen könnten. Es sei nicht so einfach und Marokko ist ein Tollwut Risikoland und die spanischen Zollbehörden würden bei der Wiedereinreise nach Europa sehr genau kontrollieren und ohne Zertifikat müsste der Hund vier Wochen in Quarantäne.
Wir müssten zum staatlichen Büro bei der Universität und die könnten uns offizielle Tierärzte angeben. Sie könne uns aber nicht weiterhelfen. Einen Termin organisieren oder wenigstens für uns anrufen würden sie nicht machen!
Wir gehen zurück zum Camping und sind frustriert. Scheitert unser Marokkoabenteuer an diesem Bluttest?
Aber wenigstens gibt es eine Möglichkeit in Saragossa. Also fahren wir am Freitagmorgen zu der Adresse, welche uns angegeben wurde. Logischerweise mitten in der Stadt, die Adresse finden wir dank GPS problemlos aber natürlich keine Parkplatz und an der Adresse sieht es auch nicht nach dem aus, was wir suchen. Wir parkieren bei der Einfahrt in die Strasse auf der Kreuzung. Marianne versucht zu telefonieren. Die Dame spricht kein englisch und hängt irgendeinmal auf. Andi läuft zur angegebenen Hausnummer und sieht nichts. Danach versucht es Marianne und läuft ein Stück weiter in die Strasse hinein, findet das gesuchte Büro und bekommt auch drei Adressen von offiziellen Tierärzten. Wir checken die Adressen und merken, dass die Dritte nur ein paar hundert Meter entfernt ist. Wir parkieren, wahrscheinlich illegal, bei einem Bahnhof ganz in der Nähe. Die Tierärztin ist sehr freundlich, spricht englisch und erklärt uns das ganze Prozedere. Sie werde das Blut entnehmen, an ein offizielles Labor zum analysieren senden und anschliessend würde sie uns das Zertifikat ausstellen und im Heimtierpass von Caja eintragen. Das Ganze würde etwa 3-4 Wochen dauern. Die Blutentnahme könnte man gleich machen.
Wir willigen ein und sind erleichtert, dass es doch noch klappen könnte. Das grösste Problem ist jetzt noch die Blutentnahme. Unsere Prinzessin wird auf dem Behandlungstisch zur Bestie. Wir können Caja nicht so festhalten, dass die Tierärztin eine Spritze voll Blut abzapfen könnte. Also gibt es nur noch die Narkose! Caja wird wie die Wildtiere mit einem Narkosemittel still gelegt. Die Tierärztin nimmt es mit Humor und findet den Name Caja, in spanisch "Schachtel" speziell... aber macht Witze, dass diese Spritze in stärkerer Dosis auch für Tiger verwendet wird. Nach etwa 20 Minuten ist Caja k.o. Die Tierärztin kann das Blut nach ein paar Fehlversuchen, wo ist die Vene, problemlos abzapfen. Danach bekommt Caja das Gegenmittel gespritzt. Sie schläft noch ein paar Minuten, läuft dann aber selber zurück zum Auto um dort weiter zu schlafen :-)
Der erste Teil wäre nun erledigt, aber fürs Zertifikat müssen wir in 3-4 Wochen noch einmal nach Zaragoza kommen.
Wir beschliessen über Weihnachten und Silvester ans Mittelmeer zwischen Taragona und dem Ebrodelta zu fahren.
Am Samstag wollen wir Zaragoza besichtigen. Wir haben zentrumsnahe einen Parkplatz eruiert. Aber als wir in den Parkplatz einfahren, sieht es schlecht aus. Voll besetzt und ein Gorilla, so werden die illegalen Parkplatzwächter hier genannt, macht uns auch keine Hoffnung. Aber dann sieht er ein Pärchen kommen und fragt sie ob sie wegfahren. Er winkt uns, sie gehen, ok! Wir bringen unseren Kleinwagen in das kurze, schmale Parkfeld. Auf die Frage, was das Parkieren kostet, meint der Gorilla, es ist gratis aber er bekomme fünf Euro fürs organisieren. Wir bezahlen mit einem Schmunzeln...
Der Parkplatz ist am Ebro direkt vis a vis von der top Sehenswürdigkeit "Basilica del Pilar". Wir überqueren den Fluss und durchstreifen die Altstadt El Casco. Saragossa hat uns sehr gut gefallen. Die Altstadt ist übersichtlich und sauber. Die riesige Markthalle mit dem riesigen Angebot von frischem Fisch, Fleisch und Gemüse. Es hat viele hübsche Läden und coole Lokale. Auch der, für uns spezielle, Weihnachtsmarkt auf der Plaza del Pilar gefällt uns gut.
