Südfrankreich
Reisen
Freitag 17. Dezember 2021 bis Sonntag 2. Januar 2021
Es gibt viel zu tun, bis der Camper aus dem Winterschlaf geweckt und unser "Baggage" optimal im Fahrzeug verstaut ist. Nach Tankstopp und Gasflasche auswechseln startet nach dem Mittag unser Winterabenteuer nach Südfrankreich. Ohne Unterbruch, aber mit Stau vor der Grenze, verlassen wir in Aix les Baines die Autobahn und steuern Le Bourget du Lac an. Dort verbringen wir eine ruhige Nacht auf dem Stellplatz, welchen wir schon von andern Jahren kennen. Das letzte Mal, als wir um die gleiche Jahreszeit hier übernachteten, waren wir alleine... heute stehen noch neun andere Wohnmobile auf dem Platz.
Am nächsten Tag steuern wir weiter auf der Autobahn Richtung Süden. Auf einem Rastplatz zwischen Grenoble und Valence halten wir für eine Pause. Auf den Parkfeldern vis a vis steht ein Camper mit GR Nummernschild und das Mobil sieht gleich aus wie das von Nikki und Pölä. Grosse Überraschung - beidseitig - Nikki und Pölä haben wir vor 3 Jahren in Spanien kennen gelernt. Sie sind wieder auf dem Weg nach Spanien, aber, im Gegensatz zu uns, bis im Frühling... nach einem kurzen Schwatz fahren sie weiter und wir kurze Zeit später auch. Zufälle gibt es, die Welt ist ja so klein.
Unser heutiges Tagesziel ist der Camping Bagatelle in Avignon. Dieser Platz ist optimal gelegen, um die Stadt zu Fuss zu erkunden. Wir bleiben zwei Nächte und geniessen das schöne, aber kühle Wetter und die schöne Stadt.
Caja zeigt uns, dass sie noch nicht stadttauglich ist. Die Leine immer angespannt und voll auf Zug, mit dem Rüssel am Boden, jeden Quadratzentimeter abschnüffelnd, man könnte ja irgend ein Düftchen oder Geschmäcklein verpassen aber gleichwohl sehr aufmerksam ob irgendwo eine Katze oder ein anderer Hund zum Jagen oder Anbellen wäre...
Nichts desto trotz gefällt es uns in Avignon. Auf dem Place Pie, vis à vis von der Markthalle "Les Halles", essen wir im Gartenrestaurant von dem "The Conservatory" einen feinen Burger mit Pommes. Zum Sonnenuntergang sind wir wieder im Camper.
Am Montag fahren wir auf Nebenstrassen entlang der Rhone weiter in den Süden, über Beaucaire, Arles in die Camargue, nach Saintes Maries de la Mer. Zuerst unternehmen wir einen Spaziergang am Strand. Caja's erster Kontakt mit dem Meer. Sie probiert schon einmal das Salzwasser und staunt, so viel Wasser und man kann es nicht saufen... Noch zwei, drei weitere Schlecks, aber die sind auch nicht besser und danach wird nicht mehr aus dem Meer gekostet.
Danach installieren wir uns auf dem Campingplatz La Brise, sitzen noch ein bisschen an die Sonne, aber es ist kalt.
Am nächsten Morgen, es ist immer noch kalt, nach den Morgengwagel mit Caja zum Beck, geniessen wir das Frühstück. Gegen Mittag unternehmen wir eine "Wanderung" an den Strand. Caja testet noch einmal das Wasser, immer noch salzig, also lassen wir's halt...
Später genehmigen wir uns an der Promenade Huitres, Austern und ein Glas Rosé. Danach spazieren wir durch das Städtchen Saintes Maries de la Mer. Caja testet wieder die Reissfestigkeit der Leine und die Nerven ihrer Chefs...
Im Sommer treten sich hier tausende von Touristen auf den Füssen rum, jetzt ist es richtig angenehm, fast keine Leute und von der Kirche kann man Fotos machen ohne Touris, welche dir ins Bild stolpern.
