Türkei - MARIANDIONTOUR

MARIANDIONTOUR
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Türkei

Reisen
Montag 3. bis Donnerstag 13. Februar 2025
Es war eine sehr ruhige Nacht auf dem "Camping" nach dem langen Tag von Gestern mit der Überfahrt von Griechenland mit der Fähre. Das Wetter ist allerdings schlecht, leichter Regen und kalter Wind. Die Morgenrunde mit Caja ist kurz.
Beim Morgenessen fährt ein Auto über den Platz, kontrolliert die WC-Anlage und verschwindet wieder. Später stellen wir fest, dass das Wasser abgestellt wurde.
Gegen Mittag fahren wir zurück nach Çeşme, unternehmen einen Stadtrundgang und eine Besichtigung des hübschen touristischen Ortes. Es wimmelt von Katzen in der Stadt... Wir parken Caja im Camper und gehen einen Döner essen.
Danach beschliessen wir, zum Übernachten noch einmal auf den Camping zu fahren. Da es aber erst 16 Uhr ist wollen wir noch zur Spitze der Landzunge.
Schon bald ist fertig mit geteerter Strasse. Wir fahren nach GPS - es sollte ein Weg sein, aber nach dem Regen ist er ziemlich aufgeweicht. Wir finden ein "Lost Feriendorf", man sieht es sogar auf Googlemaps. Wahrscheinlich ist irgendwann das Geld ausgegangen... Wir fahren bis die Äste zu fest in den Weg reinhangen. Zu Fuss laufen wir im kalten Wind noch bis zum Strand um Bilder zu machen.
Wir folgen dem "Weg" weiter und kommen zu einem anderen Hotel, welches allerdings im Winterschlaf ist. Aber von hier hat es wieder eine bessere Strasse.
Wir fahren zurück zum Camping. Die Schranke ist geschlossen... Sch... jetzt müssen wir noch einen Platz suchen!!!
Weiter geht es der "Strasse" der Küste entlang. Es gäbe  einen sandigen Parkplatz bei einem Strand, aber bei diesem Wetter wollen wir nicht im Sand stehen.
Der Weg ist unterdessen eine Kiesstrasse und wird schlechter, aber nach unseren beiden GPS, das GPS vom Auto und unserer Offroad GPS Garmin Overlander, geht der Weg weiter. Irgendwo fahren wir leicht den Berg runter und der Untergrund ist nur noch lehmig, nass und mit tiefen Spuren und unser 4x4 ist im Element und sieht nachher auch entsprechend aus. Wir erreichen endlich wieder eine geteerte Strasse. Bei einem Minimarket und Bungalowresort fragen wir, mit dem Handy-Translateapp, den jungen Mann im Laden, ob wir auf dem Parkplatz übernachten dürften. Ja, kein Problem - er will auch kein Geld. Wir kaufen dafür eine Flasche Wein, ein Sixpack Wasser und ein paar Snacks. Die Strassenhündin vom Quartier sucht Kontakt zu Caja und unterwirft sich ihr auch sofort. Sie bekommt natürlich auch ein paar Goodies.
Die Nacht war kalt aber für uns mit Heizung ok. Am Morgen früh fahren die ersten Autos vorbei.
Später folgen wir der Strasse weiter der schönen Küste entlang. Immer wieder sehen wir Bauruinen, aber auch neue Hotel und Ressortanlagen.
Wir erreichen Alaçatı, fahren und staunen, über das, was wir sehen. Wir sind seit Gestern in diesem Land und sind sehr positiv überrascht von Türkiye.
In Torosan, am Strand machen wir Mittag. Das Wetter ist wieder besser aber es weht ein kalter Wind. Andi und Caja inspizieren den Strand
Weiter gehts Richtung Südwesten, durch abwechslungsreiche Landschaft und zum Teil auch der Küste entlang.
In Seferihisar fahren wir auf den Camping "Seferihisar belediyesi karavan Park alanı" direkt an der Beach.
Kurz nach uns fährt noch ein Deutscher auf den Platz. Er reist alleine mit seinem Hund und ist bereits seit fast drei Monaten unterwegs. Spätestens Ende Februar muss er die Türkei wieder verlassen und ist jetzt auf dem Weg zur Grenze.
Leider ist es immer noch sehr kalt. Wir spazieren ein Stück dem Strand entlang und danach ab an die Wärme.
Am nächsten Morgen fahren wir weiter alles der schönen Küste entlang. Es ist wahnsinnig, was alles gebaut wird, es entstehen überall neue Gebäude und auch Infrastruktur für den Tourismus.
An der Pamucak Beach steuern wir an den Strand für die Mittagspause. Es stehen bereits drei Camper aus verschiedene Nationen am Strand. Der kilometerlange Strand ist sehr schön und im Sommer wahrscheinlich von unzähligen Sonnenanbeter sehr gut besetzt. Auch heute scheint die Sonne, aber der Wind weht... Wir fahren noch ein Stück auf dem Strand weiter nach hinten und Andi und Caja lassen sich anschliessend bei der Mittagspinkelrunde der Vierbeinerin Sandstrahlen.
Nach dem Lunch geht es weiter nach Kusadasi. In der App Park4Night haben wir einen zentrumsnahen Camping entdeckt. Der Besitzer vom Yat Camping Motel spricht französisch und so können wir relativ gut mit ihm kommunizieren. Der Preis ist ziemlich hoch aber wir sind ja auch mitten in der Stadt, Dusche und WC wollen wir allerdings nicht benutzen, zum Glück hat man alles mit an Bord...
Am späteren Nachmittag unternehmen wir eine Besichtigungsrunde in die Stadt, die Sonne scheint aber der Wind ist unangenehm. Im Hafen liegt ein grosses Kreuzfahrtsschiff. Wir besuchen die touristischen Shops in der Altstadt und sind einmal mehr erstaunt, was man alles NICHT kaufen kann... Die meisten Produkte sind Kopien von bekannten Labeln, einfach viel billiger. Brand über alles... aber günstig!!! Das Markenzeichen an der Tasche, am Kleidungsstück, an den Schuhen, Uhren, einfach überall, scheint das Wichtigste für die Kunden oder besser Touristen zu sein.
Da es auch hier viele Katzen hat verlassen wir die Shoppingmeile für die Touristen und gehen zurück zum Camping.
Freitag ist Gebets- und Ruhetag bei den Muslimen und die meisten Geschäfte sind geschlossen. Wir spazieren daher zum Schloss auf der Insel. Man hat eine nette Sicht auf Kusadasi und ein kleines Museum über Funde aus Schiffswracks hat es auch.
Am Abend geniessen wir ein Nachtessen, ohne Caja, im Fischrestaurant "İstanköy Balıkçısı". Der sehr aufmerksame Kellner, hat alles im Griff, obwohl er nebenan noch eine grosse Gesellschaft der "tülov", einer Stiftung zur Förderung von Forschung, Demokratie und säkularer Bildung in der Türkei, bediente.
Auf dem Rückweg geniessen wir den sehr kalten, heftigen Wind.
Am Samstag ist das Wetter wieder etwas besser. Es steht wieder ein anderes Kreuzfahrtschiff im Hafen.
Wir fahren weiter nach Ephesus, der antiken Stadt. Der Parkplatz ist nicht so gut besetzt, kostet trotzdem umgerechnet Fr. 10.-. Vor dem Eingang steht ein Souvenirshop neben dem anderen. Wir fragen uns nur, wer kauft auch all den Plunder?
Der Eintritt selber kostet noch einmal €40.- pro Person. Die antiken Bauwerke sind aber sehr imposant. Sie sind immer noch am restaurieren und im Stand halten der Monumente. Im Moment wird das grosse antike Theater bearbeitet.
Im ganzen Areal hat es natürlich auch Katzen und Hunde und Andi hat wieder den Kampf mit Caja... und es hat auch viele Touristen vom Kreuzfahrtschiff... zum Glück steht Caja mehr auf Katzen!!!
Nach dem eindrücklichen Rundgang fahren wir bei Selcuk ins hügelige Hinterland nach Sirince. Das ganze Tal ist voll mit Olivenbäumen. Kurz vor dem Ort finden wir den coolen Camping "Karavan ve Çadır Kamp Alanı". Ein junges Päärchen betreibt diesen Platz, wo sich auch noch ein Restaurant befindet, mit lässigen, gedeckten Balkonen auf einem kleinen Tümpel. Zur Begrüssung bekommen wir gleich einen Tee. Sie erklären uns, wo alles ist.
Aber es ist sehr kalt und wir geniessen bald die Wärme im Camper.
Am Sonntag, nach dem Wasser füllen (entleeren macht man unterwegs während dem Fahren), fahren wir etwa einen Kilometer bis nach Sirince. Wir wissen nichts von diesem Ort, nur dass er sehr touristisch ist, was schon bei der Parkplatzsuche beginnt. Also eigentlich müssen wir nur unter freien Parkplätzen auswählen, aber die "Parkplatzwächter" wollen dich in "ihren" Parkplatz lotsen und abkassieren. Wir fahren auf den offiziellen Parkplatz. Der Boy im Kassahäuschen verlangt 400TL!!! Andi fragt ihn auf deutsch, ob es ihm noch gehe!!! Er vergibt ihm, unter anderem nicht druckreife Titel und dass wir jetzt wenden werden. Dann fragt der Kassier "is Campingcar"? Ja. Ok 150TL. Na also, geht doch... ist zwar immer noch etwa Fr.4.-, aber wenigstens gleichteuer wie für ein Auto.
Sirince ist jetzt noch die Steigerung von Souvenirshops, Restaurants und Touristenmärkten. Wahrscheinlich ist jedes Haus im Dorf entweder ein Laden oder ein Restaurant und wieso?
Bis 1924 lebten vorallem griechische Christen in Sirinice und es war ein religiöses Zentrum der Klöster der Umgebung. Man sagt, die Jungfrau Maria wäre von hier in den Himmel aufgefahren...
Nach dem Griechisch-Türkischen Krieg 1919–1922 kam es zu einer großen Umsiedlungsaktion. Griechen weg - Türken rein. Eigentlich ist das Dorf danach in der Bedeutungslosigkeit versunken, ABER:
Ende 2012 erlebte das Dorf einen Besucheransturm, weil manche glaubten, dass nach dem Ende des Maya-Kalenders die Welt untergehen würde, dass aber Şirince aufgrund der Marienverehrung und „positiver Energien“ als einziger Ort (neben Bugarach) verschont bliebe... Da staunt der Laie, ab der Dummheit der Menscheit...
Wir spazieren durch das Dörfchen, respektive durch die Verkaufsstände. Aber auch wir lassen ein paar Liras dort und kaufen ein paar Sachen, z.B. warme, wollige Socken für die kalten Nächte im Camper und einen Blackbeery-Sirup.
Nach einem feinen Döner und nach Cajas Kläffeinsatzes wegen ein paar Katzen, haben wir es aber gesehen.
Unser nächstes Ziel sind die Kalksteinterrassen von Pamukkale und die antiken Stätten von Hierapolis und Laodikeia, aber die etwa 200km schaffen wir heute Nachmittag nicht mehr. Wir fahren gemütlich über Land und versuchen die Eindrücke aufzunehmen. Türkiye überrascht uns immer mehr. Wir sind sehr angenehm überrascht über dieses, für uns bisher unbekannte Land. Armut und Abfall gibt es auch hier, aber nicht in dem Ausmass, wie in anderen von uns bereisten Länder und die Türken sind sehr nett und anständig. Auch der Strassenverkehr ist völlig entspannt, keine Hektik und kein Gedränge. Uns gefällt es in der Türkei!
Wir durchqueren riesige Obst- und Gemüseplantagen.