Danach besuchen wir noch die eindrückliche Basilica del Pilar mit der grossen Kuppel und an jeder Ecke einen Turm. Dazu hat es noch ein paar kleine Türmchen. Innen imponiert die Grösse der Kirche, Vatikanmässig und leider die vielen rücksichtslosen Touristen.
Leider darf man in Spanien mit einem Hündchen kein Restaurant besuchen, so machen wir uns halt "hungrig und durstig" wieder auf den Rückweg auf den Camping.
Sonntag 17. bis Mittwoch 20. Dezember 2023
Nach einem, wie immer ausgewogenen, gemütlichen Frühstück im Camper verlassen wir den Camping und Saragossa. Wir kommen wieder, sobald das Resultat der Tollwut Tithering von Caja bekannt ist.
Andi hat eine App mit Tracks für, unter anderem, Geländefahrzeuge installiert. Wir steuern Alfajarin, ein paar Kilometer ausserhalb von Zaragoza an. Ab hier führt eine Piste in die hügelige, karge Landschaft mit unzählig vielen Windrädern. Bei einer der ersten Verzweigungen erwischen wir die falsche Gravelroad, aber nach kurzem Kartenstudium auf dem GPS ist Andi der Meinung, dass wir weiter oben wieder auf den Track wechseln können. Die Schotterpisten sind gut, solange sie zu Windrädern führen. Aber daneben sind es schlechte Feldwege und über so einen möchten wir auf den Track zurück. Irgendeinmal endet der Feldweg in einem Feld ohne weiteren Weg! Super, danke GPS, alles zurück, weiter oben gibt es noch eine Möglichkeit. Wieder das Gleiche wie vorher, solange man auf einem Weg zu Windrädern ist, ist die Piste gut, aber irgendwann müssen wir wieder abbiegen. Die Äste der Bäume hangen in den Weg, es tönt nach dem hässlichen Geräusch von Auto zerkratzen... Es ist zum Glück nicht so schlimm wie es sich angehört hat. Es geht steil den Berg hinunter, nach GPS auf eine Kreuzung mit vier Wegen. Den Weg, welchen wir fahren möchten gibt es aber nicht... und die anderen zwei führen auch nur auf Felder!!! Sch... wir müssen alles zurück. Auf dem Rückweg treffen wir noch auf ein Schild, dass die Durchfahrt in diese Richtung verboten ist! Muss man nicht verstehen aber wir müssen lachen. Wieder oben auf der "Strasse" zu den Windräder sehen wir eine Übersichtstafel, wie die Wege angelegt sind und siehe da, wir finden einen Weg zu "unserem" Track. Als wir auf dem Track sind wird der Weg wieder schlecht und natürlich wieder durch Büsche und Bäume. Weiter unten wird es besser und wir fahren hauptsächlich auf landwirtschaftlich benutzen Wegen durch eine interessante Landschaft mit kleinen Hügel, Felder und Büschen. Nach etwa 20 km erreichen wir das kleine Dorf Farlete, welches wir durchqueren und auf der anderen Seite die Sierra de Alcubierre ansteuern. Zuerst geht es über eine Schotterpiste weiter durch Felder bis zu den Bergen. Danach wird der Weg enger, dafür steiler und immer steiler, Spitzkehren, Schlaglöcher, Abgründe und nur noch Wegweiser für Biker und Wanderer. Irgendwann sind wir auf dem Bergrücken, zwar "nur" um 700m hoch, aber gleichwohl 600m über der Ebene. Wir haben schon unten im Flachen gewerweist, ob der Track zum, von unten gut sichtbaren, Gipfel San Caprasio führen würde.
Und siehe da, auf der Höhe kommen wir immer näher und sehen, dass der Weg rund um den Gipfel hoch führt! Die Beifahrerin findet, nein das machen wir nicht, aber der Fahrer entscheidet :-)
Da oben auf dem Gipfel eine Sendeanlage ist, müssen die Techniker auch zwischendurch hochfahren, daher ist das Risiko kalkulierbar. Wir werden mit einer sensationellen 360° Rundumsicht belohnt. Es ist einfach nur zum Geniessen, die Ruhe, die Aussicht und wir ganz alleine, aber rundherum geht es steil nach unten. Wir müssen nicht lange überlegen, ob wir hier übernachten wollen. Im Norden sieht man die Schneeberge der Pyrenäen, im Süden hunderte von Windräder und in der Nacht blinkt jedes mit einer roten Licht. Wir haben unsere Weihnachtsbeleuchtung. Es wird kalt, knapp über 0°C und windig aber der Sternenhimmel mit der Milchstrasse bei Neumond ist wunderbar. Am Morgen sehen wir einen schönen Sonnenaufgang. Einfach perfekt, der schönste Stellplatz bis jetzt.   