Am Mittwoch gehts weiter. Wir fahren um den Étang de Vaccarès und sehen sogar noch Flamingos. Normalerweise sieht man sie im Sommer. Die Strasse direkt am See entlang ist fast so holprig wie eine Gravelroad in Australien, aber es ergeben sich immer wieder schöne Blicke auf den See.
Bei Salin de Giraud überqueren wir mit der Fähre die Rhone. Danach fahren wir entlang der Hafenanlagen und Raffinerien von Port de Fos und Port de Bouc über die hohe Autobahnbrücke über den Canal de Caronte, der Verbindung vom Mittelmeer zum Étang de Berre, nach Martigues. Wir finden nahe bei der Altstadt einen Parkplatz. Martigues ist eine schöne Stadt, mit schönen farbigen Häusern und mit dem vielen Wasser wird es auch das Venedig der Provence genannt. Eigentlich wäre es ein angenehmer Stadtrundgang, aber unsere vierbeinige Begleitung ist wieder voll im Element... Nebst der Strassenlaternen-, Boden-, und Hauseckenanalyse merkt sie bald, hier gibt es ja sogar noch Pferdekutschen und auf Rösser ist Caja speziell allergisch. Jedes Fuhrwerk wird dementsprechend gebührend angekläfft und diejenigen auf der andern Seite der Leine schämen sich...
Nach der Stadtbesichtigung fahren wir weiter nach Carro an der Cote Bleue am Cap Couronne. Auf dem grossen Stellplatz, wo man im Sommer die schönsten Sonnenuntergänge sehen kann, finden wir einen Platz mit Meersicht. Mit unserem roten Camper bringen wir etwas Farbe unter die andern ca. 35 Wohnmobile. Es ist hier nicht mehr so kalt, wie die letzten Nächte, wir müssen die Heizung nicht einschalten.
Wir stellen einmal mehr fest, dass unser Camper zwar fast perfekt für Ferien im Sommer ist, aber für Reisen im Winter ist man von Strom abhängig und Heizen mit Gas ist nicht effizient. Die Gasflaschen sind so schnell leer und wir Schweizer mit unseren uneuropäischen Verschlüssen an den Gasflaschen können nicht einfach die Flaschen tauschen...
Nach dem allmorgendlichen Gassigang und dem ausgiebigen Morgenessen wandern wir ein rechtes Stück der Küste entlang Richtung Norden. Der Himmel ist bedeckt aber es regnet nicht und ist über 10°C. Es ist eindrücklich, die grossen Schiffe und die Hafenanlagen und Raffinerien von der ander Seite als gestern zu sehen. Auf dem Rückweg beschliessen wir, über die Festtage uns auf einem Campingplatz zu installieren, wegen der oben erwähnten Problematik.
Später checken wir 12km weiter in Carry le Rouet im Camping Lou Soulei ein.
Hier verbringen wir die Weihnchtsfesttage.
An Heilig Abend kredenzen wir uns ein Fondue Chinoise.
Den Camper haben wir festlich dekoriert.

Das Wetter über die Festtage ist regnerisch aber wenigstens nicht kalt.
Weil der Camping in der Mitte zwischen Carry le Rouet und Sausset les Pins ist, wandern einmal in das eine und danach in das andere "Dorf".
Sonst verbringen wir viel Zeit mit whatsapp lesen und beantworten, telefonieren, lesen, homepage erstellen, kochen und schlafen.
Nach den Weihnachtsfesttagen zieht es uns weiter. Das Wetter ist wieder perfekt, sonnig und angenehm.
Nächstes Ziel: Marseille.
Wir erreichen die zweitgrösste Stadt Frankreichs von Norden her und bestaunen von der Strasse oberhalb der Plage de la Lave den Hafen und die Stadt. Es liegen vier Kreuzfahrtschiffe vor Anker, daruter das momentan Grösste der Welt, die "Wonder of the Seas".