Bei Nazilli suchen wir uns einen Platz für die Nacht. Camping oder Stellplatz gibt es keinen in der näheren oder weiteren Umgebung. Wir drehen eine Runde durch die Berge der Umgebung aber die Landschaft ist speziell. Die Hügel sind steil und überall sind Olivenplantagen. Wir finden nicht wirklich einen Platz, in eine Plantage fahren wir nicht und sind so leicht frustriert. In der Stadt auf einem Paarkplatz übernachten ist auch nocht das gelbe vom Ei... Also fahren wir weiter bis in den nächsten Ort. Dort biegen wir wieder ab, aber auf die andere Seite , Richtung Fluss. Aber entlang vom Fluss sehen wir auch nichts optimales. Wir fahren weiter und sehen eine alte Trafostation leicht von der Strasse zurück versetzt.
Passt doch, von der Strasse aus sieht man uns nicht hinter dem Trafohäuschen. Wir verbringen eine ruhige, kalte Nacht
Am nächsten Morgen fahren wir nach Pamukkale. Irgendwann fahren wir auf der Schnellstrasse durch das riesige Geothermische Kraftwerk von Kızıldere. Es produziert 165 MW und ist damit das grösste Geothermiekraftwerk der Türkei. Als Vergleich, die Leistung entspricht etwa 13% vom grössten Kernkraftwerk der Schweiz. Geothermie ist in der Schweiz im Forschungs- und Entwicklungsstadium, da es bei Projekten in Basel und St. Gallen kleine Erdbeben ausgelöst hat.
Kurz danach erreichen wir Pamukkale. Im Ort, in der Nähe vom Eingang, wollen uns wieder, gefühlt alle Einwohner, Parkplätze anbieten oder Reiseführer, Taxi und Ballonflüge verkaufen. Nebstdem uns noch eine Frau vom Fahrzeug nebenan für Essen anbettelt. Einer will zehn Euro in Münzen in eine Note tauschen. Andi meint spasseshalber, wir sind keine Deutschen wir sind Schweizer und haben keine Euro. Er meint, ok kein Problem, ich nehme auch zehn Franken. Wir müssen lachen... er versteht nicht wieso...
Andi wimmelt danach alle resolut ab und wir fahren auf einen freien Parkplatz etwas ausserhalb. Es gibt noch eine Pinkelrunde mit Caja, um zu schauen, ob nicht doch noch irgend jemand auftaucht um Gebühren zu kassieren. Aber alles ok.
Wir machen uns auf den Weg zum Eingang. Der nette Herr erklärt uns, dass wir von diesem Eingang etwa einen Kilometer barfuss über die Kalksteine gehen müssten... bei etwa 7°C!!! Aber es gibt weiter oben noch einen anderen Eingang. Super, zum Glück haben wir bei keinem Parkplatzanbieter einen Platz gekauft!
Wir fahren nach oben zum südlichen Eingang. Von hier muss man auch nicht den Hang hoch wandern.
Auf dem ganzen Areal gibt es scheinbar fünf Hunde. Beim Eingang wurden wir von einem Security darauf aufmerksam gemacht. Wir bedanken uns und erklären ihm, dass es normalerweise keine Probleme mit unserem Hund gibt.
Die Kalksteinterrassen sind sehr imposant und eindrücklich. Wir spazieren der Krete entlang und lassen die Eindrücke auf uns wirken. Schade ist der grösste Teil der Terrassen trocken. Auf den Kalkstein darf man nur barfuss. Das Wasser hat etwa 35°C und viele Besucher "geniessen" das Fussbad... Wir beschränken uns aufs fotografieren.
Nach den Kalksteinterrassen genehmigen wir uns eine Kleinigkeit.
Anschliessen stehen die Ärcheologischen Ausgrabungen von Hierapolis auf dem Programm. Unterdessen begleitet uns ein schwarzes, junges Hündchen. Die Hündin wurde vor kurzem kastriert, am rasierten Bauch an und der Ohrenmarke die sie trägt. In Türkiye werden an vielen Orten Strassenhunde kastriert und anschliessend mit einer Ohrenmarke markiert. In der Türkei werden Strassenhunde oft gefüttert, meistens mit ungesunden Nahrungsmittel für Hunde.
Es stimmt uns immer wieder traurig, wenn wir auf abgehungerte, kranke Hunde treffen.
Das junge Hündchen begleitet uns von jetzt an auf dem ganzen restlichen Rundgang. Sie unterwirft sich Caja, will aber Streicheleinheiten von uns. Es sucht immer die Nähe zu Marianne, weil Caja extrem eifersüchtig ist und immer wieder anfängt zu kläffen, wenn wir uns mit dem herzigen Hündchen zu fest abgeben. Sie ist aber gleichwohl sehr anständig gegenüber dem "Blacky". Dort wo es kein Leute hat, lassen wir auch Caja frei laufen und sie geniesst den Freigang und dreht ihre Runden. Die kleine hat keine Chance beim nachrennen.
Wir besuchen noch den Tempel von Apollo, mit dem Eingang zur Unterwelt und das grosse, schöne Theater.
Danach gehts zurück zum Camper. Wir diskutieren bereits, ob wir das Hündchen mitnehmen sollen, aber die Vernuft sagt nein.
Beim Eingang hat das Securitypersonal Freude an den zwei Hunden. Hier wird die kleine Pumukel genannt. Durch Cajas Gekläff kommen auch noch andere Hunde, aber alles verläuft friedlich, obwohl der grosse Kangal  der Chef ist.
Beim Auto füttern wir alle Hunde. Pumukel getraut sich sogar ins Auto und Caja reagiert nicht einmal.
Bei der Wegfahrt sind wir ein bisschen traurig, Pumukel ist so ein herziger Hund, aber leidergibt es kein Happyend...
Wir fahren hinter Hierapolis den Berg hoch. Der Camping Tepe liegt auf 750m aber mit sensationeller Aussicht über die ganze Ebene, die Millionenstadt Denizli und die Berge im Hintergrund.
Am Morgen zeigt unser Thermometer 0°C an und über dem Talgrund schweben 23 Heissluftbalone, welche den Sonnenaufgang und Kalksteinterrassen von oben bestaunen.
Wir kurven wieder runter ins Tal, vorbei am Eingang zu den Kalksteinterrassen und Hierapolis. Wir denken noch einmal an Pumukel und fahren weiter nach Laodikeia. Auch hier ist wieder ein riesiges Areal mit Ausgrabungen einer antiken Stadt und einem grossen, schönen Theater.
Auch hier darf Caja mit auf den eindrücklichen Rundgang. Da es überall Strassenhunde und wilde Katzen gibt, ist ein "zivilisierter" Hund eigentlich überall erlaubt, ausser bei der Halle mit Mosaiken, wo man über eine Glasscheibe läuft und die Teile von oben besichtigen kann, schickt uns der Aufpasser wieder raus.
Beim Theater und beim Stadion finden Restaurierungsarbeiten statt.
Unterdessen haben wir den südöstlichsten und am weitesten entfernten Ort auf unserer Reise erreicht, von jetzt an gehts wieder Heimwärts, aber wir haben ja erst knapp Halbzeit, es bleiben uns noch zweieinhalb Monate Reise...
Zum Übernachten fahren wir zuerst etwa eine Stunde westwärts. Bei Alaşehir, einer kleinen Grossstadt haben wir einen Stellplatz entdeckt. Vor Ort finden wir aber den Parkplatz nicht so optimal. Im Googlemaps in der Satellitenansicht sieht man in den Hügeln über der Stadt einen Weg mit diversen möglichen Plätzen.
Wir fahren los, den Berg hoch und biegen in den Weg ab. Von hier ist es dann Offroad. An diversen Ausbuchtungen stehen Autos und Menschen, welche die Aussicht auf die Stadt und ein Bier geniessen. Wir fahren weiter aber der Weg wird nicht besser. Irgendwann finden wir zwei, drei Stellen, welche uns passen würden. Wir suchen noch ein Stück weiter. Für Marianne wird der Weg langsam nicht mehr passierbar aber Andi ist der Driver... Anbetracht dass wir Morgen wieder zurück müssen, wenden wir dann und stellen uns auf den für uns besten Platz auf 520m. Die Nacht ist ruhig, aber auch sehr kalt. Am Morgen ist es knapp unter 0°C und die Glunggen (Pfützen) sind gefroren, aber die Aussicht ins Tal ist super.
Andi und Caja unternehmen ihren alltäglichen Morgenspaziergang. Marianne räumt den Camper auf und bereitet das Morgenessen vor. Danach offroaden wir wieder runter ins Tal.
Unser nächstes Ziel ist Sardes und die Antike Stadt.
Nach etwa einer Stunde erreichen wir Salihli, wo wir in der Migros unsere Vorräte aufstocken. Die Migros Türkei ist tatsächlich 1954 von der Migros Schweiz gegründet worden, ist aber seit 1974 unabhängig.
Danach fahren wir noch das kurze Stück nach Sart, zur Sardes Antik Kenti - der Antiken Stadt. Die Bauwerke sind eindrücklich und zum Teil gut erhalten. Das Besucherzentrum ist ziemlich neu, der Shop ist noch nicht in Betrieb.
Wir besuchen auch den Tempel der Artemis ein Stück weiter weg, aber immer noch in Sardes. Auf dem Parkplatz werden wir von einem Rudel Katzen und ein paar Hunden empfangen. Caja darf im Camper bleiben...
Wir besuchen die Überreste der Tempelanlage und werden dabei von zwei jungen Hunden begleitet.
Unterdessen ist schon wieder Zeit, einen Übernachtungsplatz zu finden. Campings sind in der Türkei Mangelware und diejenigen,welche es gibt erfüllen nicht europäische Standard. Sauberkeit ist das Eine, aber Toilette und Grauwasserentsorgung gibt es auf den meisten Plätzen nicht... daher stehen wir meistens irgendwo frei in der Landschaft.
Wir finden einen ruhigen Platz an einem trockenen See, dem Marmara Gölü. Es windet wieder sehr unangenehm, aber wir stehen mit unserem Camper nicht schlecht im Wind. Wir sind alleine am "Seeufer". Leider liegt viel Plastik herum und Bauschutt wird scheinbar auch am "Seeufer" deponiert. Andi unternimmt mit Caja noch einen längeren Spaziergang in den "See". Der grosse See ist eine Schwemmebene und der tiefste Punkt in der Landschaft und hat keinen Abfluss. Caja gefällt es, wieder einmal einen längeren Spaziergang ohne je einmal an die Leine zu müssen.
Nach dem Sonnenuntergang geniessen wir unser Nachtessen. Gegen halb Zehn fährt noch ein grosser Camper ans Seeufer.
Am nächsten Morgen sieht Andi beim Morgenspaziergang mit der Schnüffelnase, dass das Womo ein Lastwagen mit Kabinenaufbau ist und eine Fribourger Nummer hat.
Später kommen zwei neugierige kleine Kinder schauen, wer ihre Nachbarn sind. Sie sprechen französisch und wir erfahren, dass der Junge sechs- und das Mädchen drei Jahre alt ist.
Die Eltern erzählen uns danach, dass sie "openend" reisen und Richtung Asien unterwegs sind.
Wir verabschieden uns gegenseitig mit den besten Wünschen auf der weiteren Reise.
Donnerstag 13. bis Mittwoch 19. Februar 2025
Am Donnerstag ist für uns hauptsächlich fahren angesagt, wir wollen über Bergama wieder ans Meer bei Dikili.
Vom Marmara Gölü (ausgetrockneter See) gehts zurück durch das kleine Dorf Tekelioğlu auf die Landstrasse. Wahrscheinlich sitzen alle Männer, welche nicht auf einem Traktor herumfahren dürfen, in den Restaurants und trinken Tee. Ok Apéro, es ist ja bald Mittag oder vielleicht haben sie auch noch eine Versammlung...
Wir durchqueren den Bin-Tepe-Höhenrücken, welcher durch die verschiedenen vorgeschichtlichen Hügelgräber von lydischen Königen und Elitefamilien aus der Eisenzeit bekannt ist. Die Lydier lebten vom 12. bis 3. Jh. v. Chr. in der westlichen Hälfte der heutigen Türkei. Die kleinen und grösseren Hügel sehen wie Vulkane aus.
Auf der doppelspurigen Überlandstrasse D555 kommen wir recht gut vorwärts. Es hat auch wenig Verkehr, aber die Strasse ist in einem schlechten Zustand, Querrinnen, Schlaglöcher und aufgerissener Belag.