Kurz vor dem Mittag fahren wir wieder los. Schon kurz unter dem Gipfel kommen uns zwei Franzosenfahrzeuge entgegen, weiter unten noch ein Spanier. Wir haben Glück gehabt, wir waren über 16 Stunden alleine auf dem Gipfel.
Wir folgen weiter dem Track, aber bei einer Abzweigung hält Andi an. Das ist nichts für uns. Er geht noch ein Stück zu Fuss hinunter, aber dieser Weg ist für uns nicht passierbar. Zu steil, eine enge Kurve, Bäume und im Schatten ist noch Reifglätte. Wir sehen im GPS, dass wir mit einem längeren Umweg wieder auf den Track kommen.
Nach dem "Umweg" sind wir wieder auf dem Track, aber weiter unten gibt es dann kein Ausweichen mehr. Fast wie in einem Bachbett führt der Weg steil nach unten. Wir werden so richtig durchgeschüttelt. Hier wären wir wahrscheinlich nicht hochgefahren...
Das war ein cooler Track findet der Fahrer, die Beifahrerin ist froh, dass wir wieder heil unten angekommen sind.
In Lanaja wollen wir Einkaufen aber es gibt scheinbar keinen Laden, also fahren wir in die nächste grössere Ortschaft, Sarinena, füllen unsere Vorräte und wollen bei der Entsorgungsstation noch entleeren, aber die ist verstopft...
Wir finden bei Lanaja noch eine Entsorgung und beschliessen dann, hier irgendwo zu übernachten. Bei einer der nächsten Möglichkeiten fahren wir rechts von der Strasse weg, folgen einem Feldweg über Felder. Wir kommen zum Canal de Monegros, folgen im ein Stück, bis eine Brücke über den Kanal führt. Der Weg wird ruppiger. Im GPS sehen wir einen See oder Weiher in der Nähe. Er ist eingezäunt, es ist ein Bewässerungsreservoir. Aber gleich daneben bei einem alten Gebäude, welches am zerfallen ist, stellen wir uns hin. Wir erkunden noch ein wenig die Umgebung. Kurz nach dem Sonnenuntergang wird es kalt.
Wir geniessen eine stille Nacht im irgendwo im nirgendwo.
Am Morgen hat es einen Reif und Nebel liegt über den Feldern. Es ist eine schöne Stimmung.
Wir fahren zurück nach Lanaja und von dort in die Sierra de Pallaruelo. Über die geteerte Strasse kommt man auf die Passhöhe. Dort beschliessen wir auf den kleinen Gipfel in der Nähe zu "wandern". Wir parkieren ein Stückweit im Feldweg in eine Ausfahrt. Kurze Besteigung des Gipfels, Panorama bewundern und wieder runterkraxeln.
Zurück beim Camper picknicken wir im Auto mit offener Seitentüre. Nach kurzer Zeit kommt ein weisser Dacia Duster über den Feldweg und hält bei uns. Wir denken, Sch... jetzt kommt ein Bauer und scheisst uns zusammen, von wegen im Feld parkieren und überhaupt alles verboten und so weiter. Doch der ältere Herr redet, zwar spanisch, auf uns ein, aber es tönt zum Glück nicht abweisend. Er erzählt etwas von Finca, Sabinares, holländisch und wir sollen kommen. Wir verstehen: Eine Holländerin, Sabinar, spreche englisch und hätte in der Nähe eine Finca und wir könnten dort bleiben.