Wir finden uns problemlos zurecht in der riesigen Stadt, ok das Navi hat für die grobe Übersicht auch ein bisschen mitgeholfen.
Aber wir finden keinen freien Parkplatz in der Nähe vom Vieux Port, entweder sind die Parkplätze und Parkhäuser höhenbegrenzt oder alle Parkfelder sind besetzt.
Nach ca. einer Stunde "Stadtrundfahrt" durch die Quartiere rund um den alten Hafen entschliessen wir uns, auf den Hügel zur "Notre Dame de la Garde" zu fahren. Auch hier oben, viele Autos und Touristen aber wir ergattern uns einen freien Parkplatz. Von der Terrasse hat man eine wunderschöne Aussicht auf Marseille. Wir besuchen die Notre Dame getrennt, weil wir Caja nicht alleine im Auto zurück lassen wollen. Es wird überall vor Langfingern gewarnt und Hunde sind nicht erwünscht.
Danach gehts wieder runter in die Stadt und durch die Vororte der Küste entlang Richtung Süden.
Marseille, wir versuchen es ein anderes Mal wieder...
Über den Col de la Gineste auf der Route D559 erreichen wir Cassis, welches wir aber dieses Mal rechts liegen lassen. Unser Ziel für die Nacht ist der Camping Santa Gusta mit Meersicht, vis à vis von La Ciotat. Pünktlich zum Sonnenuntergang haben wir uns eingerichtet und fotografieren die Abendstimmung. Leider wird es aber schnell kalt und so geniessen wir die Aussicht halt aus dem Camper durch die Frontscheibe.

Am Montag fahren wir weiter auf der D559 mit Abstechern durch die Touristenorte Bandol und Sanary sur Mer mit ihren schmucken Altstädten und den schönen Strandpromenaden, Lidos, Bars, Bistros, Casinos und exklusiven Läden. Bandol und die Region ist für seine Weine bekannt, welche hauptsächlich aus der Rebsorte Mourvèdre gepresst werden.
Aber wie fast überall in den sogenannten, schönen Orten, sind bei den Parkplätzen Höhenbegrenzungen, obwohl jetzt im Winter fast keine Touristen vor Ort sind. Weil es auch aus Kübeln giesst fahren wir weiter und Andi geniesst es mit dem Camper durch die "Floodways" zu fahren mit Fontänen links und rechts :-)
Weiter gehts auf die Halbinsel von Saint Mandrier sur Mer, vis à vis von Toulon. Ebenfalls ein hübscher, touristischer Ort mit grossem Jachthafen und einer Personenfähre mit wahrscheinlich Viertelstundentakt nach Toulon.
Wir kurven weiter der Küste entlang durch Les Sablettes und La Seyne sur Mer nach Toulon. Unterdessen ist der Himmel wieder blau und sonnig. Toulon hat uns einen sehr guten Eindruck gemacht, bei der Durchfahrt auf dem Boulevard de Strasbourg durch das Zentrum. Wir nehmen uns vor, auch diese Stadt einaml zu besuchen.
Die Route D559 führt uns weiter, mehr oder weniger der Küste entlang. In Le Pradet übernachten wir auf dem Camping Lou Pantai, auf welchem die Plätze wegen der Regenfällen der letzten Tage, ziemlich sumpfig sind, jedenfalls spulen wir beim Einparken... Hoffentlich kommen wir am Morgen wieder raus, den es fängt wieder an zu Regnen.
Am nächsten Morgen, schönes Wetter und mit zwei- dreimal hin und her spulen wir uns wieder frei. Die Spuren im "Sumpf" reparieren wir wieder notdürftig.
Wir fahren weiter auf die Presqu'île de Giens und spazieren ein Stück auf der Plage de l'Almanarre, einem Hotspot für Kite- und Windsurfer. Es windet extrem und wir müssen aufpassen, dass es uns Caja nicht davon bläst :-)

Weiter auf der D559 steuern wir unser Highlight unserer Reise an, Cavalair sur Mer. Hier wollen wir Heike und Rudi besuchen.