In der Kleinstadt Akhisar mit 175´000 Einwohner machen wir im Stadtpark Mittag.
Auf der Fahrt über Land ist uns aufgefallen, dass in jedem Dorf eine grosse- oder sogar eine riesige Türkiyefahne im Winde weht. Auch viele Häuser sind beflaggt. Allgemein sieht man das türkische Wappen überall. Die Türken sind sehr stolz auf ihr Land.
In dieser Region hat es wieder viele Olivenplantagen und dazwischen wird aber auch Obst und Gemüse angepflanzt.
Wir sehen an Hügeln grosse Felder mit Solarpanels und auf den Bergzügen stehen riesige Windparks, immer mit mindestens 15 Windräder. Wir kommen wieder an einem Geothermiekraftwerk vorbei. Bei Soma fahren wir an einem Kohlekraftwerk und einer Zementfabrik mit einem grossen Steinbruch im nahen Berg vorbei. Wir versuchen einen Moment lang nicht zu atmen... ;-)
Je näher wir an Bergama kommen, desto mehr wechseln die Olivenplantagen mit Reben. Wir erreichen ein Weinbaugebiet. Alkohol wird allerdings in der Türkei stark besteuert, eine Flasche Wein bis 50% und Werbung ist absolut verboten. Es ist der muslimischen Regierung von Erdogan ein Dorn im Auge, dass die Bevölkerung Wein, Bier oder Schnaps konsumiert... Erdogans Aussage, das Nationalgetränk ist nicht Raki sondern Ayran (wird aus Joghurt und Wasser hergestellt...). Der Gründer der modernen Türkei ab 1924, Mustafa Kemal Atatürk hatte Raki als Nationalgetränk der Türken proklamiert.
Wir erreichen Bergama und beschliessen auf dem örtlichen Camping zu übernachten, weil wir keine Lust haben noch lange einen Stellplatz irgendwo zu suchen. Der Besitzer vom Bergama Caravan Camping ist sehr freundlich, aber der Platz und die Sanitäranlagen hätten, anständig ausgedrückt, wieder einmal etwas Pflege nötig. Wir haben zum Glück alles Notwendige in unserem Camper dabei!
Wir beschliessen am nächsten Morgen die Antiken Stätten von Pergamon auf dem Berg oberhalb von Bergama zu besuchen. Die Fahrt auf den Hügel führt durch die Stadt und zum Teil durch enge Gassen.
Eigentlich fährt eine Luftseilbahn hoch auf den Berg. Aber erstaunlicherweise darf man auch mit dem Auto hoch fahren. Aber der Höhepunkt ist ja, dass die Touristen, sogar ganze Reisegruppen mit x Taxis hoch gefahren und später wieder abgeholt werden.
Die Akropolis, die Burg und das Theater sind hoch über der Stadt. Der Eintritt kostet €30.-, steht so auf der Tafel, wird dann aber gleichwohl in Türkischen Liren verrechnet...    
Eine deutsche Reisegruppe ist vor uns und so erhalten wir auch noch zwei, drei Infos. Die Burg mit den Befestigungsanlagen war über mehrere Jahrhundert praktisch uneinnehmbar. Wasser konnte vom See unterhalb in grosse Zisternen manuell hoch gepumpt werden.
Zwei Damen haben Freude an unserer Caja bei einem Fotoshooting und weil sie sich anschliessend ihre Streicheleinheiten von ihnen abholt. Die Gruppe ist aus den Regionen Stuttgart und München. Später erzählt uns ein Münchner, die Reise hätte ihn und seine Frau, für eine Woche €600.- gekostet, aber im Frühling und Herbst sei es doppelt so teuer...
Die Akropolis besteht noch aus ein paar Säulen, aber ist trotzdem sehr eindrücklich. Das Theater ist spektakulär und gilt als eines der Steilsten seiner Zeit. Das Panorama über die Stadt und die Umgebung - einfach gewaltig.
Nach der interessanten Besichtigung der Antiken Stätten von Pergamon fahren wir wieder runter nach Bergama.
Im engsten und steilsten Teil kommt uns von unten ein Auto entgegen. Wir fahren ganz an den Rand und Andi kann passieren und während dem vorbeifahren will der Andere auch losfahren und rollt im Steilen beim Anfahren rückwärts und wäre uns um ein Haar in die Seite gerollt...
Wir fahren wieder durch die Stadt, links und rechts reges Treiben, Läden, Stände, Restaurants, parkierte Autos, Fussgänger, kleine Busse, Taxis, Lieferwagen, drängelnde Roller, einfach das volle Programm, aber wir finden vor einem Früchte- und Gemüseladen einen "Parkplatz". Marianne geht einkaufen und Andi bleibt im Auto, im Falle, dass man umparken muss.
Beim Warten bleibt ein Mann vor unserem Camper stehen und fragt danach Andi in Englisch, von wo wir in der Schweiz kämen. Unterdessen ist auch Marianne wieder zurück. Er hätte Freunde near the Italian Border, in Celeria, the most expencive Place in Switzerland. Wir überlegen kurz: Celerina neben St. Moritz ist gemeint...
Er fragt uns, was wir schon alles von Bergama gesehen haben, es gäbe fünf "must to see".
Pergamon auf dem Berg, da waren wir. Die rote Basilika, aber die wird im Moment restauriert. Das Asklepion, mit erstem römischem Spital und einem Amphitheater. Das Museum von Bergama und als fünftes, der Shop von meiner Frau... i'm kidding, hihihi...
Sie hätte einen Laden mit exklusiven, türkischen Tüchern, von lokalen Produzenten, gleich um die Ecke. Wir könnten unseren Camper problemlos hier stehen lassen, das sei ein guter Parkplatz, er hätte dem Gemüsehändler mitgeteilt, dass er auf unser Fahrzeug aufpassen soll. Wir lassen zu seiner Verstärkung Caja im Auto und folgen dem lustigen "Komiker" zu einer Markthalle oder Bazar, mit vielen kleinen Geschäften darin. Seine Frau Naoe ist Japanerin und betreibt den Laden mit den Tüchern. Der Shop ist im Lonely Planet Reiseführer als einziger Laden von Bergama erwähnt. Auch der japanische Botschafter ist Kunde und Besucher des Geschäftes.
Yakup, ihr Mann erzählt Geschichten, gibt Reisetipps, erzählt Gruselgeschichten von ausgeraubten Touristen in Istanbul, unterhält uns und organisiert Tee. Am Schluss haben wir jedenfalls Tücher gekauft... Aber für die "must see" drei und vier ist es unterdessen zu spät geworden. Wir verabschieden uns von Naoe und Yakup und auf dem Weg zurück zum Camper kommen uns Yakups Räubergeschichten von Istanbul in den Sinn; ist unser Auto ausgeraubt und ist es überhaupt noch da... Aber es ist alles ok, Caja hat gut aufgepasst.
Wir fahren weiter Richtung Dikili. Im Migros am Weg kaufen wir wieder Lebensmittel für die nächsten zwei, drei Tage. Danach geht es weiter nach Bademli, Geheimtipp von Yakup. Das Meer soll dort speziell schöne Farben haben.
Wir übernachten direkt am Strand. Die Hotels und Campings rund herum sind alle geschlossen.
Am Samstagmorgen beschliessen wir auf einen Camping in der Nähe zu wechseln, wegen Wasser nachfüllen zum Duschen. Durch den engen, schlechten Weg durch die Olivenplantagen mit den hereinhängenden Äste "verkratzen" wir unseren Camper...
Der Camping ist wunderschön am Hang, die Stellplätze terrassiert, direkt am Meer gelegen. Das Wasser ist kristallklar, aber die Sanitäranlagen sind... wir duschen einmal mehr in unserem Camper. Ausser uns hat es keine temporäre Gäste, nur ein paar Dauercamper. Wir geniessen die Aussicht auf das blaue Meer, die nahe, griechische Insel Lesbos und am Abend einen farbigen Sonnenuntergang. Caja spielt mit den Campinghunden und jagt nebenbei noch die Katzen auf die Bäume.
Am Sonntagnachmittag gehts wieder zurück nach Dikili und noch einmal in den tatsächlich offenen Migros - wir als Coopkinder ;-)
Danach folgen wir weiter der Küste westwärts und staunen über die unzähligen, neueren oder im Bau befindlichen Ferienhäusersiedlungen. Extrem, immer in Einheiten von mindestens 20 genau gleichen Häuser.
Bei Burhaniye stellen wir uns auf den vielleicht ältesten Camping der Türkei, den "Altin Camp" seit 1963 immer in Familienbesitz. Die Anlage ist sehr gepflegt und sauber und direkt am Meer. Der schönste Camping seit wir in der Türkei sind.
Es ist Regen in der Region angesagt und so beschliessen wir uns, noch einen Tag länger auf dem Platz zu bleiben.
Das Wasser läuft schlecht ab und dadurch hat es überall grosse Pfützen oder besser Seen auf dem Camping.
Wir verbringen den verregneten Tag mit Nichts tun und einem kurzen Spaziergang am Strand entlang.
Neben uns steht ein Engländer, welcher in den Süden von Türkiye will und erst im Sommer wieder zurück fährt.
Er hat ein Kleinwagen auf einem Anhänger dabei, so ist er jeweils auch ziemlich flexibel vor Ort.
Auf der Heimreise kommt er uns besuchen...
Ab Dienstag soll es nicht mehr regnen und ab Mittwoch wieder die Sonne scheinen. Und so ist es auch, als wir losfahren. Wir folgen alles der Küste entlang und auch hier werden Neubauquartiere aus dem Boden gestampft. Wir fragen uns, wer all die Häuser kaufen soll...
Irgendwo werden wir von einer der vielen Polizeikontrollen angehalten, aber als er sieht, dass wir Ausländer in einem Camper sind sagt er lachend "Camperma" - Wohnmobilist, wir dürfen ohne Kontrolle weiter fahren.
In Assos wollen wir die antike Stadt mit dem Theater besichtigen, aber scheinbar ist die Anlage im Winter geschlossen. Wir fahren noch die steile Strasse hinunter zum antiken Hafen. Vielleicht sind ein paar Gebäude alt, aber um den Hafen ist Tourismus angesagt, jedes Haus ist ein Restaurant oder Hotel. Wir sitzen in ein Gartenrestaurant und geniessen einen türkischen Kaffee und einen Tee. Caja hat wieder ihre Probleme mit den unzähligen Katzen und so ist unser Ausflug nach Assos Antik Liman (antiker Hafen von Assos) bald wieder beendet.
Auf der Suche nach einer Übernachtungsgelegenheit fahren wir eine Strasse runter zur Küste. Hübscher Strand, viel Abfall und ein Verbotsschild. Alles zurück und bei der nächsten Möglichkeit wieder versuchen.
Hier wäre eine Möglichkeit, aber vielleicht gibt es ja noch was Besseres.
Wir fahren durch den Weiler und weiter dem Strand entlang. Den ganzen Weg an der Beach hat es Bars und Restaurants. Im Sommer ist hier der Teufel los. Irgendwann sind wir am Ende vom Strand und die Strasse geht auch nur noch bis in die letzten Häuser. Wir stoppen und konsultieren unsere Handys und GPS, da steht schon ein Mann neben unserem Auto. Wir versuchen ihm in Englisch und mit Handzeichen anzudeuten, dass wir einen Schlafplatz suchen.
Er nickt und zeigt auf die andere Seite. Da ist ein geschlossener Camping, aber wir könnten bleiben. Wir fragen nach dem Preis, da ruft er, wie sich später herausstellt, die Chefin, welche englisch spricht.
Es ist ok, wir dürfen hinfahren wo wir wollen, wobei der Platz wegen den letzten Regenfällen überall sehr nass ist.
Wir sind mit dem trockenen Parkplatz gleich beim Eingang zufrieden, da ja keine anderen Touristen ausser uns im Ort sind.