Wir antworten, ja wir kommen später mal vorbei. Er wendet sein Fahrzeug und fährt los, hält aber wieder an, als er merkt, dass wir nicht folgen. Er kommt zurück und drängt uns zu kommen. Ok wir räumen schnell zusammen und folgen ihm über den schlechten Weg. Zum Glück haben wir ein geländegängiges Fahrzeug. Wir fahren etwa drei Kilometer über Stock und Stein in die Landschaft, über diverse Verzweigungen. Wir erreichen eine Krete und er hält an, kommt zu uns ans Auto und erklärt uns das ganze Panorama, die Pyrenäen und das Nebelphänomen im Tal. Es geht weiter und  kurz bevor wir denken es geht nicht mehr, stehen wir vor einem restaurierten typischen Steinhaus aus dieser Region. Der Mann erklärt uns, dass er in der Region ca. 1400 Sabinares, eine Tannenart, gepflanzt hat. Das Haus hat er in den letzten 30 Jahren restauriert. Alles Holz, welches er für den Umbau gebraucht hat, ist von den Sabinares, welche sehr hart und robust sind. Er zeigt uns auch stolz das Innere. Die Küche mit einer offenen Feuerstelle, das Badezimmer mit Natursteinwänden, zwei Schlafräume und überall sind die Umrisse von Sabinares in Stein gemeisselt oder geritzt. Alles hat er selber gemacht. Auch zu den Sabinares hat er scheinbar ein Buch geschrieben. Wir sind fasziniert von dem älteren Herrn. Unterdessen hat sich auch das Rätsel gelöst. Er hat gedacht: Wir seien Holländer und er hat gesagt, eine seiner zwei Töchter hat studiert und kann englisch und die Sabinares sind thujaartige, südländische Bäume und die Finca ist das Haus, welches er uns zeigen wollte.
Wir stellen uns noch vor, er ist Antonio und eigentlich sollte er gehen, seine Frau hat gekocht und sie wohnen in Lanaja. Er fährt wieder vorne weg. Irgendwann hält er an, geht zu einem Sabinares, rupft zwei Zweige mit roten Früchten ab und bringt sie uns. Die Zweige sind jetzt unser Weihnachtsbaum. Bei der Weiterfahrt wartet er bei jeder Verzweigung, dass wir den Ausweg wieder finden und dann ist er plötzlich weg. Das war wieder eine nette, faszinierende Begegnung, welche das Reisen so interessant machen.
Wir fahren weiter über die Hochebene, wandern noch kurz auf den Mirador de Miramon, mit der tollen Aussicht. Danach gehts wieder runter ins Tal und über Schotterpisten zum Ebro. Bei Velilla de Ebro fahren wir auf einem Feldweg ein Stück dem Ebro entlang, bis es nicht mehr weiter geht. Aber ein kurzes Stück zurück haben wir ein Plätzchen gesehen, wo wir über Nacht bleiben können. Wir parken, dass wir vorwärts wegfahren können, da das spanische Wetterapp "eltiempo" für den Morgen Regen vorher gesagt. Es ist zwar stark bewölkt und windet heftig, aber Regen fällt nicht.
Am nächsten Morgen folgen wir dem Ebro über die Dörfer Alforque, Alborge, Sastago und Escatron. Es ist überall das Selbe in den spanischen Orten; enge Gassen, Haus an Haus und die Dörfer sehen aus wie ausgestorben. Man sieht niemanden in den Gassen, es ist ruhig und sauber, aber wo bleiben die Leute?
In Escatron kaufen wir wieder einmal ein für zwei, drei Tag. Danach fahren wir ein Stück zurück auf die andere Flussseite und folgen einer Schotterpiste mehr oder weniger entlang vom Ebro bis Chiprana und danach nach Caspe. Der Ebro ist hier mehrfach mit Dämmen gestaut. Zwischen Caspe und Mequinenza ist der Fluss ein grosser See und daher hat es auch viele Campingplätze mit schönen Stränden und Wassersportangeboten im Sommer.
Wir fahren auf der Schnellstrasse weiter bis Mequinenza und bestaunen dort den Staudamm. Auf einer Nebenstrasse gehts entlang vom nächsten Stausee auf die Suche nach einem Platz für die Nacht. Wir stellen uns auf den Rastplatz bei einem Fischerklub und geniessen eine ruhige Nacht direkt am Wasser.
Donnerstag 21. bis Montag 25. Dezember 2023
Nach einer ruhigen Nacht am See, mit ein paar kälteresistenten Fischer in der Nachbarschaft, fahren wir weiter. Über eine Passstrasse geht es auf eine Hochebene und ins Dorf Faydon und von dort auf den Mirador mit einer Kapelle. Das Dorf war früher am Ebro unten und war ein Fährhafen für Kohle. Mit dem Bau des Staudammes nach 1950 wurde das Dorf umgesiedelt. Der Kohleabbau wurde schon vorher eingestellt. Vom Aussichtspunkt hat man einen schönen Blick über fast den ganzen See.