Wir haben die beiden in Australien kennengelernt und uns dort immer wieder zufälligerweise oder auch bewusst, wie zu Weihnachten und Silvester getroffen.
Die Freude über das Wiedersehen ist gross, es ist angenehm mit den beiden zu plaudern und zu diskutieren über Australien oder zukünftige Reisen.
Am nächsten Tag zeigen uns Heike und Rudi die weitere Umgebung, die Plage de Canadel, die Aussicht vom Col de Canadel und die Barrage de la Verne. Eigentlich wollten wir noch Saint Tropez besuchen, aber unsere vierbeinige Begleitung mit der feuchten Nase hatte einen kleinen Aussetzer. Caja kläffte nur noch und hing mit aller Kraft in der Leine. Also fuhren wir zurück nach Cavalaire und genossen danach ein feines Fondue.

Anschliessend schauten wir uns Australienfilme von Heike und Rudi an.
Wir diskutierten und erzählten uns, von unseren gemeinsamen- und über die alleine erlebten Abenteuer in Downunder...
Am Donnerstagmittag machten wir uns wieder auf den Rückweg für nach Hause. Heike und Rudi, herzlichen Dank für die Gastfreundschaft und die schöne Zeit mit euch. Mit dem Versprechen, dass wir uns wieder treffen, verabschieden wir uns von den Beiden.
Wir haben uns für den distanzmässig kürzesten, aber zeitlich längsten Heimweg entschieden. Über Sainte Maxime, Draguignan fuhren wir bis nach Moustiers Ste Marie in der Nähe der Gorge du Verdon wo wir auf einem ruhigen Stellplatz unterhalb vom Dorf übernachteten.
Am nächsten Morgen unternehmen wir einen Rundgang durch das schöne Städtchen mit der Auszeichnung "Les Plus Beaux Villages de France".
Danach fahren wir weiter, durch das Tal der Asse mit den riesigen Lavendelfeldern, leider sind wir aber in der falschen Jahreszeit, über Sisteron, Serres zum Col de la Croix Haute auf 1179m. In den französischen Départements in der Nähe der Alpen ist im Winter auf gewissen Strassen, neben Winterreifen, auch Vorschrift, Schneeketten im Fahrzeug mitzuführen... Zum Glück ist es schön und warm und so hoffen wir, dass wir in keine Kontrolle der Flics kommen.
Nach der Passhöhe führt die Strasse über eine Hochebene mit wunderschönem Blick auf die verschiedenen Bergmassive in der Umgebung.
Bei Monestier de Clerment nehmen wir die Autobahn runter nach Grenoble und weiter Richtung Chambery. Unterdessen ist es dunkel geworden und wir haben noch keinen Platz für die Nacht. Auf dem App "park4night" finden wir einen Stellplatz am Bassin du Cheylas in der Mitte zwischen Grenoble und Chambery.
Im Dunkeln parkieren wir und richten uns ein auf Silvester. Wir stehen ganz alleine an dem kleinen See!
Zur Feier des Tages kredenzt Marianne Tagliatelle mit Lachs asiatisch, dazu einen feinen Salat und ein gutes Glas Rotwein.
Um Mitternacht lassen auch wir die Korken knallen (also einen...) und schauen kurz die Feuerwerke in der Umgebung, es ist aber sehr kalt...
Am nächsten Morgen realisieren wir, an was für einem schönen Ort wir übernachtet haben.

Danach fahren wir wieder auf die Autobahn und ohne grösseren Unterbruch, ausser einem "kleinen Stau" bei Chambery, nach Hause.
Es war eine schöne Reise, wieder einmal nach zwei Jahren im Ausland.
Wir freuen uns jetzt schon auf weitere Reisen und Erlebnisse im 2022.