Sie hätten auch ein Hotel, wenn wir ein Zimmer wollen... und ein Restaurant. Da wir umsonst übernachten dürfen, sagen wir ja zu einem typischen türkischen Nachtessen.
Als wir später ins Restaurant kommen, sitzt schon eine Gesellschaft mit Einheimischen am Tisch. Wir dürfen dazu sitzen und erleben einen lustigen und schönen Abend mit den Locals mit viel Raki. Leider sprechen nur zwei Frauen englisch, aber wir unterhalten uns blendend. Sie arbeiten alle hauptsächlich im Sommer für den Tourismus und im Winter geniessen sie einfach das Leben...
Selen ist erst vor kurzem von einem Trip, ganz alleine mit einem Auto, durch Europa, nach Hause gekommen. Sie schwärmt vom Reisen aber als Türkin benötigt sie in Europa überall ein Visum... England hatte ihr kein Visa gegeben obwohl sie finanziell abgesichert ist!
Sie sind alle Muslime, praktizieren aber eher die liberale Auslegung... und den älteren Herrn in Ankara finden sie nicht wirklich als Fortschritt für ihr Land. Der Gründer der neueren Türkei, Atatürk, versuchte das Land an den Westen zu führen, Gleichstellung der Geschlechter und dass der Glaube nichts mit dem Staat zu tun hat. Sie meinen, mit der aktuellen Regierung geht der Kurs aber Richtung Arabische Welt. Es ist ihnen wichtig zu sagen, dass der Westen der Türkei nicht so tickt wie es die Regierung eigentlich wünscht.
Es liegt nicht an uns, zu kommentieren, wir sind nur Reisende im Land, geniessen die Gastfreundschaft und die Freundlichkeit der Menschen.
Am nächsten Morgen lässt Selen uns durch den turkmenischen Gastarbeiter Aslan ein türkisches Frühstück servieren. Selen ist leider verhindert. Wir bedanken uns für alles, es war unser schönster Abend bis jetzt in Türkiye.
Mittwoch 19. bis Montag 24. Februar 2025
Wir fahren weiter, mehr oder weniger, der Küste entlang bis zum westlichsten Punkt des asiatischen Festlandes in Babakale. Von oben auf den Hügeln geht es runter in den Fischereihafen von Babakale. Die meisten Boote sind im Hafen.Wir geniessen die Sonne bei einem Spaziergang durch den Hafen und raus auf die Hafenmauer.
Danach besuchen wir noch die Burg von Babakale und den westlichsten Punkt vom asiatischen Festland.

Zurück beim Camper essen wir noch etwas, anschliessend folgen wir weiter der Küstenstrasse nordwärts. Bei Akçakeçili biegen wir von der Strasse ab und finden einen tollen Stellplatz für die Nacht am Strand. Bei der Abzweigung treffen wir ein Rudel Hunde mit vier Welpen. Wir füttern die hübschen Hirtenhunde, wahrscheinlich Kangals und die Jungen.
Bei dem Platz am Strand hat es leider überall Abfall, aber die schöne Lage überwiegt. Schon bald erscheint eine Strassenhündin und freundet sich mit uns und mit Caja an. Da der Wind unangenehm weht, sitzen wir im Camper und schauen durch die offene Seitentüre aufs Meer, einfach herrlich. Unsere Strassenhündin bekommt später mit Caja auch ein Nachtessen. In der Nacht geht Andi mit Caja noch einmal raus und erschrickt ein wenig. Vier Hirtenhunde vom Typ Kangal sind bei uns um den Camper, aber alle sind anständig und wollen gestreichelt werden. Wobei unsere eifersüchtige Caja findet es nicht so lässig, dass IHR Chef fremde Hunde streichelt. Zum Glück hat sie ihr Geschäft bald erledigt und wir können wieder rein, bevor es noch ausartet.
Am Morgen liegt "unsere" Hündin immer noch vor unserem Camper, über Nacht war es um 0°C und sie hat uns bewacht, wir haben sie zwei-, dreimal bellen gehört. Als Belohnung erhält sie auch wieder einen Napf voll Futter. Heute ist es wieder schön, aber immer noch kalt. Wir beschliessen noch einen Tag hier zu bleiben, Essen und Wasser ist genügend an Bord.
Ein Schäfer zieht mit seiner Herde mit Schafen vorbei. "Unser" Rudel Strassenhunde von Gestern und von der Nacht kommt auch wieder vorbei, ohne die Welpen. Wir befürchten das Schlimmste für die Poopies... Unsere "adoptierte" Hündin weicht nicht von unserer Seite, sie drängt sich auch immer wieder zwischen Andi und Caja. Caja ist eifersüchtig und wir langsam angriffig, wir müssen aufpassen, die Wachhündin ist einiges grösser als unsere Appenzellerin.
Wir verbringen einen schönen, sonnigen Tag. Nach einem Spaziergang können wir sogar ein, zwei Stunden in den Stühlen vor dem Camper die Sonne geniessen.
Es fährt ein Camper mit Radarantenne vorbei und alle Hunde rennen hinterher, wahrscheinlich kennen sie das Fahrzeug und werden auch gefüttert. Der Wagen hält etwas weiter auf den Klippen. Von Bekannten haben wir gehört, dass Freiwillige die Flüchtlingsboote in der Nacht überwachen, einerseits wegen Seenot, andererseits um sogenannte Pushbacks, wo die griechische Küstenwache die Flüchtlingsboote an die türkische Küste zurück drängt, zu protokollieren.  
Die Nacht ist wieder kalt, um den Gefrierpunkt, aber unsere Wachhündin weicht nicht von unserem Camper. Beim Nachtspaziergang mit Caja begleitet sie uns und erhascht sich wieder ihre Streicheleinheiten und einen "gute Nacht Riegel".
Am Morgen liegt sie immer noch vor unserem Camper und erhält logischerweise auch wieder ein Napf voll Fressen, als Belohnung für "uns bewachen".
Später kommt auch das Strassenhunderudel wieder vorbei, immer noch ohne Junge...
Wir füttern noch einmal alle und danach verabschieden wir uns von dem Rudel, wobei sie es uns leicht machen, sie werden sehr aufdringlich und Caja wird weg gedrängt.
Wir folgen dem Offroadweg der Küste entlang. Unsere Hündin und ein zweiter Kangal folgen uns. Für uns ist der Weg gut fahrbar, mit einem normalen Camper hätten wir aber schon bald gewendet. Nach einer steileren Abfahrt mit Auswaschungen kommen wir an eine Stelle, welche auch für uns und alle Fahrzeuge unpassierbar ist... der Weg ist vom Meer zum Teil weggespühlt.
Nach nur etwas mehr als einem Kilometer müssen wir wenden und zurück fahren. Die Hunde folgen uns wieder, aber irgend einmal haben wir sie genug abgehängt. Als wir wieder auf die Strasse kommen, dort wo wir vor zwei Tagen die Strassenhunde gefüttert haben, treffen wir wieder auf die Poppies, um welche wir uns schon Angst gemacht haben.
Das Rudel lässt sie scheinbar zurück und geht ohne sie Futter suchen... die Strassenhunde stimmen uns immer wieder traurig...
Wir kommen in die Region von Troja. Es gibt überall historische "Steinhaufen" und Überreste von Gebäuden. Bei der "Therme Alexandia troyas" unternehmen wir eine kuze Besichtigung. Danach folgen wir weiter den Wegen möglichst Nahe der Küste entlang. Troja haben wir Morgen auf dem Programm.
Irgendwann sind wir in der Nähe vom Leuchtturm, welcher den Eingang zu den Dardanellen markiert. Wir beschliessen einen Übernachtungsplatz am Strand zu suchen. Wir folgen einem Weg und stehen kurze Zeit später vor einem türkischen Militärstützpunkt am Cap. Wir winken dem Wachsoldat mit dem Sturmgewehr beim Eingang und wenden.
Beim nächsten Weg kommen wir an den Strand. Kurz vor uns biegt ein Dacia Duster in den gleichen Weg ab. Wir denken, ein Fischer, weil in der Park4Night App wird hier von Fischerhütten geschrieben.
Wir kommen direkt an den Strand, toller Blick auf den Eingang zu den Dardanellen und den Blick auf die andere, europäische Seite mit der riesigen Gedenkstätte "Şehitleri Anıtı" für die Opfer bei der Schlacht von Gallipoli 1915. Hier bleiben wir. Der Dacia, welcher zuerst noch ein Stück weiter gefahren ist, kommt auch zurück. Erst jetzt merken wir, das Fahrzeug hat ja ein Schweizer Kennzeichen aus dem Kanton Solothurn. Eine Frau steigt aus dem Auto, holt eine Sack Hundefutter hervor und schüttet ihn dem sehr abgemagerten Kangal hin.
Danach kommen wir ins Gespräch, abgekürzte Version, Silke arbeitete auf der Tiefmatt, einem Ausflugsrestaurant auf der ersten Jurakette, oberhalb von Oberbuchsiten, in der Nähe von uns zu Hause. Sie will auf dem Landweg mit dem Auto auf die Philippinen zu einer Freundin.
Ihren Begleiter, den jungen herzigen Hund Nucy hat sie letztes Jahr in Rumänien als Welpen aufgegriffen.
Sie will auch hier übernachten. Es windet brutal und es ist kalt. Wir sitzen zu uns in den Camper und plaudern ein wenig.
Später unternehmen wir noch eine Runde mit den Hunden, bevor wir uns in unsere Fahrzeuge zurück ziehen.
Die Nacht ist wieder sehr kalt und windig. Aber wir haben eine Heizung, im Gegensatz zu Silke...
Wir schauen den ganzen Abend den Schiffen zu, welche durch die Dardanellen ein und ausfahren.
Am Morgen ist das Wetter nicht besser, sonnig, brutal windig und kalt. Irgendwann fährt ein Auto zu und bringt den vier lokalen Strassenhunden Speisereste, wahrscheinlich von der ganzen Woche. Die Hunde fressen, aber erstaunlicherweise, genug ist genug. Es bleibt viel liegen, aber die Woche ist ja noch lange.
Etwas später fährt ein Land Rover Defender vor und schüttet ebenfalls vor der sehr abgemagerten Hündin Hundefutter hin, aber weil die Hunde vorher so viel gefressen haben, lassen sie das für sie eigentlich besser geeignete Futter liegen...
Wir steigen aus und kommen ins Gespräch. Sie sind vom Dorf in der Nähe und füttern regelmässig die Hunde in der Region. Zu unserem Stellplatz meinen sie, im Sommer ok aber im Winter windet es hier viel zu fest, aber den Einwand vom Schiffe beobachten lassen sie gelten. Letzte Nacht hätte es im Landesinneren sogar geschneit. Weiter oben, vor dem Leuchtturm und den historischen Gefechtsstellungen, im Wald wäre es angenehmer. Wir bedanken uns für den Tipp und sie verabschieden sich, sie müssten noch andere Hunde füttern.
Nach dem Austauschen unserer Nummern und gegenseitigen guten Wünschen verabschieden wir uns von Silke. Wir sind gespannt auf ihre weitere Reise und ihre Erlebnisse. Man kann sie verfolgen auf Insta "Silke.Lucy".Sie beschliesst auf den Hügel beim Leuchtturm zu gehen und dort noch eine Nacht zu bleiben.
Wir besuchen die historischen Stätten und das Museum von Toja. Die Stadt in ihren verschiedenen Phasen ist sehr eindrücklich, aber mit dem kalten Wind hat man, trotz Sonne, wenig Lust, lange zu frieren. Es gibt noch Fotos mit dem Nachbau des trojanischen Pferd.
Danach besuchen wir das neue, moderne, eindrückliche Museum mit der Geschichte von Troja und den vielen antiken Fundstücken. Auf vier Stockwerken kann man sich verweilen und staunen, aber auch im Museum ist es recht kühl, im Sommer angenehm, im Winter aber eher unangenehm.  
Morgen wollen wir nach Canakkale, aber zuerst suchen wir uns einen Stellplatz, wenn möglich irgendwo an der Küste.