Weiter geht die Fahrt über die bergige Landschaft, hoch und runter, Kurve an Kurve. Bei der "Ermita de Santa Magdalena" auf einem Hügel gibt es Mittagessen. Wir staunen über den riesigen Rastplatz bei der Kapelle mit diversen Grillhäuschen mit mehreren Feuerstellen und den vielen Steintischen- und Bänken. Wahrscheinlich ist hier am Ende der Welt an irgendeinem Feiertag der "Heiligen Leni" der Bär los.  
Irgendwann erreichen wir wieder Zivilisation bei Flix.
Über die Landstrasse fahren wir weiter bis nach El Masroig, wo wir auf dem örtlichen Stellplatz übernachten. Wir spazieren noch ein wenig durch das kleine, sehr saubere Städtchen und wundern uns wieder, dass praktisch niemand zu sehen ist.
Wir beschliessen, übers Wochenende und die Weihnachtstage nach Cambrils ans Meer zu fahren und auf einem Camping die Feiertage zu verbringen.
Der Camping La Llosa ist sehr gut besetzt und es gibt nur noch bei den kleinsten Stellplätzen freie Plätze. Die Sonne scheint und es ist angenehm warm hier. Wir staunen, dass so viele Schweizer auf dem Camping sind. Wir sind jetzt genau einen Monat unterwegs und haben bisher praktisch keine Schweizer getroffen...
Es gibt einen Spaziergang der Strandpromenade entlang bis Gambrils und zurück.
Später stellt sich noch ein weiterer Schweizer, ein Berner mit einem Tojota Landcruiser und Dachzelt, neben uns. Markus ist von Wimmis und über die Festtage etwa drei Wochen unterwegs um Campingplätze für spätere Reisen mit dem Wohnwagen auszukundschaften. Es ist interessant mit ihm zu diskutieren und von seinen früheren Reiseerlebnissen von Nordafrika, Russland und dem Balkan zu hören.
Wenn die Sonne unter geht wird es rasch kühl und wir beneiden Markus gar nicht für sein Dachzelt :-)
Nach zwei Nächten fährt er weiter der Küste entlang Richtung Süden. Vielleicht treffen wir uns ja noch einmal...
Am Samstag kommen zwei weitere Berner, Klaus und Mike von Oberburg. Sie sind für eine Woche dem schlechten Wetter in der Schweiz entflohen und wollen die Sonne geniessen.
Am Sonntag werden wir schon vor dem Mittag zu einem Glas Rotwein eingeladen. Es ist lustig mit ihnen zu plaudern und zu diskutieren.
Anschliessend spazieren wir noch einmal nach Gambrils und genehmigen uns in einem Strassencafé einen Apéro, Vermuth mit Oliven und Chips.
Zum Nachtessen kredenzen wir uns ein Käsefondue, welches wir noch in unserem Notvorrat hatten.
Klaus und Mike erfinden einen neuen Weihnachtsbrauch: Sie gehen von Camper zu Camper, klopfen an und lassen sich etwas zu Trinken offerieren. Es schliessen sich ihnen noch Belgier und Franzosen an und alle haben den Plausch an dieser "Tradition". Wir sind als Letzte dran und begiessen mit einem Kirsch ihre Tour.
An Weihnachten wiederholen wir den Apéro an der Sonne mit Mike und Klaus, aber dieses Mal bei uns.
Sie gehen später noch im Meer baden... kann man machen, muss man aber nicht. Das Meer ist kalt.
Wir spazieren heute in die andere Richtung dem Strand entlang. Caja ist voll überdreht, kläfft, holt einen Stecken aus dem Meer und wälzt sich im Sand, halt das volle Programm...
Zur Feier des Tages gibt es heute Fondue Chinoise.
Am nächsten Morgen verabschieden wir uns von Klaus und Mike nach dem Austausch der Handynummern, man bleibt in Kontakt...
Dienstag 26. bis Sonntag 31. Dezember 2023
Nach den vier Tagen auf dem lebigen Camping brauchen wir wieder etwas Ruhe. Wir wollen in den Bergzug, welchen man von der Küste aus sieht. Grobes Ziel oder Richtung: Mola de Colldejou. Auf der Fahrt sehen wir eine Ermita, sehr exponiert auf einem Berg. Beim braunen Hinweiswegweiser "Ermita S. Ramon" biegen wir ab und fahren hoch bis zum Parkplatz. Imposant wie die Ermita auf den roten Fels gebaut wurde. Leider ist am Dienstag Ruhetag... So können wir nur von ausserhalb Fotos machen.