Wir fahren zuerst zwei Park4Night Vorschläge an, aber finden beide Orte nicht so optimal. Andi findet auf Googlemaps einen Weg entlang der Küste mit mehreren Stellen, welche geeignet sein könnten. Wir finden den Weg problemlos. Kurz nach der Einfahrt geht es steil runter und durch eine riesige Glungge. Bei den ersten zwei Möglichkeiten stehen schon zwei türkische Autos, welche wahrscheinlich am Abend verschwunden sein werden. Wir fahren noch ein paar Meter bis zur nächsten grossen Pfütze und Ästen, die in den Weg hinein hangen. Andi steigt aus und läuft ein Stück weiter zum Rekognoszieren. Der Weg wäre nach Regen schwer befahrbar, aber jetzt ist die Oberfläche hart, über Nacht angefroren und kein Problem. Weiter hinten finden wir einen schönen Platz, wo wir über Nacht bleiben, leider mit ein bisschen sehr viel Abfall...
Der allgegenwärtige Müll ist Wahnsinn, am Anfang dachten wir noch, Türkiye sei besser, als die anderen Südeuropäer, aber ausserhalb der Touristengebieten ist die Türkei genau gleich schlimm wie Marokko, Spanien, Italien, dem Balkan oder Griechenland. Einfach nur tragisch...
Der Abfall, welcher überall herumliegt, wird nie entfernt werden und jeden Tag kommt exponentiell mehr Müll dazu... Die Menschheit wir irgend einmal im eigenen Abfall versinken!!!
Wir sind abgeschweift...
Wir beobachten noch ein bisschen Schiffe zum Apéro und anschliessend kocht Marianne wieder einmal mehr ein sensationelles Nachtessen. Es ist wieder sehr kalt über die Nacht, aber der angekündigte Schnee bleibt hier aus.
Am Sonntag rumpeln wir zurück auf die Strasse und fahren nach Canakkale. Vorgängig haben wir uns einen zentrumsnahen Parkplatz heraus gesucht und finden ihn auch problemlos. Zuerst wollen wir eine neue SIM Karte für eines unserer Mobiles kaufen oder unsere bestehende SIM nachladen, was aber scheinbar nicht möglich ist, weil die Tourist-Packages nur für 28 Tage gültig sind.
Wir hatten nur eine SIM Karte gekauft und verwenden das Handy als mobiler Hotspot für das zweite Handy, den PC und das Tablet.
Der Turk Telecom Shop ist auf dem Weg zur Altstadt. Die junge Dame ist "hochmotiviert" und kann kein englisch, ist aber wenigstens schnell beim Eintippen auf ihrem Handy. Wir erklären unser Anliegen. Eine neue SIM Karte mit 50 Giga kostet TL 1700.-, etwa Fr. 45.-, nachladen würde nur TL 650.- kosten, aber ist erst am Montag wieder möglich. Wir bedanken uns und suchen den nächsten Shop. Auch hier haben wir das Gefühl, der junge Mann ist im Stundenlohn... Wenigstens können die anderen anwesenden Kunden englisch und helfen uns bei der Kommunikation. Aber auch hier die gleiche Auskunft wie im ersten Laden, einfach hat es doppelt so lange gedauert.
Wir besuchen noch zwei private Shops, wo wir wenigstens freundlicher bedient werden aber auch nicht wirklich weiter kommen. Wir geben auf, Heute wird das nichts mit SIM-Karte und schlendern durch die Fussgängerzone bis zum Hafen. Die meisten Geschäfte sind aber geschlossen, wir denken weil es Sonntag ist. In einem Strassenrestaurant essen wir eine feine türkische Spezialität, ein Gebäck mit Füllung. Es ist sonnig und wenn der Wind nicht wäre...
An der Hafenpromenade treffen wir auf das original trojanische Pferd aus dem Film Troja von 2004 mit Brad Pitt. Danach streifen wir noch einmal durch die Gassen, wo unterdessen alle Geschäfte geöffnet sind, vorher war nur Mittagspause. Canakkale gefällt uns, das Städtchen ist gepflegt und übersichtlich. Die breite Promenade am Meer ist schön.
Wir schlendern noch einmal durch die Gassen und finden noch einen Vodafoneshop. Spontan betreten wir den Laden. Eine Sim-Karte mit 54 Giga kostet TL 1850.-, etwa Fr. 48.-. Wir schliessen den Deal und hoffen nun, dass es bis zum Ende unserer Türkeireise reicht.
Anschliessend geht es zurück zum Auto und weiter zum Hafen, um mit der Fähre über die schmale Meerenge nach Europa zu fahren. Auf der anderen Seite in der Nähe vom Hafen haben wir einen Camping entdeckt. Aber vor Ort ist es einfach ein grosser Platz ohne irgendwelche Infrastruktur.
Wir bleiben über Nacht und werden am Morgen um sechs Uhr vom Lautsprecher von der nahen Moschee geweckt...
Heute besuchen wir die verschiedenen Kriegsdenkmäler und Friedhöfe der Schlacht um Gallipoli von 1915.
Die ganzen Denkmäler stimmen einem traurig und nachdenklich.
Junge Menschen haben ihr Leben verloren.
100´000 Tote und 250´000 Verletzte.
Als wir von der Besichtigung der grossen türkischen Gedenkstätte "Çanakkale şehitliği" zum Auto zurück kommen, fahren fünf Busse nacheinander vor mit Rekruten der Jandarma, Polizeirekruten. Bei jedem Zug ist ein Bewaffneter dabei. In Viererkolonnen marschieren sie los, wahrscheinlich erhalten sie Geschichtsunterricht.
Wir fahren weiter und besuchen den französischen Friedhof. Wir kommen mit dem Guardien ins "Gespräch", ganz wenig französisch, hauptsächlich Handytranslator. Er ist Türke, seit 38 Jahren von der Französischen Botschaft angestellt und pflegt die Anlage. Auf dem Friedhof sind 3´000 identifizierte und 12´000 unidentifizierte französische Soldaten beerdigt. Er erklärt uns auch, dass muslimische Franzosen kein Kreuz hätten und dass immer noch jedes Jahr eine Gedenkveranstaltung stattfindet. Wir verabschieden uns und loben die sehr gepflegte Anlage.
Als nächstes besuchen wir die Festung Ertuğrul Tabyası, direkt am Eingang in die Dardanellen, welche schon 1895 von Asaf Pascha während der Herrschaft von Sultan Abdulhamid II. erbaut wurde und bei der Landung 1915 bald neutralisiert wurde.
Unsere fünf Jandarma Busse fahren wieder vor. Einer nach dem andern, aussteigen, Viererkolonne formieren und eine Runde durch die Festung marschieren. Zurück zu den Fahrzeugen und weg sind sie.
Wir besuchen noch das Helles Memorial der Britischen Truppen gleich oberhalb der Festung, wo alle 20´000 gefallenen Britischen- und Commonwealth Soldaten namentlich aufgeführt sind.
Nach all diesen traurigen Gedenkstätten suchen wir uns einen Ort zum Übernachten. Wir fahren der Küste entlang und folgen einer Strasse, welche im GPS vom Auto und im Googlemaps als Strasse ausgezeichnet ist. Irgendwann ist es dann nur noch eine Naturstrasse etwa 100m oberhalb vom Meer. Etwas später geht es steil hinunter und links oder rechts hat es einen Graben und Querrinnen. Kurz bevor wir am Meer unten sind, hängen Äste in den Weg hinein.
Andi steigt aus und geht zu Fuss rekognoszieren. Für die Äste müsste die Säge raus, da kommen wir nicht darunter durch... unten am Strand hätte es ein paar tolle Plätze zum Übernachten. Etwas weiter geht es dann wieder ähnlich steil und rustikal den Hang hoch - youtubevideo.
Anbetracht dass auch noch Regen vorher gesagt wird, fahren wir rückwärts, bis wir wenden können und danach erklimmen wir den Hang. Andi hat Heute doch noch etwas Vergnügen gehabt.
Wir fahren noch zwei, drei andere Spots an aber beschliessen dann, wieder auf den Camping von letzter Nacht zurück zu gehen.
Dienstag 25. Februar bis Sonntag 2. März 2025
Am nächsten Tag besuchen wir noch ein paar andere Gedenkplätze an der Nordküste von Gallipoli. Das grosse Militärmuseum "Çanakkale Destanı Tanıtım Merkezi" ist leider am Dienstag geschlossen. So fahren wir weiter nach Gelibolu, von wo wir wieder mit der Fähre nach Lapseki auf die asiatische Seite rüber wechseln wollen.
Da schon nach vier Uhr ist und eine lange Kolonne von Lastwagen anstehen, beschliessen wir die Überfahrt auf Morgen zu verschieben. Eigentlich gibt es eine schöne, neue Hängebrücke über die Meerenge, aber solange die Brücke teurer ist als die Fähre ziehen die Lastwagen die günstigere Variante vor und Gelibolu leidet weiterhin mit den täglichen Lastwagenkonvois, welche sich durch die zum Teil engen Gassen des Städtchen drängen. Nach dem Einkauf geht die allabendliche Suche nach einem Schlafplatz los. In Gelibolu gibt es einen Camping, aber der ist im Winterschlaf. Beim Parkplatz beim Leuchtturm, welcher im Park4Night ist, sind überall Schilder, no Camping overnight. Ein anderer Parkplatz ist am Hang, also sehr schräg. Im Googlemaps sehen wir etwas ausserhalb einen langen Strand, da hat es sicher eine Möglichkeit. Vor Ort ist es eine Einfamilienhaussiedlung mit alten und im Bau befindlichen Häuser, aber auch ein paar Ruinen und vorallem überall Müll!!!
Da das Wetter nicht so brilliant ist und wir daher eh nur im Camper bleiben, stellen wir uns an die Beach. Es stehen diverse Autos mit Männern am Strand. Scheinbar ist dies ein Ritual, noch ein bisschen ins Meer hinaus schauen, etwas essen und trinken und anschliessend die leere Dosen oder Flaschen aus dem Auto zu schmeissen...
Wir müssen über eine Stunde warten, bis unser präferierte Parkplatz frei wird.
Am Mittwochmorgen nach einer ruhigen Nacht fahren wir wieder zur Fähre und können gleich als eines der letzten Fahrzeuge auf das Schiff fahren. Die Überfahrt dauert etwa 30 Minuten. Auf der anderen Seite fahren wir noch zur Hängebrücke um Fotos zu schiessen, aber die Brücke ist im Nebel und Dunst. Sie gilt als längste Hängebrücke der Welt gemessen an der Spannweite. Sie verbindet Europa mit Asien. Es fahren aber wirklich fast keine Fahrzeuge über die "1915 Çanakkale Köprüsü". Die Hängebrücke trieft nur so von Symbolik:
Der Name der Brücke soll an die Schlacht von Gallipoli oder für die Türken "Çanakkale 1915" erinnern. Die 318 Meter Höhe der Pylonen erinnern an den 18. März 1915, als die ersten britischen und französischen Kriegsschiffe versenkt wurden und die Spannweite von 2023 Metern nimmt auf die geplante Hundertjahrfeier zur Gründung der modernen Türkei im Jahr 1923 Bezug.
Wir folgen der doppelspurigen Überlandstrasse ostwärts der Küste entlang durch landwirtschaftliches Gebiet und immer wieder Traktoren auf dem Pannenstreifen. Zur Mittagspause biegen wir ab in eine Stichstrasse an den Strand. Wir kommen in einen kleinen, zu dieser Jahreszeit fast unbewohnten Weiler direkt am Strand. Wir picknicken im Camper mit wunderbarer Meersicht, wenn man den Müll ausblendet...   
Am Nachmittag fahren wir weiter. Irgendwann beschliessen wir, auf die Kapidag Halbinsel zu fahren zum Übernachten. Wir setzen Erdek als Ziel im GPS, logischerweise kennt es einen schnelleren Weg als die "normale" Strasse... Wir fahren durch Edincik und denken, das kann nicht die Hauptverkehrsachse für die Halbinsel sein. Es stehen sehr alte Häuser in den Gassen zwischendurch auch eingefallene Gebäude. Aber es ist interessant durch die Dörfer zu fahren, obwohl es manchmal sehr eng ist und man nicht recht weis, wo es überhaupt weiter geht, ob das jetzt die richtige Strasse, eine Sackgasse oder schon die Einfahrt zu einem Haus ist. Die Menschen schauen einem nach und winken oft.
Hoch über dem Dorf thront eine Hochhaussiedlung mit wahrscheinlich super Fernsicht. Unser eingegebenes Ziel ist ein Camping am langen Strand zur Halbinsel. Gemäss App und Homepage sollte der Platz in Betrieb sein, aber er ist geschlossen! Sch... wir wollten unser Grauwasser entsorgen und Wasser füllen. Wir entscheiden uns, wieder frei zu stehen, aber Wasser müssen wir nachfüllen. Im nächsten Städtchen Erdek sollte es einen Brunnen geben. Erdek ist eine Kleinstadt und hat über 30'000 Einwohner, im Sommer wahrscheinlich gegen 100'000. Bei der Navigation verfahren wir uns, aber Andi sieht einen Brunnen, wo Einheimische Wasser abfüllen. Wir wenden und fahren vor den Brunnen und als der eine der beiden Hähnen frei ist, montieren wir unseren Schlauch und fangen an zu füllen. Schon fährt ein Uniformierter mit seinem Motorrad zu und redet auf Andi ein, freundlich aber wir verstehen ja kein türkisch. Andi hält im den Translator hin. "Autowaschen ist verboten"! Wir wollen nicht Autowaschen wir brauchen nur Wasser. Er läuft um unser Auto. "Karavan"? Ja. "Karavan parken ist in der ganzen Stadt verboten". Wir parken nicht, wir wollen nur Wasser füllen, das Wasser läuft immer noch in unseren Tank. Ein Mann schaltet sich ein. Er spricht ein wenig deutsch, er war mehrere Jahre in Holland. Er erklärt dem Uniformierten die Sachlage und dass wir einen Camping suchen. Jetzt hat er eine Aufgabe, er ruft wahrscheinlich einen Kollegen an, der einen kennt, der weiss ob es einen im Winter offenen Camping in Erdek gibt. Unterdessen verabschiedet sich der nette, deutsch sprechende Herr und eine Frau hat sich dazu gesellt, sie spricht mit Marianne englisch und erklärt ihr, der Uniformierte sei kein Polizist, sondern nur ein Gehilfe vom Bürgermeister, er hätte eigentlich gar nichts zu sagen. Sie kennt einen Camping mit Restaurant, der offen sein soll. Der Uniformierte kennt ihn auch und bestätigt es nach einem weiteren Telefon. Unterdessen ist unser Tank fast voll, wir beenden die Wasseraufnahme. Der Uniformierte bietet uns an, auf dem Motorrad voraus zu fahren. Wir bedanken uns, wir haben den Platz im Googlemaps gefunden. Wir verabschieden uns und der Deputy Sheriff drückt Andi zur Verabschiedung freundlich die Hand.
Wir finden den Camping, aber er sieht geschlossen aus und der zufällig anwesende Herr im Restaurant bestätigt es dann auch.
Ein paar Kilometer weiter finden wir einen coolen Platz auf den Klippen, leider vermüllt wie überall. Wir können gleichwohl einen schönen Sonnenuntergang beobachten. Wir sind an der nordwestlichen Spitze der Halbinsel Kapidag, mit Sicht auf die Marmara Adasi. Die Marmara-Insel ist wegen ihrer Marmorsteinbrüchen bekannt. Marmor von hier wurde auch für die bekannte Hagia Sophia Moschee in Istanbul verwendet.
Die Nacht ist ruhig aber es weht ein kalter Wind von vorne auf unseren Camper. Wir sind froh um unsere Standheizung.
Am Morgen bestaunen wir noch ein wenig den Abfall rund um unseren Stellplatz. Danach umrunden wir die Halbinsel Kapidag auf der kurvenreichen Küstenstrasse. Die Landschaft erinnert uns ein wenig an Norwegen. Abgelegene Dörfer in stillen Buchten mit kleinen Sandstränden. Dazwischen eine schmale Strasse durch gebirgige Landschaft, mit Ziegen und Schafherden auf dem Weg.

Danach suchen wir uns einen Schlafplatz am See Kuş Gölü, ganz in der Nähe. Bei einem Fischerhaus oder etwas ähnlichem fragen wir zwei nette Männer, ob wir auf dem Parkplatz übernachten dürften. Ja, selbstverständlich, kein Problem. Wir sehen einmal mehr einen schönen Sonnenuntergang, heute am See.
Am Freitag ist bei den Muslimen "Yaum al-Dschumʿa", Tag der Zusammenkunft, wo am Nachmittag das Freitagsgebet "Salāt al-Dschumʿa, جمعة" gebetet wird. Wir fahren nach Gölyazı, einem kleinen, "hübschen" Ort auf einer kleinen Halbinsel. Die Strasse führt über einen kleinen Damm und schon steht man auf dem Dorfplatz und dort sitzen alle Männer vom Ort in den Gartenrestaurants und warten auf den Muezzin und wir mit unserem Camper mittendrin... wir finden dann noch einen Ausweg und parken. Mit Caja machen wir uns zu Fuss auf den Weg um den Ort zu erkunden. Auf dem Dorfplatz hat es neben Gläubiger auch ein paar aufdringliche Hunde, Rüden, welche ihr Interesse an Caja kund tun. Caja findet die aufdringlichen Jungs nicht so lässig und beginnt zu kläffen. Die Einheimischen versuchen die Gasanovas zu vertreiben und wir entfernen uns vom Zentrum. Bei den "Ausflugsbooten" bieten uns drei ältere Damen eine Schifffahrt mit weiblichem Kapitän an, die Männer müssen sich wahrscheinlich auf das Freitagsgebet vorbereiten. Wir bedanken uns, aber nicht weil wir Angst haben, sondern weil ein kalter Wind weht und auf dem See ist es noch unangenehmer. Der Ort selber besteht aus vielen baufälligen oder heruntergekommenen und ärmlichen Häuser, eigentlich komisch für einen touristischen Hotspot. Wir sitzen etwas später gleichwohl auf dem Dorfplatz in ein Gartenrestaurant und trinken einen Tee und essen ein im heissen Oel frittierten Gebäck, welches wir vorher von Frauen an einem Stand gratis erhalten haben. Sogar Caja durfte ein grosses Stück versuchen.
Die meisten Männer in den Gartenrestaurants sind wirklich korrekt und essen und trinken nichts.
Nach dem Aufruf vom Muezzin ist der Platz schnell fast menschenleer und wir können mit unserem Camper ungehindert durchfahren ohne jemanden zu stören. In einem Restaurant auf dem "Festland" genehmigen wir uns etwas Traditionelles zum Essen.
Nach dem Abstecher nach Gölyazı geht es weiter nach Bursa, Übersetzung auf deutsch "Schleimbeutel"!!!, der viertgrössten Stadt der Türkei mit 3,2 Millionen Einwohner. Wir staunen, haben uns aber auch nicht wirklich über die Stadt informiert und sind ein wenig unvorbereitet. Moderne Gebäude, grosse Leuchtreklamen, Berge im Hintergrund und Verkehr wie in jeder echten City. Da wir nicht irgendwo in der Grossstadt auf einem Parkplatz übernachten wollen, fahren wir, nach einer "Stadtrunde" im Stau, weiter nordwärts wieder ans Marmarameer. Bei Altıntaş finden wir einen Camping, direkt am Meer. Camping ist ein grosses Wort... die Toiletten sind buchstäblich zugesch... und scheusslich.
Aber der Stellplatz ist schön (verschmutzt) am Strand, aber für eine Nacht ok, mit toller Aussicht auf den Meereszipfel.
Am Samstag folgen wir der Küstenstrasse bis nach Gemlik. Heute beginnt für die Muslime der Ramadan. Während des Fastenmonats verzichten Muslim*innen von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang auf Essen, Trinken und das Rauchen. Das Letzte ist für die meisten Türken wahrscheinlich das Härteste.
Zum Einkaufen fahren wir in die Migros, auf der anderen Seite der Stadt Gemlik und sind gespannt, ob man etwas von der Fastenzeit merkt. Wir finden alles, was wir benötigen, aber Alkohol gibt es nicht in diesem Laden, hat aber nichts mit Ramadan zu tun. Aber auf der anderen Strassenseite befindet sich ein Alkoholshop und so kommen wir auch noch zu einer Flasche Wein und Raki.
Es geht wieder zurück durch die Stadt, diesmal auf der Umfahrungsstrasse, an den See Iznik Gölü. In Iznik fahren wir wieder ins Stadtzentrum, auf einem Platz findet ein Markt statt, entsprechend ist das Verkehrschaos. Wir suchen noch einen Laden mit Zahnputzriegeln für Caja :-) und für uns ein Dessert. Andi parkt wie ein Türke am Strassenrand, aber Marianne findet in dem Laden keine Riegel. Ok, weiter zum Pet Shop in der Nähe. Marianne steigt wieder aus und Andi fährt in eine Nebenstrasse zum Wenden um anschliessend mit Warnblinker zu warten. Marianne ist wieder erfolglos. Wir fahren in die enge Gasse neben der Konditorei. Dort ist auch noch ein Pet-Shop. Marianne springt wieder raus und Andi wartet am Strassenrand, wo normal eigentlich zwei Auto kreuzen können, aber jetzt stehen links und rechts Fahrzeuge. Man kann noch knapp durch die Gasse fahren, kreuzen nicht mehr möglich. Andi geniesst das türkische Chaos mit dem Gegenverkehr, Rückwärtsfahren, Ausweichen und Marianne ist auch erfolgreich mit den Zahnputzriegeln, zwar nicht Cajas Lieblingssorte, aber sie ist da nicht so wählerisch... Jetzt noch das Dessert, Andi muss unterdessen ein bisschen nachjustieren, damit ein Kleinwagen dahinter auch noch rasch anhalten kann.   
Dank GPS finden wir später wieder aus den verwinkelten Gassen auf die Hauptstrasse. Wir übernachten auf dem, eigentlich im Winter geschlossenen Camping, eingangs von Iznik, direkt am See. Das Areal vom Camping ist sehr gepflegt, sauber, kein Abfall. Aber ausserhalb ist dann wieder Türkiye Standard, leider!!!
Am Sonntag fahren wir weiter nordwärts in die Berge oberhalb von Iznik. Ab 900m sind wir im Schnee. Auf einer schneebedeckten Wiese lassen wir Caja ein paar Runden im Schnee drehen und die Sau rauslassen.
Wir wollten nicht in den Schnee!!! Und irgendwann stehen wir in der verschneiten Landschaft vor einem Bauernhof, wo der Bauer winkt und rückwärts deutet. Die Wege durch oder über den Beşkayalar Nature Park an den Kirazdere Stausee sind im Winter nicht passierbar. Wir finden einen Übergang weiter westlich, auf Naturstrasse und bis vor kurzem noch schneebedeckt. Bei Gölcük kommen wir wieder runter ans Marmarameer und fahren nach İzmit, einer weiteren "Kleinstadt" mit 360'000 Einwohner. Wir halten an und überlegen, ob wir hier in der Stadt übernachten wollen. Camping ist keiner offen und auf einem Parkplatz wollen wir nicht stehen. Ok, wir fahren weiter Richtung Schwarzes Meer. Die doppelspurige Strasse führt sehr steil hoch zur Universität und weiter in die Hügel.
Die Untermotorisierten kämpfen mit dem Berg...
Bevor es in die Hügel geht, hat es Warnschilder vor Hunden. Es stehen mehrer Hunderudel am Strassenrand, wahrscheinlich über hundert Hunde, darunter auch viele Welpen. Die Hunde werden wahrscheinlich in der Stadt eingefangen und hier oben wieder ausgesetzt. Es ist ein sehr trauriger Anblick. Die Hunde werden zwar von Einheimischen "gefüttert" mit Brot und Speiseresten, aber es gilt das Recht des Stärkeren und so hat es viele abgemagerte Tiere. Auch auf dem weiteren Weg hat es immer wieder wilde Hunde. Dazu kommt noch das schlechte Wetter, Nebel und Regen, Deprostimmung, wir sind richtig traurig.