Wir fahren weiter die Passstrasse hoch nach Colldejou. Oben auf der Felskrete sieht man ein Gebäude mit Kuppe, eine Meteorologiestation. Aber der Weg führt von der anderen Seite des Berges nach oben. Also umkreisen wir den Berg auf einem schmalen Strässchen mit schönen Aussichten in die Serra de Llaberia. Irgendwann führt dann eine 10km lange kurvenreiche, schmale Strasse nach Llaberia. Am Dorfeingang ist ein Schild, Fahrverbot, nur Einheimische und dass Camping auf dem ganzen Ortsgebiet verboten ist. Wir kurven wieder runter und überlegen, wo wir übernachten könnten. Beim Hochfahren auf den Coll de Fatxes sehen wir rechts oben auf der Krete Windräder. Mit dem Wissen, dass zu jedem Windrad eine schöne Strasse führt und beim Windrad ein grosser, ebener Platz ist, nehmen wir den nächsten Weg, der nach oben führt. Dort sind zwei Windräder, eine sensationelle Aussicht aufs Meer, die ganze Bergkette und den Sonnenuntergang.
Aber!!! Es windet brutal. Die Windräder machen Lärm, die Propeller drehen schnell, es ist eindrücklich.
Caja bemerkt die drehenden Propeller, die Geräusche und was macht ein Appenzellersennenhund wenn er unsicher ist? Er oder besser sie beginnt zu kläffen und kläffen.
Wir beschliessen, nicht hier zu bleiben.
Da es schon langsam dunkel wird suchen wir im Park4Night App einen Platz. In Tivissa soll ein Stellplatz sein. Leider geschlossen, aber es gibt auch noch einen "Parkplatz" ausserhalb vom Dorf.
Es ist eine kalte Nacht und am Morgen hat es Reif.
In einer App hat Andi eine Offroadroute von Tivissa aus gefunden. Sie startet direkt beim Parkplatz wo wir übernachtet haben.
Zuerst ein normaler schmaler Weg, aber schon nach ein paar hundert Meter zweigt der Track nach links ab auf einen "Wanderweg" mit einem ca. 2,5m breitem Betonweg der sehr steil in die Höhe führt.
Wenn du reingefahren bist, musst du durch, wenden unmöglich...
Spitzkehren, steiler Weg und Äste die in den Weg hängen. Dann folgt eine Passage wo auf der linken Seite eine Felswand ist und rechts der Abgrund... Marianne hat Höhenangst und sitzt noch auf der "guten" Seite...
Weiter geht die steil ansteigende, kurvenreiche Fahrt nach oben. Die Äste kratzen am Fahrzeug, es tönt hässlich. Wir erreichen die Eremita und umkreisen sie auf dem Wanderweg. Zwei Jogger kreuzen uns und staunen. Der Weg wird gefühlt immer schmaler, dafür steiler. Endlich sind wir auf der Passhöhe vom Coll de Ventall. Wir halten an um zu Verschnaufen.

Kurze Zeit später kommt ein Motorrad und noch etwas später ein Geländewagen. Für "normale 4WD Fahrzeuge" ist dieser Weg nicht ein grosses Problem, aber für einen 6 Meter langen fast 3 Meter hohen Lieferwagen war es schon ein wenig grenzwertig...
Von der Passhöhe führt der Weg moderat abwärts auf einem Schotterweg, abwechselnd mit Schlaglöchern und losem Gestein durch die Muntanyes dels Burgans.
Irgendeinmal, bei El Perello, nach über 2 Stunden Fahrt erreichen wir wieder eine normale Strasse. Marianne hat für heute genug von Offroad fahren. Wir cruisen auf der Überlandstrasse nach Rasquera und von dort weiter nach Horta de St. Joan. Das hübsche Städtchen liegt auf einem Hügel in der Landschaft und ist Ovalförmig angelegt.

Die Gassen sind wie ein Labyrint, man verliert rasch die Orientierung im Städtchen und könnte sich verirren. Beim Rundgang finden wir jedenfalls den richtigen Ausgang fast nicht mehr. Aber auch dieser Ort ist wie ausgestorben aber auch sehr sauber. Im Ort gibt es ein Picasso-Museum, leider geschlossen, aber so wie es aussieht handelt es von der Zeit, als der Meister in dieser Region war.