Bei einem Stausee, dem Tahtalı Göleti, finden wir einen Park, wo wir übernachten können. Im Sommer ist dieser Ort ein freier Zeltplatz, wo die Einheimischen zeltlen und Ferien machen oder ein Weekend verbringen. Auch heute bei dem sch... Wetter sind ein paar Wetterbeständige am grillieren und den Sonntag geniessen, wir sind aber die Einzigen die über Nacht bleiben. Im Park lebt ebenfalls ein Rudel Hunde. Im Sommer leben sie wie die Fürsten, überall werden sie gefüttert oder fressen die liegengelassen Speiseresten, aber jetzt im Winter...
und vier herzige kleine Welpen gehören ebenfalls zum Rudel. Die grossen Hunde sind zuerst fast agressiv gegen Caja, aber bald ist das Eis gebrochen und unsere Prinzessin wird akzeptiert. Natürlich füttern wir die Hunde, wobei nicht alle Hundefutter kennen und daher leer ausgehen...
In der Nacht regnet es nur einmal und am Morgen sind wir froh, dass wir nicht im See stehen.
Vor der Weiterfahrt füttern wir noch einmal die Hunde und wünschen ihnen eine gute Zukunft..., danach fahren wir traurig weiter Richtung Schwarzes Meer.
Montag 3. bis Samstag 8. März 2025
Über die Berge und Hügel erreichen wir das Schwarze Meer. Das Wetter wird wieder langsam besser. Wir besuchen das Sommertouristische Städtchen Ağva. Im Winter läuft nicht so viel, die meisten Restaurants und Hotels sind geschlossen. Nach dem Rundgang stehen wir vor einem Cafe und bestaunen die Speisekarte. Eine Frau sieht uns und kommt raus, ob wir ein Zimmer suchen? Nein wir haben unser eigenes Bett dabei, aber einen Fisch würden wir gerne essen. Die Küche sei leider geschlossen... Um die Ecke finden wir noch ein offenes Lokal. Man führt uns zur Küche und zeigt die gekochten Speisen. Wir dürfen aus den verschiedenen Töpfen auswählen.
Wir bestellen zwei verschiedene Suppen und je ein Menu mit Chicken und Rind. Beim Essen fällt uns auf, dass wir die Einzigen sind, welche Nahrung zu sich nehmen... uuuups Ramadan... Aber kein Problem, sie haben uns ja alles angeboten und erklärt was gekocht wurde. Wahrscheinlich ist das Essen für den Abend vorgekocht.
Danach folgen wir der "Küstenstrasse", etwas weiter im Landesinnern, bis nach Sile und von dort der Überlandstrasse D200 nach Riva. Wir stellen uns auf den "Maşuk Kamp & Karavan Parkı" für zwei Nächte, weil es hier Waschmaschine und Tumbler gibt. Es sieht aus, als ob der Camping auch geschlossen ist, aber ein Anruf schafft Klarheit und ein paar Momente später öffnet sich das Tor. Der Camping ist sehr gepflegt und die Sanitäranlagen neu und sauber. Wir duschen sogar wieder einmal ausserhalb vom Camper...
Riva ist ebenfalls ein typischer, türkischer Sommertourismus Ort. Viele Campingplätze, Hotels und alles geschlossen im Winter. Da auch über 3200 Menschen hier leben, herrscht doch reges Treiben in dem Ort, trotz Ramadan.
Nach dem Wasch- und Ruhetag fahren wir am Mittwoch auf der Mautpflichtigen Autobahn und über die Yavuz Sultan Seöim Brücke, die dritte und nördlichste Brücke über den Bosporus. Sie soll eine der höchsten Hängebrücken der Welt sein. Die vierspurigen Fahrbahnen in beide Richtungen und die zweispurige Eisenbahn befinden sich auf 73m über dem Bosporus. Es ist eine imposantes Bauwerk, aber man sieht nicht wirklich gut von der Brücke runter auf das Wasser. Bei der ersten Ausfahrt nach der Brücke fahren wir wieder runter von der Autobahn und von hier auf der normalen Strasse etwa 40km, am Schluss mitten durch das Zentrum von Istanbul. Dank GPS finden wir den Stellplatz problemlos, die Passage durch die innere City ist dann nur noch im stockenden Verkehr und für die letzten 10km brauchen wir fast eine Stunde.
Der Stellplatz ist nicht perfekt aber optimal. Es hat annehmbare Sanitäranlagen, welche zu den Sportanlagen nebenan gehören und es hat auch eine Waschmaschine, welche rege benutzt wird. Es ist zwar "nur" ein Parkplatz, aber bewacht und die Highlights von Istanbul sind in einer halben Stunde zu Fuss erreichbar.
ISTANBUL
Nachdem wir uns eingerichtet, etwas gegessen und von der anstrengenden Fahrt ausgeruht haben, ist eine erste Schnupperrunde durch die historische, europäische Halbinsel angesagt. Zuerst kommen wir noch mit den Jungs von den zwei Campern neben uns ins Gespräch. Andi meint, das Autokennzeichen sei von Marokko und spricht sie in französisch an. Nein, sie sind aus dem Oman, sind schon über 5'000km unterwegs und fahren heute noch weiter nach Griechenland, danach Bulgarien. Wir haben sie nicht gefragt, ob sie ein Visum für Europa hätten... Wir wünschen uns gegenseitig weiterhin gute Reise und verabschieden uns von ihnen, coole Typen!
Wir folgen dem Routenplaner in die Stadt. Schon bald merken wir, mit Caja wird das sehr anstrengend. Überall, sieht oder riecht sie Katzen und ist voll auf 180, wie wenn sie Drogen bekommen hätte. Andi hat Mühe, Caja an der ultrakurzen Leine durch die Gassen zu führen.
Wir erreichen die Sultan-Ahmed-Moschee trotzdem und Marianne reicht es noch zu einer Besichtigung mit Kopftuch und ohne Schuhe durch die Blaue Moschee. Als sie wieder zurück ist, kann Andi nicht mehr eintreten, der Eingang ist geschlossen, wegen einem anstehenden Gebet. Wir spazieren weiter über den Sultanahmet Meydanı, einem grossen Platz, wo früher, 330 n. Chr., das Hippodrom gewesen ist und staunen nicht über die Pferde, aber über die unzähligen Touristen. Etwas weiter kommen wir zu der berühmten Hagia Sophia Moschee. Auch hier hat es viele Menschen. Wir möchten diese Moschee gemeinsam anschauen und so beschliessen wir, Morgen noch einmal vorbei zu kommen und dass Caja den Camper bewachen wird. Den Rückweg nehmen wir über den grossen Boulevard "Ordu Caddesi" an der Beyazıt-Moschee und der Universität vorbei. Auf der anderen Strassenseite sind viele Läden, Geschäfte und Restaurants. Aber am meisten imponieren uns die unzähligen Kleidergeschäfte. Wer soll all diese Lumpen je irgend einmal tragen. Die Ware wird mit Sackkarren von den vielen Speditionsfirmen zu den verschiedenen Läden verteilt und vor jedem Geschäft liegt irgendwann ein grosser, in Plastik eingewickelter Ballen mit Kleider.
Zurück auf dem Stellplatz lernen wir unsere anderen Nachbarn kennen, Deutsche, welche eine ähnlich Route wie wir hinter sich haben aber in der Türkei bis Kappadokien gekommen sind. Sie reisen Morgen weiter.
Nach dem Sonnenuntergang wird es kühl und so ziehen wir uns in den Camper zurück. Zum Nachtessen gehen wir noch einmal raus und besuchen ein Lokal in der Nähe, aber das Essen war nicht der Rede wert...
Es weht ein kalter Wind und wir sind froh, bald wieder in unserer warmen Stube zu sein.
Am nächsten Morgen lernen wir unsere neuen Nachbarn auf der anderen Seite kennen, Engländer, welche in ihrem sehr schön selber ausgebauten VW Crafter ohne Endtermin reisen. Sie waren nun fast drei Monate in der Türkei unterwegs und müssen in den nächsten Tagen aber das Land verlassen.  
Andi macht noch eine ausgedehnte Versäuberungsrunde mit Caja und danach wird sie im Auto geparkt. Wir werden gewarnt, dass es auf dem Stellplatz viele Katzen hat, welche gerne durch Dachluken und Seitenfenster einsteigen und es sich gerne in den Wohnmobilen bequem machen. Eine von unseren Dachluken hat Gitter und Ventilator zum Lüften und die Seitenfenster können leicht geöffnet "einbruchsicher" arretiert werden. Da es Heute höchstens 14°C warm wird, können wir Caja problemlos im Fahrzeug lassen.
Wir spazieren völlig entspannt über den Ordu Boulevard. Nach der Uni entdecken wir auf der anderen Strassenseite den Grossen Basar "Kapalı Çarşı" ein historisches, unüberschaubares, weitläufiges Netz von unzähligen, überdachten Souks und Marktstraßen mit Lederwaren, Gold- und Silberschmuck und Unmengen von Souvenirs.
Wir schlendern kreuz und quer durch die riesige Markthalle und müssen aufpassen damit wir die Orientierung nicht verlieren.
Danach geht es weiter zur Hagia Sophia Moschee. Aber, nein, das darf doch nicht wahr sein. Eine unendlich lange Kolonne steht an den Ticketschalter an... es gurkt uns an. Ein Touristenführer hat uns beobachtet und spricht uns an, ob wir an einer Führung interessiert wären, dann müssten wir nicht anstehen. Er sei ein offizieller Guide für die Moschee.
Nach Klärung des Preises entscheiden wir uns für die Führung. Hasan erklärt uns in Englisch Details der Moschee, dass es, bei der Eröffnung 532, eine römische, christliche Kirche war. Nach 500 Jahren wurde sie für 150 Jahre Orthodox, danach etwa 50 Jahre Katholisch. Anschliessend war es wieder fast 200 Jahre eine griechisch orthodoxe Kirche. Seit 1453 ist es eine islamische Moschee. Allerdings mit einem Unterbruch, ab 1935, auf Anregung von Atatürk, wurde die Moschee zu einem Museum umgewandelt. 2020 entschied das Oberste Verwaltungsgericht, auf Druck der muslimischen Regierung, dass die Moschee wieder zum Gebet frei gegeben wird und nur noch ein Teil als Museum für die "Ungläubigen" frei gegeben ist. Er erklärt uns einige Verhaltensregeln vom Islam und Unterschiede zum christlichen Glauben, aber auch dass wir eigentlich an den gleichen Gott glauben. Aber, unteranderem, bei Mohammed und Jesus haben sich die Glaubensrichtungen getrennt. Als Hasan bei der Story von Noah merkt, dass Andi nicht so der Gläubige ist, werden seine Ausführungen lockerer, weltlicher und für uns wird es "amüsanter" wenn er versucht die islamischen Regeln, aber auch Vergleiche zur christenlichen und jüdischen Religion, zu erklären.
Die Kirche oder Moschee ist ein architektonisches, statisches Meisterwerk und hat auch schon diverse Erdbeben mehr oder wenig unbeschadet überstanden.

Nach der interessanten und sehr kompetenten Führung durch Hasan verlassen wir die Hagia Sophia Moschee und steigen kurz danach in einen Sightseeingbus ein und "fahren" eine Stadtrundfahrt.
Istanbul ist eine interessante, riesige Stadt, auf zwei Kontinenten, mit langer Geschichte.
15,5 Millionen Einwohner und jährlich über 14 Millionen Touristen, die Zahlen sie je nach Quelle anders.
Wir sind, gefühlt den ganzen Tag, mit offenem Mund unterwegs und staunen...
Die Bustour führt durch Besiktas und über die "Brücke der Märtyrer des 15. Julis" kurz in den asiatischen Teil zum Beylerbeyi-Palast und gleich wieder über die gleich Hängebrücke zurück. Vorbei am berühmten Taksim-Platz. Taksim kommt vom arabischen taqsīm - Teilung her. Auf dem Taksimplatz endete eine 1731 erbaute von Norden kommende 23 km lange Fernwasserleitung. Das Wasser wurde anschliessend von hier in die verschiedenen Quartiere verteilt.
Auch für politische Demonstrationen war der Taksimplatz eine wichtiger Ort und Versammlungspunkt.
Durch das Stadtviertel Kabatas gehts im Schritttempo. Anschliessend überqueren wir die Atatürkbrücke über das Goldene Horn und via Atatürkdenkmal im Sarayburnu Parkı zurück zum Sultanahmet Meydanı dem grossen Platz vor der Hagia Sophia Moschee.
Nach der Stadtrundfahrt wandern wir wieder zurück zum Camper. Wir kommen wieder an der Blaue Moschee vorbei und besuchen sie heute gemeinsam. Beim Betreten muss man die Schuhe ausziehen und die Frauen müssen den Kopf bedecken. Das Innere ist einfach wunderbar und wunderschön.
Auf dem weiteren Rückweg kommt noch ein bisschen Hunger auf und so landen wir im "Lale sultan Restaurant", wo wir ein traditionelles türkisches Topfgericht "Pottery Kebab" bestellen. Der Topf wird spektakulär nahe beim Tisch im offenen Feuer erhitzt. Anschliessend wird der Boden abgeschlagen und das Ganze in einem heissen Teller angerichtet (siehe Video).
Nach dem feinen Nachtessen, Dessert und Absack geht es wirklich zurück zum Camper, wo wir von Caja überschwänglich begrüsst werden. Es ist ja immer noch hell, sie hat die Zeit gut überstanden und keinen Katzenbesuch gehabt :-)
Auf dem Stellplatz ist ein weiterer Schweizer eingetroffen. Ein Berner mit seinem Hund, welcher vor zwei Tage zu Hause losgefahren ist und nach Kasachstan will. Das Visum für Russland hat er in 12 Tagen. Aber zuerst muss er noch 1200km durch die Türkei und 500km durch Georgien fahren. Durch Russland kommen noch einmal 600km dazu und dann ist er erst an der Grenze zu Kasachstan. Kasachstan ist das neunt grösste Land der Erde. Ende Mai will er dann wieder zu Hause sein... Wir wünschen ihm gute Fahrt und viel Spass beim Fahren.
Am Freitag wollen wir noch den "Versunkenen Palast - Cisterna Basilica" anschauen, natürlich ohne Caja... die "Camperbewachenaktion" von gestern hat sich bewährt, also wiederholen wir es noch einmal. Wir gehen ziemlich direkt zu dem "Yerebatan Sarnıcı". Leider ist auch hier wieder eine lange Kolonne am Anstehen, aber es geht relativ speditiv vorwärts.
Die ganze Anlage ist eine riesige unterirdische römische Zisterne, ein Wasserreservoir mit 336 Marmorsäulen auf 9.800 m² Fläche gebaut in zehn Jahren ab 532. Mit Lichteffekten wird die Zisterne zu einem magischen Ort.
Danach spazieren wir runter an den Bosporus, verdrücken in einem Strassenrestaurant noch ein Dürüm und erreichen die "Neuen Moschee - Yeni Camii", wieder Schuhe aus, Marianne Kopftuch über den Kopf. Moscheen imponieren immer mit ihrer Grösse im Inneren. Anschliessend durchstreifen wir den "Ägyptenbasar - Mısır Çarşısı". Ursprünglich war es der Markt für Gewürze. Unterdessen hat es auch viele Souvenirs und Schmuck. Man merkt, dass es hier mehr touristisch ist als im Grossen Basar, die Verkäufer sind agressiver und vorallem frech und zum Teil beleidigend, wenn man nichts kauft. Sie versuchen es immer wieder, mit "deutschem Anreden" auf tiefem, zum Teil primitivem Niveau. Wir ignorieren sie und tun so, als würden wir es nicht verstehen. Wir haben die Türken bis hierhin als sehr freundlich und anständig kennengelernt, aber hier ist es, wahrscheinlich wegen der vielen Touristen, ein bisschen ungewohnt für uns. Wir bummeln und staunen weiter durch die Gassen mit Läden und Marktstände, hauptsächlich mit Kleider und Schuhen, hoch zum Grossen Basar. Auch diesen durchstreifen wir noch einmal ausgiebig. Danach geht es auf direktem Weg zurück zum Camper, ok, bei einem Laden mit Süssigkeiten können wir nicht wiederstehen und posten uns Baklavas.
Zurück beim Stellplatz sehen wir, dass noch zwei Aargauer zusammen auf den Platz fahren. Jetzt sind wir in der Überzahl :-)
Wir sind schon über drei Monate unterwegs und haben wenig Schweizer getroffen, aber jetzt hier in Istanbul gleich zwei aus dem gleichen Kanton wie wir. Sie sind gemeinsam unterwegs und haben eine ähnliche Tour wie wir hinter sich, ausser dass sie bis Kappadokien gefahren sind. Man plaudert noch ein wenig, erzählt Erlebnisse und die Reiserouten.
Danach gehen sie noch in die Stadt zum Essen. Caja diskutiert noch ein wenig mit den Katzen... und wir geniessen es, die Füsse hoch zu lagern. In den letzten drei Tage sind wir etwa 50'000 Schritte durch Istanbul gewatschelt.
Samstag 8. bis Montag 10. März 2025
Am nächsten Morgen verabschieden wir uns von Toni + Therese und Toni + Ursi, aber vielleicht trifft man sich noch einmal. Sie haben einen ähnlichen Heimweg geplant wie wir. Man tauscht die Handynummern und wir fahren los.
Istanbul ist riesig, wir folgen der Schnellstrasse entlang der Küste und nach etwa 30km haben wir das Gefühl, die Stadtgrenze erreicht zu haben, aber es folgt bereits die nächste Grossstadt.
In Silivri wird wieder einmal Essbares eingekauft und in einem Strassenrestaurant verspeisen wir noch etwas Türkisches...
Danach entscheiden wir uns, hier irgendwo an den Strand zu fahren und einen Stellplatz zu suchen.
Die GPSs, wie schreibt man die Mehrzahl von GPS, finden coole Wege an die Küste, viele sind bessere Fusswege, aber irgendwie finden wir den Weg doch noch an die Beach. Zum Glück ist nicht Sommer, aber es hat gleichwohl viele Besucher. Man geht an den Strand und macht ein Picknick, aber es ist doch Ramadan...
Wir stellen uns seitlich an den Weg, nehmen unsere Stühle heraus und geniessen die Sonne. Etwas später parkt vor uns ein Senior mit seinem Dacia Duster, öffnet den Kofferraumdeckel und baut im Kofferraum seine Apérobar auf. Apfelschnitze, Zigaretten und Raki. Etwas später kommt noch sein Kumpel und sie setzen sich auf die mitgebrachten Sitze hinter den Dacia an die Bar. Sie diskutieren miteinander, rauchen und trinken weisses Wasser. Leider windet es wieder kühl und nach dem Sonnenuntergang verziehen wir uns an die Wärme und beobachten die zwei Herren, im "Windschatten", an der Kälte.

Irgendwann ist es auch ihnen zu kalt, sie winken uns zum Abschied und fahren davon.
Am Sonntagmorgen, nach einer kalten Nacht, geniessen wir wieder die warmen Sonnenstrahlen vor dem Camper. Da es so angenehm ist, beschliessen wir, noch eine Nacht hier zu bleiben. Der Strand ist schön aber halt auch vemüllt. Am Nachmittag hat es wieder Menschen am Strand, aber uns gefällt es.
Später im Nachmittag kommt wieder der Dacia und der ältere Herr parkt wieder direkt vor uns, grüsst und "same procedure as yesterday" ausser, der Kollege kommt heute nicht. Wir bestaunen Heute noch unseren letzten Sonnenuntergang am Marmarameer.
Am Montagmorgen kommt eine Abfallequipe von der Stadt und "reinigt" den ganzen Strand. Wir staunen...
Danach fahren wir wieder weiter auf der D567 nordwärts Richtung Bulgarien. Bei Vice übernachten wir auf einem Hügel mit schöner Fernsicht, aber leider ist es leicht dunstig und so können wir die Aussicht erst am Morgen, dank der kalten Nacht, geniessen.
Danach fahren wir runter nach Vice und suchen eine Poststelle, damit wir noch eine Vignette für die Gebühren für Nationalstrassen und Bosporusbrücken kaufen können. Mit der Vignette hat man "nur" ein Konto, wo die Durchfahrten auf gebührenplichten Strassen erfasst und belastet wird. Online kann man dann die Ausstände bezahlen oder auch eine Vorauszahlung leisten. Eigentlich wollten wir ohne die Vignette durch die Türkei reisen, weil wir Autobahnen meiden, aber über die  drei Bosporusbrücken oder durch den Tunnel, kommt man nicht ohne so einen Kleber. Der Postangestellte ist sehr freundlich und als er merkt,dass wir Schweizer sind, schwärmt er von unserem Land. Er hat Verwandte dort und war auch schon zu Besuch, aber es ist scheinbar schwierig für Türken, öfters ein Touristenvisum für Schengen zu erhalten.
Danach geht es weiter Richtung Grenze. Wir wollen über den östlichsten Übergang, welcher auf über 600m ist. Die ganze Region, in beiden Ländern, ist ein riesiges Waldgebiet. Die Ausreise geht einfach, Papiere vorweisen und zum nächsten Posten fahren. Hier wollen sie noch, bei uns formell, in das Fahrzeug schauen und schon ist man ausgereist. In der neutralen Zone muss man noch das Fahrzeug desinfizieren, wahrscheinlich eine Coronamassnahme, welche bis heute vergessen wurde aufzuheben!!!
Man bezahlt 200 türkische Liren, 5€ oder 5 US Dollar, nur in bar!!! Andi wollte in bulgarischen Lev bezahlen... geht nicht!
Danach fährt man durch einen provisorischen Blachentunnel und das Fahrzeug wir bespritzt... Zum Glück ist unser Camper so schmutzig, da spielen die paar zusätzlichen Spritzer keine Rolle.
Beim bulgarischen Zoll werden wieder die Ausweise von uns und vom Auto kontrolliert. Bei der nächsten Stelle dürfen wir die Heck- und die Seitentüre öffnen und der freundliche Zöllner lässt uns in die EU einreisen. Caja musste einmal mehr, obwohl der Zöllner sie gesehen hat, keine Papiere vorweisen.
Das war unsere fünfwöchige Reise durch die Türkei. Wir waren beide das erste Mal in diesem Land und sind ohne grosse Erwartungen eingereist, aber wir wurden positiv überrascht. Es hat uns sehr gut gefallen. Die Menschen waren alle nett, freundlich und hilfsbereit. Es wurde uns auch mehrmals angeboten, wenn wir Probleme bekämen, dürften wir uns melden.
Das Reisen in Türkiye war für uns einfach und man fühlt sich sicher. Wir haben fast immer wild übernachtet und hatten nie eine schlechte Erfahrung gemacht. Man fährt auch jeden Tag durch mehrere Polizeikontrollen, aber als Ausländer wird man meistens durchgewunken.
Auch landschaftlich ist Türkiye ein interessantes Land, welches nach weiteren Entdeckungen ruft...
Über die Abfallproblematik haben wir genug geschrieben. Wir regen uns auf, aber wir können es nicht ändern und darum ist ausblenden die einfachste Lösung für uns. Genau gleich verhält es sich mit den Strassenhunden.Wir haben unsere Caja dabei und es tut uns weh, wenn wir die hungrigen Hunde oder die hübschen, kleinen Welpen sehen, aber viel mehr als ein bisschen füttern können wir nicht.
Die Regierung, die Religion und die Politik sind für uns schwer zu verstehen, aber wir sind Reisende in diesem spannenden Land und daher werten und äussern wir uns dazu nicht.
Türkiye wir kommen wieder...
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