Am Donnerstag besuchen wir die, von weitem gut sichtbare "Iglesia de Santa Maria la Mayor".

Die Kirche kann man leider nicht besichtigen. Man könnte noch 45 Minuten zu einer Eremita auf dem Berg wandern, aber der Weg ist definitiv nichts für unser Wanderfahrzeug :-)
Von der Iglesia sieht man in der Ferne im Süden die Felsen "Roques de Benet".

Also fahren wir auch noch dort hin. Die Roques de Benet sind im Parc Natural dels Ports. Durch ein Tal kann man weit in den Park hineinfahren. Es gibt diverse Parkplätze, von wo aus man Wanderungen unternehmen könnte. Wir fahren bis man nicht mehr weiter fahren darf. Von dort wandern wir zu einem ehemaligen Marmorsteinbruch und zu einer "Höhle", man kann auch Felsvorsprung sagen, wo Picasso scheinbar für kurze Zeit mit einem Freund in den Ports unterwegs war und dort geschlafen hat...
Danach gehts retour und über einen Feldweg kürzen wir ein paar Kilometer ab bis nach Arnes. Von dort hat Andi wieder einen Track in der App "wikiloc" gefunden, welcher von Arnes 56km offroad durch den Park bis auf den Cim Caro führt. Zum Testen, wie "schwer" dieser Track ist fahren wir die ersten ca. 10km bis nach Beceite, wo wir übernachten möchten und entscheiden ob wir dann den Rest auch noch fahren wollen. Am Anfang ist es ein einfacher Schotterweg, welcher zu diversen Badespots führt, welche im Sommer scheinbar sehr beliebt sind, schliessen wir anhanden der vielen Parkverbote und Wegweiser zu Parkplätzen.
Und irgendwann stehen wir wieder vor dem Schild "Allgemeines Fahrverbot" und dem Zusatzschild "Quads verboten". Scheinbar darf man nur mit Quads ab hier nicht weiter fahren...
Jedenfalls fahren wir weiter, der Track führt ja auch hier weiter ;-)
Der Weg wird ruppiger, eine Bachquerung, anschliessend steil den Hang hoch, danach wieder Äste, die in den Weg hängen... Quer durch einen, wie es scheint, verlassenen Bauernhof, wenn wir nicht wüssten, dass dies ein Weg ist, hätten wir wahrscheinlich gewendet.
Anschliessend wird der Weg wieder besser. Wir erreichen Beceite, wo wir auf dem Camping übernachten möchten. Zuerst gibt es aber noch eine abenteuerlich Fahrt durch das Dorf. Auf dem GPS sehen wir einen Weg aussen am Dorf vorbei, aber dort steht eine Fahrverbotsschild und das Zusatzschild "Anwohner erlaubt".
Also nehmen wir halt den Weg durchs Dorf. Aber schon die erste Strasse ist gesperrt, Baustelle - Umleitung. Die Gassen werden enger und enger, Spiegel rein, enge Ecken, Balkone und jetzt bloss kein Gegenverkehr... Die Offroadstrecken waren bis jetzt einfacher zu fahren...
Und, der ganzjährig geöffnete Camping hat zwischen Weihnacht und Neujahr geschlossen...
Wir beschliessen noch ins Nachbardorf, nach Valderrobres, zu fahren. Auf dem Stellplatz am Fluss verbringen wir eine ruhige Nacht.
Am Freitagmorgen ist das Wetter nicht so schön, windig und bedeckt. Wir unternehmen einen Stadtrundgang durch den interessanten Ort und spazieren hoch bis zur Kirche und dem Schloss, welche stolz über Valderrobres thronen. Dort beschliessen wir spontan, das Schloss zu besichtigen. Also retour zum Camper und Caja parkieren, bei diesem Wetter ist das ja kein Problem.
Die Kirche ist schön, schlicht und ohne grossen Prunk, was bei katholischen Kirchen sonst Standard ist. Auch das Schloss ist sehr eindrücklich.
Danach steht unserem nächsten Abenteuer nichts mehr im Weg, das Wetter wird wieder besser. Wir fahren quer durch den PN dels Ports zum Cim de Caro.
Zurück nach Beceite und von dort am Anfang auf dem Schotterweg dem Fluss entlang. Hier sind wir noch in Aragonien, der Park ist erst in Katalonien. Die Schotterpiste wurde hier erst vor kurzem von Baumaschienen wieder flachgestossen. Wahrscheinlich für spätere Waldarbeiten... für uns ist es "angenehmer" zum Hochfahren, keine Schlaglöcher und Wassergräben. Auf 1'090m finden wir eine tollen Stellplatz für die Nacht, kurz vor der Grenze zu Katalonien und zum Parque Natural, wo man dann nicht mehr übernachten dürfte. Wir geniessen noch kurz die Aussicht, aber es ist schon recht kalt und so verziehen wir uns in unsere fahrbare Wohnung.
Am nächsten Morgen wieder schönstes Wetter, ein bisschen kalt aber strahlend blaue Himmel. Nach kurzer Zeit erreichen wir den Park. Ausser, dass der Weg nicht mehr so gepflegt ist merkt man nichts. Bei einer Kreuzung steht ein Wegweiser Cim de Caro 30km... Von hier fahren wir durch interessante Landschaft, immer zwischen 800 und 1'200m. Eindrückliche Felsformationen, Schluchten, Wälder, einfach Natur pur! Wir geniessen die Fahrt durch die Wildnis. Auch fahrerisch ist die Strecke keine grosse Herausforderung, aber gleichwohl nicht für normale Fahrzeuge geeignet. Zwischendurch sehen wir noch schöne, schwarze, "wilde" Rinder.
Irgendwann sind wir am Fuss vom Cim de Caro. Einem Ferien- und Ausgangsort für Wanderungen in die Berge der Region. Ab hier führt eine schmale, geteerte, kurvenreiche Strasse hoch auf den 1'447m hohen Gipfel. Die Passstrasse auf den Gipfel ist eine beliebte Strecke für Rennradfahrer.
Auf dem kleinen Parkplatz auf dem Gipfel spricht uns ein junger Mann mit "Schweizerdialekt" an. Es ist ein Spanier aus Amposta im Ebrodelta, welcher die letzten drei Jahre in Zürich gelebt hat.
Auf dem Gipfel hat man eine wunderschöne Rundumsicht, leider ein bisschen dunstig, auf das Ebrodelta und das Mittelmeer, über den PN dels Ports und die weiteren Hügel der näheren Umgebung.
Der sehr freundliche "Zürcher" erzählt uns, dass er und sein Kollege von ganz unten auf den Berg gewandert sind. Es waren zwar "nur" 10 km aber 1'300m Höhenunterschied und jetzt müssen sie den ganzen Weg wieder zurück. Starke Leistung finden wir!
Wir fahren die enge Strasse wieder runter bis zur Abzweigung. Ab hier geht es auf der normalen Passstrasse bis ganz runter ins Tal.
Es waren zwei sehr schöne, ruhige Tage im Parque Natural dels Ports.
Nun wollen wir ans Ebrodelta und dort auf dem Camping Eucaliptus den Silvester verbringen. Wir kaufen noch für die nächsten Tage ein und fahren danach ins Delta. Aber der Camping ist leider geschlossen... Schlecht recherchiert!
Eigentlich wäre es sehr schön, hier auf dem Strand zu übernachten, mit wunderschönen Sonnenunter- und Aufgängen. Aber der Sand ist nass und klebt extrem an den Schuhen und Pfoten... Zudem ist es eigentlich auch verboten, wird aber scheinbar im Winter toleriert, so viele Womos wie hier am Strand stehen.
Wir streichen diese Option und entscheiden uns für den Stellplatz bei Deltebre.
Der Stellplatz ist sehr gut besetzt und es hat auch keinen Platz in der ersten Reihe am Fluss frei, ausser... den ersten Platz rechts aussen. Der grosse Camper, welcher vor uns auf den Platz fährt ignoriert ihn, also platzieren wir uns da und haben den Platz in der vorderen Reihe.
Da es über Nacht ruhig ist beschliessen wir auch über Silvester zu bleiben. Nach dem Mittag spazieren wir ein Stück dem Ebro entlang. Anschliessend wird Caja im Auto deponiert und wir gehen ins Restaurant neben dem Stellplatz zum verspäteten Mittagessen. Der Fünfgänger war gut und wir brauchen auch kein Nachtessen mehr...
Später wünscht uns Andis Mutter und die Familie von seinem Bruder per Whatsapp Videocall ein gutes neues Jahr.
Im Restaurant nebenan ist eine grössere Gesellschaft am Silvester feiern. Zum Jahreswechsel lassen sie auch noch ein paar Feuerwerke und Knaller ab, aber kurz danach ist Ruhe.
Wir stossen auch mit Cava auf das neue Jahr an und wünschen uns gegenseitig alles Gute.
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